Fatigue bei Dialyse: Evidenzbasierte Therapieoptionen
Hintergrund
Fatigue ist ein häufiges und stark einschränkendes Symptom bei Menschen, die sich einer Dialyse unterziehen. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für Mortalität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen assoziiert.
Die Ursachen der Fatigue sind komplex und multifaktoriell. Sie können mit der Urämie, Anämie, Entzündungsprozessen, Flüssigkeitsverschiebungen sowie der Dialysebehandlung selbst zusammenhängen.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Wirksamkeit pharmakologischer und nicht-pharmakologischer Interventionen. Ziel ist es, evidenzbasierte Ansätze zur Linderung von Fatigue bei Hämodialyse und Peritonealdialyse zu identifizieren.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Interventionen gegen Fatigue bei Dialysepflichtigkeit zusammen. Die Autoren betonen, dass die generelle Vertrauenswürdigkeit der Evidenz niedrig bis sehr niedrig ist.
Messung der Fatigue
In den eingeschlossenen Studien wurden verschiedene Scoring-Systeme zur Quantifizierung der Erschöpfung genutzt. Zu den häufigsten Instrumenten gehören laut Review:
| Messinstrument | Abkürzung |
|---|---|
| Piper Fatigue Scale | PFS |
| Fatigue Severity Scale | FSS |
| Visual Analogue Scale | VAS |
| Multidimensional Fatigue Inventory | MFI |
Nicht-pharmakologische Interventionen
Laut Review gibt es für vier nicht-pharmakologische Ansätze Hinweise auf eine mögliche Verbesserung der Fatigue (niedrige Evidenzqualität). Folgende Interventionen werden hervorgehoben:
-
Bewegungstherapie im Vergleich zu Kontrollgruppen
-
Aromatherapie im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung
-
Massagen im Vergleich zu keiner Intervention (kann zudem das Energieniveau steigern)
-
Akupressur im Vergleich zu Placebo oder Kontrolle
Pharmakologische Interventionen
Die Effekte pharmakologischer Behandlungen auf die Fatigue sind laut Review sehr ungewiss. Dies betrifft unter anderem den Einsatz von Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA), Serotonin-Wiederaufnahmehemmern oder anabolen Steroiden.
Auch für zahlreiche weitere Ansätze konnte keine sichere Wirksamkeit belegt werden. Dazu zählen kognitive Verhaltenstherapie, Ernährungszusätze oder häufigere Hämodialyse-Sitzungen.
Spezifische Gruppen und Sicherheit
Der Review weist darauf hin, dass für Kinder an der Dialyse derzeit keine Evidenz zur Entscheidungsfindung vorliegt. Auch für Menschen, die eine Peritonealdialyse erhalten, fehlen weitgehend aussagekräftige Daten.
Unerwünschte Ereignisse der untersuchten Interventionen wurden in den Studien nur selten und inkonsistent berichtet.
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass nicht-medikamentöse Ansätze wie Bewegung, Aromatherapie, Massage und Akupressur derzeit die vielversprechendste Evidenz zur Linderung von Fatigue bei Dialyse aufweisen. Es wird darauf hingewiesen, dass pharmakologische Interventionen in den untersuchten Studien keine verlässlichen Effekte auf die Fatigue zeigten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review haben pharmakologische Interventionen sehr ungewisse Effekte auf die Fatigue. Es konnte keine klare Überlegenheit für Medikamente wie ESA oder Antidepressiva in Bezug auf dieses Symptom nachgewiesen werden.
Der Review identifiziert Bewegungstherapie, Aromatherapie, Massagen und Akupressur als Maßnahmen, die die Fatigue möglicherweise verbessern. Die Evidenzqualität für diese Interventionen wird jedoch als niedrig eingestuft.
Die vorliegende Evidenz bezieht sich fast ausschließlich auf die Hämodialyse. Der Review betont, dass für Patienten mit Peritonealdialyse aussagekräftige Daten zur Behandlung der Fatigue weitgehend fehlen.
Die Autoren des Reviews merken an, dass unerwünschte Ereignisse in den Studien nur selten und inkonsistent erfasst wurden. Daher lassen sich keine definitiven Aussagen zur Sicherheit der einzelnen Maßnahmen treffen.
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Quelle: Cochrane Review: Interventions for fatigue in people with kidney failure requiring dialysis (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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