Eisensupplementation bei Kindern: Dosierung und Schema
Hintergrund
Eisenmangel ist weltweit die häufigste Ursache für Anämie bei Säuglingen und Kindern. Die WHO-Leitlinie adressiert dieses globale Gesundheitsproblem als Public-Health-Maßnahme.
Eine Anämie kann die kognitive und körperliche Entwicklung von Kindern irreversibel beeinträchtigen. Besonders in Wachstumsphasen besteht ein erhöhter Eisenbedarf, der oft nicht durch die Ernährung gedeckt wird.
In der Vergangenheit gab es Bedenken bezüglich der Eisengabe in Malaria-Endemiegebieten. Das Dokument bewertet die Evidenz neu und liefert klare Vorgaben für die sichere Anwendung in diesen Regionen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert klare Vorgaben zur täglichen oralen Eisen-Supplementierung als Public-Health-Maßnahme.
Indikation und Zielgruppen
Es wird die tägliche Eisengabe für Säuglinge und Kinder empfohlen, die in Regionen mit einer Anämieprävalenz von 40 % oder höher leben.
Für die verschiedenen Altersgruppen gelten folgende Empfehlungsgrade:
-
Säuglinge und Kleinkinder (6 bis 23 Monate): Starke Empfehlung, moderate Evidenzqualität
-
Vorschulkinder (24 bis 59 Monate): Starke Empfehlung, sehr niedrige Evidenzqualität
-
Schulkinder (60 Monate und älter): Starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität
Malaria-Endemiegebiete
In Malaria-Endemiegebieten wird die Eisengabe ausdrücklich nur in Verbindung mit Public-Health-Maßnahmen zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Malaria empfohlen (starke Empfehlung, hohe Evidenzqualität).
Es wird betont, dass die Eisengabe das Risiko für klinische Malaria nicht erhöht, sofern reguläre Malaria-Überwachungs- und Behandlungsdienste vorhanden sind. Ein vorheriges Screening auf Anämie ist in Gebieten mit hoher Prävalenz nicht erforderlich.
Implementierung
Das Dokument weist darauf hin, dass es sich um eine präventive Strategie auf Bevölkerungsebene handelt. Bei einer individuell diagnostizierten Anämie sollen die nationalen Behandlungsrichtlinien befolgt werden.
Liegt die Anämieprävalenz in einer Region zwischen 20 % und 40 %, kann auch eine intermittierende Supplementierung erwogen werden.
Dosierung
Es werden folgende Dosierungsschemata für die tägliche Supplementierung über einen Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Monaten pro Jahr empfohlen:
| Altersgruppe | Dosis (elementares Eisen) | Darreichungsform |
|---|---|---|
| 6 bis 23 Monate | 10 bis 12,5 mg | Tropfen oder Sirup |
| 24 bis 59 Monate | 30 mg | Tropfen, Sirup oder Tabletten |
| 5 bis 12 Jahre | 30 bis 60 mg | Tabletten oder Kapseln |
Es wird darauf hingewiesen, dass die Intervention in Settings mit einer Anämieprävalenz von mindestens 40 % durchgeführt werden soll.
Kontraindikationen
Es wird eine klare Warnung für Malaria-Endemiegebiete formuliert.
Orale Eisenpräparate sollen nicht an Kinder verabreicht werden, die keinen Zugang zu Malaria-Präventionsstrategien sowie zu einer raschen Diagnose und effektiven medikamentösen Behandlung haben.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass in Malaria-Endemiegebieten bei intakter Überwachung und Behandlung kein vorheriges Anämie-Screening notwendig ist, da auch bei eisenrepleten Kindern kein erhöhtes Malariarisiko durch die Supplementierung besteht.
Häufig gestellte Fragen
Die Intervention wird für Regionen empfohlen, in denen die Anämieprävalenz bei Säuglingen und Kindern 40 % oder höher liegt. Bei einer Prävalenz von 20 bis 40 % kann eine intermittierende Gabe erwogen werden.
Es wird eine tägliche Supplementierung über einen Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Monaten pro Jahr empfohlen.
Laut Evidenz erhöht die Eisengabe das Risiko für klinische Malaria nicht, sofern gleichzeitig Maßnahmen zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Malaria zugänglich sind. Ohne diese Schutzmaßnahmen wird von einer Supplementierung abgeraten.
Für Schulkinder im Alter von 5 bis 12 Jahren wird eine tägliche Dosis von 30 bis 60 mg elementarem Eisen in Form von Tabletten oder Kapseln empfohlen.
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Quelle: WHO Guidelines on Iodine Supplementation in Pregnant Women (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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