Losartan in Schwangerschaft & Stillzeit: Embryotox
Hintergrund
Die Embryotox-Empfehlung thematisiert den Einsatz von Losartan während der Schwangerschaft und Stillzeit. Losartan ist ein oraler Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist (Sartan), der selektiv den AT1-Rezeptor blockiert.
Das Medikament wird primär zur Behandlung der arteriellen Hypertonie eingesetzt. Weitere Indikationen umfassen die Herzinsuffizienz sowie die Hypertonie bei Typ-2-Diabetes mit einer Proteinurie von über 0,5 g/Tag.
Der Erfahrungsumfang für die Wirkstoffgruppe der Sartane in der Schwangerschaft wird als mittel eingestuft. Es besteht eine gesicherte Teratogenität beziehungsweise eine gravierende Fetotoxizität, insbesondere im späteren Schwangerschaftsverlauf.
Empfehlungen
Die Embryotox-Empfehlung formuliert klare Richtlinien für den Umgang mit Losartan bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Laktation.
Erstes Trimenon
Laut Quelle lässt sich aus bisherigen Daten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko im ersten Trimenon ableiten. Dennoch wird empfohlen, Sartane in dieser Phase möglichst nicht einzusetzen.
Bei einer versehentlichen Therapie in der Frühschwangerschaft sollte auf ein risikoärmeres Antihypertensivum umgestellt werden. Es kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden.
Zweites und drittes Trimenon
Ab der 20. Schwangerschaftswoche beginnt die hochkritische Zeit für die Entwicklung einer Fetopathie. In etwa 30 Prozent der exponierten Schwangerschaften muss mit einer solchen Komplikation gerechnet werden.
Die Leitlinie warnt vor folgenden fetalen und neonatalen Risiken:
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Oligohydramnion oder Anhydramnion durch fetale Nierenfunktionsstörung
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Kontrakturen der Extremitäten und Hypoplasie der Schädelkalotte
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Lungenhypoplasie und Thrombose der Vena cava inferior
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Totgeburt oder Versterben in der Neugeborenenperiode
Bei einer Exposition nach der 20. Schwangerschaftswoche muss die Therapie umgehend beendet und umgestellt werden. Es wird empfohlen, ein Oligohydramnion im Verlauf sonografisch auszuschließen.
Management des Neugeborenen
Nach einer intrauterinen Exposition im fortgeschrittenen Schwangerschaftsverlauf sind spezifische Kontrollen beim Kind erforderlich.
Es wird empfohlen, folgende Parameter beim Neugeborenen zu überwachen:
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Kontrolle der Nierenfunktion und Ultraschalluntersuchung der Nieren
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Überwachung auf eine mögliche Hypotonie
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Langzeitkontrollen von Nieren und Blutdruck im späteren Kindesalter
Stillzeit
Zu Losartan liegen keine publizierten Daten für die Stillzeit vor. Es wird empfohlen, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten in der Stillzeit zu meiden.
Eine versehentliche Einzeldosis erfordert laut Quelle kein Abstillen. Die Therapie sollte jedoch auf besser untersuchte Alternativen umgestellt werden.
Therapiealternativen
Als besser geeignete Alternativen bei arterieller Hypertonie in der Schwangerschaft nennt die Quelle:
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Alpha-Methyldopa oder Metoprolol
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Nifedipin (insbesondere im zweiten und dritten Trimenon)
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Enalapril oder Captopril (in der Stillzeit bei älteren Säuglingen erwägbar)
Sollte bei schwerer Herzinsuffizienz in der Schwangerschaft ein RAS-Inhibitor unumgänglich sein, wird aufgrund des geringeren Fetopathie-Risikos ein ACE-Hemmer bevorzugt.
Kontraindikationen
Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten wie Losartan sind im zweiten und dritten Trimenon kontraindiziert.
Die Quelle betont besonders die absolute Kontraindikation ab der 20. Schwangerschaftswoche aufgrund des hohen Risikos für eine schwere Fetopathie.
💡Praxis-Tipp
Die Quelle betont, dass eine fetale Nierenfunktionsstörung durch Losartan klinisch meist durch ein Oligohydramnion oder Anhydramnion auffällt. Es wird darauf hingewiesen, dass sich diese Fetopathie-Symptome nach dem sofortigen Absetzen des Sartans zurückbilden können, was an einer Normalisierung der Fruchtwassermenge sichtbar wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Embryotox sollte Losartan auch im ersten Trimenon möglichst vermieden werden, obwohl bisher kein spezifisches Fehlbildungsmuster nachgewiesen wurde. Bei versehentlicher Einnahme wird eine sofortige Umstellung auf sicherere Alternativen empfohlen.
Ab der 20. Woche besteht ein hohes Risiko von etwa 30 Prozent für eine schwere Fetopathie. Diese äußert sich unter anderem durch Nierenfunktionsstörungen, Oligohydramnion und Lungenhypoplasie, weshalb das Medikament in dieser Phase streng kontraindiziert ist.
Die Quelle empfiehlt als sicherere Alternativen Alpha-Methyldopa und Metoprolol. Im zweiten und dritten Trimenon kann zudem Nifedipin eingesetzt werden.
Eine versehentliche Einzeldosis erfordert laut Embryotox kein Abstillen. Es wird jedoch empfohlen, die dauerhafte Therapie auf besser untersuchte Medikamente wie Metoprolol oder Alpha-Methyldopa umzustellen.
Es wird empfohlen, die Nierenfunktion des Neugeborenen zu kontrollieren und eine Ultraschalluntersuchung der Nieren durchzuführen. Zudem sollte auf eine mögliche Hypotonie geachtet und der Blutdruck auch im späteren Kindesalter überwacht werden.
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Quelle: Embryotox: Losartan in der Schwangerschaft/Stillzeit (Embryotox, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.