IQWiG2021Onkologie

Enzalutamid bei mHSPC: Zusatznutzen und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Enzalutamid. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Männer mit einem metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC).

Die Therapie erfolgt in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT). Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde unter anderem die konventionelle ADT in Kombination mit Docetaxel festgelegt.

Die Datengrundlage für die Bewertung bildet ein adjustierter indirekter Vergleich. Hierfür wurden die Studien ARCHES (Enzalutamid) und STAMPEDE (Docetaxel) herangezogen.

Empfehlungen

Die IQWiG-Nutzenbewertung formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Morbidität

Für das Gesamtüberleben zeigt sich im indirekten Vergleich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich laut Bericht nicht belegt.

Aufgrund fehlender Ähnlichkeit der Studien liegen für den Endpunkt symptomatische skelettale Ereignisse keine verwertbaren Daten vor. Auch für die gesundheitsbezogene Lebensqualität lässt sich kein Zusatznutzen ableiten.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Der Bericht identifiziert einen positiven Effekt in der Kategorie der Nebenwirkungen. Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) unter Enzalutamid.

Das genaue Ausmaß dieses Effekts lässt sich aufgrund eines hohen Verzerrungspotenzials der Studien jedoch nicht quantifizieren. Für schwere Nebenwirkungen (CTCAE-Grad ≥ 3) ist ein höherer oder geringerer Schaden nicht belegt.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Zusammenfassend leitet das IQWiG folgendes Ergebnis für Patienten mit mHSPC und gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) ab:

  • Es besteht ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für Enzalutamid plus ADT.

  • Dieser Vorteil ergibt sich ausschließlich aus dem geringeren Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse.

  • Die zweckmäßige Vergleichstherapie in diesem Szenario ist Docetaxel (mit oder ohne Prednisolon) plus ADT.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsschemata aus den Fachinformationen und eingeschlossenen Studien:

WirkstoffDosierungIndikation / Anmerkung
Enzalutamid160 mg/Tag (oral)Einmalgabe, als Ganzes mit Wasser, unabhängig von Mahlzeiten
Docetaxel75 mg/m2 KOF (i.v.)Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus, maximal 6 Zyklen
Prednisolon5 mg (oral)2-mal täglich, in Kombination mit Docetaxel

Die medikamentöse Kastration mit einem LHRH-Analogon (ADT) wird während der Behandlung fortgeführt.

Kontraindikationen

Laut Bericht bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für Enzalutamid:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Anwendung bei Frauen (insbesondere bei möglicher Schwangerschaft)

Zudem werden folgende Warnhinweise hervorgehoben:

  • Erhöhtes Risiko für Krampfanfälle (Vorsicht bei prädisponierenden Faktoren)

  • Risiko für ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES)

  • Vorsicht bei Patienten mit kürzlich erlittenem Myokardinfarkt oder instabiler Angina pectoris

  • Möglichkeit der Verlängerung des QT-Intervalls

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass der festgestellte Zusatznutzen von Enzalutamid bei mHSPC primär auf einem günstigeren Nebenwirkungsprofil im Vergleich zur Chemohormontherapie beruht. Es wird darauf hingewiesen, dass hinsichtlich des Gesamtüberlebens kein signifikanter Unterschied zu Docetaxel nachgewiesen werden konnte.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Dieser basiert auf einem geringeren Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen im Vergleich zu Docetaxel.

Bezüglich des Gesamtüberlebens zeigt der indirekte Vergleich keinen signifikanten Unterschied. Enzalutamid weist jedoch laut Bewertung ein günstigeres Profil bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen auf.

Die empfohlene Dosis beträgt 160 mg als tägliche Einmalgabe. Die Einnahme erfolgt oral und kann unabhängig von den Mahlzeiten stattfinden.

Ja, die medikamentöse Kastration mit einem LHRH-Analogon wird laut Fachinformation während der gesamten Behandlung beibehalten.

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Quelle: IQWiG A21-77: Enzalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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