StatPearls2026

Fraktur 5. Metakarpale (Boxerfraktur): OP-Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Frakturen des fünften Mittelhandknochens (Metakarpale V), oft als Boxerfraktur bezeichnet, machen etwa 20 Prozent aller Handfrakturen aus. Sie betreffen laut der StatPearls-Leitlinie typischerweise eine junge und aktive Demografie.

Der häufigste Verletzungsmechanismus ist ein direktes Trauma bei geballter Faust, beispielsweise durch einen Schlag. Die Krafteinwirkung führt meist zu einer Fraktur im Bereich des Metakarpale-Halses mit einer apikal-dorsalen Abknickung.

Ohne adäquate Behandlung drohen Funktionseinschränkungen der Hand, chronische Schmerzen und eine verminderte Griffkraft. Die Therapie richtet sich nach der Art der Fraktur, dem Grad der Dislokation und begleitenden Verletzungen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Metakarpalefrakturen:

Klinische Untersuchung

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Überprüfung auf Rotationsfehler. Bei gebeugten Fingergrundgelenken (MCP) und gestreckten Interphalangealgelenken sollten alle Finger in Richtung des Tuberculum ossis scaphoidei zeigen.

Zudem wird empfohlen, auf Hautverletzungen im Bereich der Knöchel zu achten. Sogenannte "Fight Bites" (Zahnverletzungen) erfordern oft ein chirurgisches Debridement und eine antibiotische Therapie.

Bildgebende Diagnostik

Als primäres Bildgebungsverfahren werden Röntgenaufnahmen in drei Ebenen (anterior-posterior, lateral und schräg) empfohlen. Die laterale Aufnahme dient der exakten Messung des Angulationswinkels.

Konservative Therapie

Geschlossene Frakturen ohne Rotationsfehler können laut Leitlinie konservativ behandelt werden. Für die Ruhigstellung wird eine Ulnar-Rinnen-Schiene (Ulnar Gutter Splint) in der Intrinsic-plus-Stellung empfohlen.

Eine geschlossene Reposition mittels "90-90-Methode" ist bei einer Angulation von über 30 Grad indiziert. Die Leitlinie definiert klare Toleranzgrenzen für die konservative Behandlung:

ParameterEmpfohlener Wert / Toleranzgrenze
Handgelenk (Schienung)20° Extension
MCP-Gelenke (Schienung)70° bis 90° Flexion
Angulation Metakarpale-HalsTolerabel bis 70°
Angulation Metakarpale-SchaftTolerabel bis 30°
Rotationsfehler0° (keine Toleranz)

Operative Therapie

Eine chirurgische Überweisung wird bei bestimmten Frakturmerkmalen empfohlen. Die Leitlinie nennt folgende Indikationen für eine operative Fixierung:

  • Offene oder stark trümmerhafte Frakturen

  • Jegliche Rotationsfehlstellung

  • Intraartikuläre Frakturen mit einer Stufenbildung von über 1 mm oder mehr als 25 Prozent Gelenkbeteiligung

  • Schaftfrakturen mit einer Verkürzung von über 6 mm oder einer verbleibenden Angulation von über 40 Grad

Nachsorge und Rehabilitation

Es wird empfohlen, die Ausrichtung innerhalb einer Woche radiologisch zu kontrollieren. Die Leitlinie unterstützt eine frühe Mobilisation, um Gelenksteifigkeit zu vermeiden.

Aktive Bewegungsübungen ohne Widerstand sollten nach etwa 2 bis 3 Wochen begonnen werden. Übungen mit leichtem Widerstand werden ab der vierten Woche empfohlen.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein übersehener Rotationsfehler ist eine häufige Fehlerquelle bei der Beurteilung von Metakarpalefrakturen. Bereits ein Grad Metakarpalrotation führt zu einer Rotation von 5 Grad an der Fingerspitze, was ein Überlappen der Finger beim Faustschluss verursacht. Die Leitlinie betont, dass jegliche Rotationsfehlstellung inakzeptabel ist und eine sofortige chirurgische Vorstellung erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Ruhigstellung in einer Ulnar-Rinnen-Schiene in der sogenannten Intrinsic-plus-Stellung. Dabei wird das Handgelenk in 20 Grad Extension und die Fingergrundgelenke (MCP) in 70 bis 90 Grad Flexion positioniert.

Eine geschlossene Reposition wird empfohlen, wenn die Angulation der Fraktur 30 Grad überschreitet. Der Metakarpale-Hals toleriert nach der Reposition eine verbleibende Angulation von bis zu 70 Grad, während am Schaft maximal 30 Grad akzeptabel sind.

Die Leitlinie nennt unter anderem offene Frakturen, Rotationsfehler, neurovaskuläre Begleitverletzungen und starke Verkürzungen (über 6 mm) als Operationsindikationen. Auch intraartikuläre Frakturen mit einer Stufenbildung von mehr als 1 mm erfordern eine chirurgische Versorgung.

Ein Fight Bite ist eine Hautverletzung über dem Knöchel, die durch den Zahn eines Gegners bei einem Faustschlag entsteht. Da ein hohes Infektionsrisiko besteht, wird eine gründliche Spülung, eine antibiotische Therapie und oft ein chirurgisches Debridement empfohlen.

Die Leitlinie unterstützt eine frühe Mobilisation, um Gelenksteifigkeit zu vermeiden. Aktive Bewegungsübungen ohne Widerstand werden in der Regel 2 bis 3 Wochen nach dem Trauma empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Fifth Metacarpal Fracture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.