IQWiG2021Onkologie

Entrectinib bei NTRK-Genfusion: Therapie und Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-74 bewertet den Zusatznutzen von Entrectinib bei soliden Tumoren mit einer neurotrophen Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion.

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren. Voraussetzung ist eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung oder eine Situation, in der eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt.

Zudem dürfen die Betroffenen bisher keinen NTRK-Inhibitor erhalten haben und es dürfen keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine patientenindividuelle Therapie unter Auswahl von Best Supportive Care (BSC) und chirurgischer Resektion festgelegt.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Evidenzlage und zum Zusatznutzen:

Bewertung der Studiendaten

Laut IQWiG sind die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Daten aus der nicht vergleichenden Studie STARTRK-2 für die Nutzenbewertung unzureichend. Es wird kritisiert, dass die Auswertungspopulationen nicht sicherstellen, dass nur Personen ohne zufriedenstellende Therapieoptionen eingeschlossen wurden.

Zudem wird bemängelt, dass die Ergebnisse nicht vollständig getrennt nach Tumorentität dargestellt wurden. Eine solche Trennung wird als notwendig erachtet, da der natürliche Krankheitsverlauf und die Prognose stark von der jeweiligen Tumorart abhängen.

Zusatznutzen

Aufgrund der unzureichenden Datenlage ergibt sich laut Bericht kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Entrectinib im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Der Zusatznutzen gilt somit für die bewertete Indikation als nicht belegt.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Entrectinib vor:

PatientengruppeEmpfohlene Dosis
Erwachsene600 mg 1-mal täglich
Kinder und Jugendliche (ab 12 Jahren)300 mg/m² Körperoberfläche 1-mal täglich

Bei spezifischen Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten ist laut Dokument eine Dosisreduktion in bis zu zwei Stufen oder ein Behandlungsabbruch vorgesehen. Bei Erwachsenen erfolgt die Reduktion schrittweise auf 400 mg und anschließend auf 200 mg einmal täglich.

Kontraindikationen

Laut Bericht ist die Anwendung von Entrectinib bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile kontraindiziert.

Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass die Anwendung bei Personen mit einem QTc-Intervall von über 450 ms und/oder einem kongenitalen Long-QTc-Syndrom vermieden werden soll. Ebenso wird von der gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln abgeraten, die das QTc-Intervall verlängern.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wesentlicher Aspekt bei der Therapieplanung ist die Notwendigkeit einer validierten molekularen Diagnostik. Vor der Einleitung einer Behandlung mit Entrectinib muss ein Genfusions-positiver Status zwingend bestätigt werden. Zudem wird eine sorgfältige Überwachung des QTc-Intervalls empfohlen, insbesondere wenn Begleitmedikationen eingenommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Die empfohlene Dosis für Erwachsene beträgt laut Fachinformation 600 mg einmal täglich. Bei Unverträglichkeiten kann die Dosis schrittweise reduziert werden.

Das IQWiG stuft den Zusatznutzen als nicht belegt ein. Begründet wird dies mit unzureichenden und für den Vergleich nicht geeigneten Studiendaten.

Vor Therapiebeginn muss der NTRK-Genfusions-Status durch einen validierten Test bestätigt werden. Zudem sollte das QTc-Intervall überprüft werden, da Verlängerungen vermieden werden sollen.

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Quelle: IQWiG A20-74: Entrectinib (solide Tumore mit einer neurotrophen Tyrosin-Rezeptor-Kinase [NTRK]-Genfusion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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