Atenolol in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Atenolol ist ein selektiver Beta-1-Adrenorezeptorenblocker ohne intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA). Der Wirkstoff ist gut plazentagängig und verlangsamt die Erregungsleitung im AV-Knoten.
Zu den Hauptindikationen zählen die arterielle Hypertonie, tachykarde Herzrhythmusstörungen sowie Angina pectoris. Auch bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden kommt das Medikament zum Einsatz.
Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf den Angaben von Embryotox zur Anwendung von Atenolol während der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Der Erfahrungsumfang für dieses Medikament wird als hoch eingestuft.
Empfehlungen
Schwangerschaftsplanung und Alternativen
Laut Embryotox sollten bei der Planung einer Therapie oder Schwangerschaft bevorzugt besser geeignete Antihypertensiva eingesetzt werden.
Als Alternativen bei arterieller Hypertonie ohne Begleiterkrankungen werden Metoprolol oder Alpha-Methyldopa empfohlen.
Bietet Atenolol jedoch therapeutische Vorteile, wird die Anwendung in der Schwangerschaft als akzeptabel eingestuft.
Risiken im Schwangerschaftsverlauf
Für das erste Trimenon gibt es laut Quelle keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.
Im weiteren Verlauf wird auf folgende mögliche Komplikationen hingewiesen:
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Geringeres Geburtsgewicht (Small for gestational age), wobei die Rolle der Grunderkrankung nicht abschließend geklärt ist
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Mögliches Risiko für Frühgeburtlichkeit in Abhängigkeit von der mütterlichen Hypertonie
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Neonatale Beta-Rezeptorenblockade mit Hypoglykämie, Bradykardie und selten Hypotonie
Perinatales Management
Bei einer langdauernden Therapie wird eine regelmäßige Wachstumskontrolle des Feten empfohlen.
Wird die Therapie bis zur Geburt fortgeführt, wird ein Ausschluss von Bradykardie, Hypoglykämie und bei Frühgeborenen von Atemstörungen empfohlen.
Ein Absetzen der Medikation vor der Entbindung ist laut Quelle kaum zu rechtfertigen, da die Symptome meist mild sind. Geburtshelfer und Pädiater sollen jedoch über die Medikation informiert werden.
Stillzeit
Aufgrund der geringen Proteinbindung geht Atenolol sehr gut in die Muttermilch über, weshalb die Gefahr einer Anreicherung beim Säugling besteht.
Obwohl die meisten Säuglinge klinisch unauffällig waren, wird Metoprolol als besser geeignete Alternative für die Stillzeit empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein Absetzen von Atenolol 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung wird von der Quelle als kaum zu rechtfertigen eingestuft. Die meist milden Symptome einer neonatalen Beta-Rezeptorenblockade bessern sich in der Regel innerhalb von 48 Stunden folgenlos. Es wird jedoch betont, dass Geburtshelfer und Pädiater zwingend über die mütterliche Medikation informiert sein müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Embryotox gibt es nach der Auswertung von über 1400 Schwangerschaften mit Atenolol keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Der Erfahrungsumfang wird insgesamt als hoch eingestuft.
Bei einer arterieller Hypertonie ohne weitere Begleiterkrankungen werden Metoprolol oder Alpha-Methyldopa als besser geeignete Alternativen empfohlen. Wenn Atenolol jedoch therapeutische Vorteile bietet, ist die Anwendung weiterhin akzeptabel.
Die Quelle rät eher von Atenolol in der Stillzeit ab, da der Wirkstoff gut in die Muttermilch übergeht und die Gefahr einer Anreicherung beim Säugling besteht. Als besser geeignete Alternative für die Stillzeit wird Metoprolol empfohlen.
Es kann zu einer neonatalen Beta-Rezeptorenblockade kommen. Diese äußert sich laut Leitlinie durch Hypoglykämie, Bradykardie und in seltenen Fällen durch Hypotonie oder Atemstörungen bei Frühgeborenen.
Ein Absetzen 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung wird von der Quelle als kaum zu rechtfertigen bewertet. Die möglichen Entzugssymptome beim Neugeborenen sind meist mild und bilden sich rasch zurück.
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Quelle: Embryotox: Atenolol in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.