Elacestrant bei Mammakarzinom: Therapie und Überleben
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einem Addendum (A24-30) den Zusatznutzen von Elacestrant bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf postmenopausale Frauen und Männer mit Östrogenrezeptor(ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom.
Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen einer aktivierenden ESR1-Mutation. Zudem muss die Erkrankung nach mindestens einer endokrinen Therapielinie, die einen CDK-4/6-Inhibitor umfasste, fortgeschritten sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe. Diese umfasste die Auswahl zwischen Fulvestrant, Anastrozol, Letrozol und Exemestan. Für Männer lagen in der bewerteten EMERALD-Studie keine Daten vor.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf der EMERALD-Studie:
Gesamtüberleben nach Vortherapien
Das IQWiG stellt fest, dass das Gesamtüberleben stark von der Anzahl der vorherigen endokrinen Therapielinien abhängt:
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Bei 2 vorherigen endokrinen Therapielinien zeigt sich ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Elacestrant.
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Bei 1 vorherigen endokrinen Therapielinie ist ein Zusatznutzen für das Gesamtüberleben laut Bericht nicht belegt.
Symptomatik
Die Auswertung der patientenberichteten Endpunkte zeigt gemischte Ergebnisse:
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Für den Endpunkt Schlaflosigkeit ergibt sich bei Patientinnen mit 1 Vortherapie ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.
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Beim Endpunkt Appetitverlust zeigt sich über die Gesamtpopulation ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Elacestrant.
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Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ist ein Zusatznutzen laut IQWiG nicht belegt.
Nebenwirkungen
Der Bericht identifiziert spezifische Risiken unter der Therapie mit Elacestrant. Es zeigen sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden in folgenden Bereichen:
-
Schwere Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (Ausmaß: erheblich).
-
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Ausmaß: beträchtlich).
Gesamtfazit zum Zusatznutzen
Zusammenfassend leitet das IQWiG für Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Für Patientinnen mit nur 1 Vortherapie sowie für Männer ist ein Zusatznutzen laut Bewertung nicht belegt.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bewertung hängt der Zusatznutzen von Elacestrant maßgeblich von der Vorbehandlung ab. Es wird hervorgehoben, dass nur Patientinnen mit zwei vorherigen endokrinen Therapielinien einen beträchtlichen Überlebensvorteil aufweisen. Bei der Therapieplanung sollte zudem das erhöhte Risiko für gastrointestinale und schwere muskuloskelettale Nebenwirkungen berücksichtigt werden.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht bewertet Elacestrant für postmenopausale Frauen mit ER+/HER2- Mammakarzinom und ESR1-Mutation. Voraussetzung ist ein Progress nach mindestens einer endokrinen Therapie inklusive CDK-4/6-Inhibitor.
Laut IQWiG gibt es einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen, jedoch nur bei Patientinnen mit zwei vorherigen endokrinen Therapielinien. Bei nur einer Vortherapie ist der Zusatznutzen nicht belegt.
Die Bewertung zeigt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch gastrointestinale Erkrankungen. Zudem wird ein erhöhtes Risiko für schwere Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen beschrieben.
Der Bericht stellt fest, dass in der zulassungsrelevanten EMERALD-Studie keine Männer eingeschlossen waren. Daher ist ein Zusatznutzen für männliche Patienten laut IQWiG nicht belegt.
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Quelle: IQWiG A24-30: Elacestrant (Mammakarzinom) – Addendum zum Projekt A23-104 (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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