Extrakranielle Karotisstenose: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die Prävalenz einer über 50-prozentigen extrakraniellen Karotisstenose liegt ab dem 65. Lebensjahr bei 6 bis 15 Prozent. Etwa 15 Prozent aller zerebralen Ischämien sind auf Läsionen der extrakraniellen Arteria carotis interna (ACI) zurückzuführen.
Eine symptomatische Stenose liegt vor, wenn in den letzten 6 Monaten ein Schlaganfall, eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) oder eine retinale Ischämie aufgetreten ist. Bei diesen Patienten steigt das Schlaganfallrisiko innerhalb der ersten 14 Tage auf 11 bis 25 Prozent an.
Das vorliegende Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) fasst die aktuellen Standards zur Diagnostik und Therapie zusammen. Es berücksichtigt sowohl die optimierte medikamentöse Therapie als auch chirurgische und endovaskuläre Verfahren.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die periprozedurale Komplikationsrate (Schlaganfall oder Tod) bei asymptomatischen Patienten zwingend unter 2 Prozent und bei symptomatischen Patienten unter 4 Prozent liegen muss. Eingriffe sollten daher nur in spezialisierten Zentren mit entsprechender Expertise durchgeführt werden. Zudem wird auf die Wichtigkeit einer konsequenten lipidsenkenden Therapie hingewiesen, da Statine die periprozeduralen Komplikationen signifikant reduzieren.
Häufig gestellte Fragen
Eine Stenose gilt als symptomatisch, wenn in den vergangenen 6 Monaten ein Schlaganfall, eine TIA oder eine retinale Ischämie aufgetreten ist. Auch klinisch stumme Ischämien in der Bildgebung können laut Leitlinie als symptomatisch gewertet werden.
Das Konsensuspapier empfiehlt für die meisten Patienten einen Zielblutdruck von unter 130/80 mmHg. Dieser sollte durch Lebensstilmodifikation und medikamentöse Therapie erreicht werden.
Es wird eine Senkung des LDL-Wertes auf unter 55 mg/dl sowie um mindestens 50 Prozent des Ausgangswertes empfohlen. Bei Patienten mit polyvaskulärer Erkrankung sollte ein Zielwert von unter 40 mg/dl angestrebt werden.
Bei einer Indikation zur operativen Thrombendarteriektomie (CEA) sollte der Eingriff möglichst frühzeitig erfolgen. Die Leitlinie empfiehlt ein Zeitfenster von 3 bis 14 Tagen nach dem Indexereignis.
Vor einer elektiven Stentimplantation (CAS) wird eine kombinierte Therapie mit Clopidogrel und ASS für 3 Tage vor dem Eingriff empfohlen. Diese duale Plättchenhemmung sollte für mindestens 4 Wochen fortgeführt werden.
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Quelle: Extrakranielle Karotisstenose: Prävalenz, Diagnostik und Therapie Konsensuspapier der DGK und DGA (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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