IQWiG2016

Empagliflozin: Dosierung, Indikation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Artikel fasst die IQWiG-Nutzenbewertung (A16-12) aus dem Jahr 2016 zum Wirkstoff Empagliflozin zusammen. Das Dokument bewertet den Zusatznutzen des SGLT2-Inhibitors bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes mellitus.

Die Bewertung unterteilt das Anwendungsgebiet in vier Fragestellungen, die von der Monotherapie bis hin zur Kombination mit Insulin reichen. Zusätzlich wird die EMPA-REG-Outcome-Studie analysiert, die Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko untersuchte.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Zusatznutzen nach Therapiesituation

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Empagliflozin in keiner der vier untersuchten Indikationen belegt:

  • Monotherapie (Fragestellung A): Es wurden keine relevanten Daten vorgelegt.

  • Zweifachtherapie mit einem anderen Antidiabetikum (Fragestellung B): Die vorgelegten direkten und indirekten Vergleiche wurden als inhaltlich unvollständig und methodisch unzureichend bewertet.

  • Dreifachtherapie (Fragestellung C): Es lagen keine relevanten Studien vor.

  • Kombination mit Insulin (Fragestellung D): Auch hier fehlten geeignete Daten für eine Bewertung.

Bewertung der EMPA-REG-Outcome-Studie

Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten der EMPA-REG-Outcome-Studie für Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko ein. Das IQWiG leitet daraus jedoch keinen Zusatznutzen ab.

Als Begründung wird angeführt, dass die Kontrollgruppe keine angemessene Standardbehandlung erhielt. Laut Bericht wurden notwendige Therapieeskalationen bei unzureichender Blutzucker- oder Blutdruckkontrolle nicht leitliniengerecht umgesetzt.

Zudem weist die Auswertung auf starke regionale Unterschiede hin. Der beobachtete Vorteil von Empagliflozin zeigte sich demnach vor allem in Lateinamerika und Asien, nicht jedoch in Europa.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierungen vor:

WirkstoffAnfangsdosisMaximaldosisIndikation
Empagliflozin10 mg 1-mal täglich25 mg 1-mal täglichTyp-2-Diabetes (Monotherapie oder Kombination)

Eine Dosissteigerung auf 25 mg wird nur empfohlen, wenn die 10-mg-Dosis vertragen wird, die eGFR bei mindestens 60 ml/min/1,73 m² liegt und eine engere Blutzuckerkontrolle nötig ist. Bei Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen wird eine Dosisreduktion dieser Begleitmedikation empfohlen, um das Hypoglykämierisiko zu senken.

Kontraindikationen

Die Fachinformation nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Typ-1-Diabetes oder diabetische Ketoazidose.

  • Niereninsuffizienz: Kein Therapiebeginn bei eGFR < 60 ml/min/1,73 m². Absetzen bei dauerhaftem Abfall unter 45 ml/min/1,73 m².

  • Terminale Niereninsuffizienz oder Dialysepflichtigkeit.

  • Alter über 85 Jahre (Therapiebeginn wird nicht empfohlen).

  • Erhöhtes Risiko für Volumenmangel und Hypotonie (z. B. bei Diuretikatherapie oder Alter ab 75 Jahren).

  • Komplizierte Harnwegsinfektionen (Unterbrechung der Therapie erwägen).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation ist vor Therapiebeginn sowie mindestens einmal jährlich im Verlauf die Nierenfunktion zu kontrollieren. Es wird zudem empfohlen, bei Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlust den Volumenstatus engmaschig zu überwachen und die Empagliflozin-Gabe gegebenenfalls temporär zu pausieren.

Häufig gestellte Fragen

Die Fachinformation empfiehlt eine Anfangsdosis von 10 mg einmal täglich. Bei guter Verträglichkeit und einer eGFR von mindestens 60 ml/min/1,73 m² kann die Dosis auf 25 mg gesteigert werden.

Das IQWiG sieht in seiner Bewertung aus dem Jahr 2016 für keine der untersuchten Indikationen einen belegten Zusatznutzen. Die vorgelegten Daten wurden als unvollständig oder methodisch unzureichend eingestuft.

Es wird empfohlen, die Therapie bei einer eGFR unter 60 ml/min/1,73 m² nicht neu zu beginnen. Sinkt die eGFR im Verlauf dauerhaft unter 45 ml/min/1,73 m², sollte das Medikament laut Fachinformation abgesetzt werden.

Der Bericht bemängelt, dass die Kontrollgruppe keine adäquate Standardtherapie erhielt und notwendige Therapieeskalationen oft unterblieben. Zudem zeigten sich starke regionale Unterschiede in den Studienergebnissen.

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Quelle: IQWiG A16-12: Empagliflozin - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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