Elotuzumab: Therapie bei rezidiviertem Multiplem Myelom
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A19-80 bewertet den Zusatznutzen des monoklonalen Antikörpers Elotuzumab in einer Dreifachkombination. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom.
Voraussetzung für diese Therapieausrichtung ist, dass bereits mindestens zwei vorausgegangene Therapien erfolgt sind. Diese Vortherapien müssen Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor umfassen. Zudem muss unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression aufgetreten sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem die Zweifachkombination aus Pomalidomid und Dexamethason festgelegt. Die Bewertung des Zusatznutzens basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, offenen Phase-II-Studie ELOQUENT-3.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen der Dreifachkombination im Vergleich zu Pomalidomid plus Dexamethason:
Gesamtüberleben (Mortalität)
Laut Bewertung zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Elotuzumab-Kombination. Daraus wird ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen abgeleitet.
Morbidität und Lebensqualität
Für die Endpunkte Gesundheitszustand und Symptomschwere zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde in der Zulassungsstudie nicht spezifisch erhoben.
Nebenwirkungen
Hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) und Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen höheren oder geringeren Schaden. Bei den schweren Nebenwirkungen (CTCAE Grad 3-4) zeigt sich eine Effektmodifikation:
-
Bei 2 bis 3 Vortherapien: Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden (Ausmaß: erheblich)
-
Bei 4 oder mehr Vortherapien: Kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen belegt
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau leitet das IQWiG für die untersuchte Zielgruppe einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen der Dreifachkombination gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ab.
Dosierung
Die in der bewerteten Studie (ELOQUENT-3) eingesetzte Studienmedikation wurde in 28-Tage-Zyklen nach folgendem Schema verabreicht:
| Wirkstoff | Dosierung | Applikation | Zyklustage |
|---|---|---|---|
| Elotuzumab (Zyklus 1-2) | 10 mg/kg | i.v. | Tag 1, 8, 15, 22 |
| Elotuzumab (ab Zyklus 3) | 20 mg/kg | i.v. | Tag 1 |
| Pomalidomid | 4 mg | oral | Tag 1 bis 21 |
| Dexamethason (≤ 75 Jahre) | 28 mg oral + 8 mg i.v. (Tag 1) / 40 mg oral (Tag 8, 15, 22) | oral / i.v. | Tag 1, 8, 15, 22 |
| Dexamethason (> 75 Jahre) | 8 mg oral + 8 mg i.v. (Tag 1) / 20 mg oral (Tag 8, 15, 22) | oral / i.v. | Tag 1, 8, 15, 22 |
Kontraindikationen
Der Bericht listet folgende Ausschlusskriterien für die Teilnahme an der zugrundeliegenden Zulassungsstudie auf:
-
Vorbehandlung mit Pomalidomid
-
Autologe Stammzelltherapie innerhalb von 12 Wochen vor Behandlungsbeginn
-
Allogene Stammzelltherapie innerhalb von 12 Monaten vor Behandlungsbeginn
-
Vorbehandlung mit Melphalan oder anderen monoklonalen Antikörpern
💡Praxis-Tipp
Laut Bewertungsprofil zeigt sich der Vorteil hinsichtlich schwerer Nebenwirkungen (CTCAE Grad 3-4) ausschließlich bei Personen, die zuvor exakt zwei oder drei Therapielinien erhalten haben. Bei vier oder mehr vorangegangenen Therapielinien ist ein geringerer Schaden durch die Dreifachkombination nicht belegt. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die Datenlage zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität aufgrund fehlender Erhebungen in der Zulassungsstudie stark limitiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Das bewertete Anwendungsgebiet erfordert mindestens zwei vorausgegangene Therapien. Diese müssen zwingend Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor umfassen.
Das IQWiG leitet in der Gesamtschau einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen für die Dreifachkombination ab. Dieser basiert primär auf einem statistisch signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat mehrere Optionen als Vergleichstherapie festgelegt. In der zugrundeliegenden Studie wurde die Kombination aus Pomalidomid und Dexamethason als direkter Komparator verwendet.
Der Bericht stellt fest, dass in der Zulassungsstudie ELOQUENT-3 keine spezifischen Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben wurden. Für die Endpunkte Gesundheitszustand und Symptomschwere konnte kein signifikanter Unterschied zur Vergleichstherapie gezeigt werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A19-80: Elotuzumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A21-90: Elotuzumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung)
IQWiG A19-50: Pomalidomid (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A17-40: Daratumumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A16-32: Elotuzumab - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-101: Daratumumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen