Dyspepsie und Reflux (GERD): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dyspepsie beschreibt eine Reihe von Symptomen des oberen Gastrointestinaltrakts, darunter Oberbauchschmerzen, Sodbrennen und Übelkeit. Laut der NICE-Leitlinie CG184 handelt es sich dabei nicht um eine eigenständige Diagnose, sondern um einen Symptomkomplex, der auf zugrunde liegende Erkrankungen hinweist.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) wird in der Leitlinie als endoskopisch gesicherte Ösophagitis oder als endoskopie-negative Refluxkrankheit definiert. Die Leitlinie fokussiert sich auf die Untersuchung und Behandlung dieser Beschwerdebilder bei Erwachsenen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Aktualisierung der Eradikationstherapien für Helicobacter pylori aufgrund zunehmender Antibiotikaresistenzen. Kinder, Jugendliche und Personen mit diagnostiziertem ösophagogastralem Karzinom sind von dieser Leitlinie ausgeschlossen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Allgemeinmaßnahmen

Es wird empfohlen, Patienten einfache Lebensstilanpassungen wie gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung nahezulegen. Bekannte Auslöser wie Alkohol, Kaffee, Schokolade und fettige Speisen sollten laut Leitlinie gemieden werden.

Bei Patienten, die eine Langzeitbehandlung benötigen, wird ein schrittweises Reduzieren der Medikation empfohlen. Dies umfasst die Nutzung der niedrigsten wirksamen Dosis oder eine bedarfsgerechte Einnahme.

Diagnostik und Überweisung

Bei Dyspepsie in Kombination mit einer signifikanten akuten gastrointestinalen Blutung wird eine sofortige fachärztliche Überweisung am selben Tag empfohlen.

Eine routinemäßige Endoskopie zur Diagnose eines Barrett-Ösophagus wird nicht empfohlen. Sie kann jedoch bei GERD-Patienten mit individuellen Risikofaktoren wie männlichem Geschlecht, langer Symptomdauer oder früherer Ösophagitis erwogen werden.

Für die Testung auf Helicobacter pylori wird ein C13-Atemtest oder ein Stuhlantigentest empfohlen. Vor der Testung muss eine zweiwöchige Pause der PPI-Einnahme eingehalten werden.

Therapie bei ununtersuchter Dyspepsie und GERD

Bei ununtersuchter Dyspepsie empfiehlt die Leitlinie eine empirische Therapie mit einem Protonenpumpeninhibitor (PPI) in voller Dosis für vier Wochen. Alternativ wird eine "Test-and-Treat"-Strategie für Helicobacter pylori empfohlen.

Bei GERD wird eine vier- bis achtwöchige Therapie mit einem PPI in voller Dosis empfohlen. Bei schwerer Ösophagitis wird eine achtwöchige Therapie zur Abheilung empfohlen.

Wenn die Symptome nach der initialen Therapie wiederkehren, sollte die PPI-Dosis auf das niedrigste Maß reduziert werden, das zur Symptomkontrolle erforderlich ist. Bei unzureichendem Ansprechen auf PPI wird der Einsatz von H2-Rezeptor-Antagonisten empfohlen.

Therapie der Ulkuskrankheit

Bei Patienten mit peptischem Ulkus und positivem H.-pylori-Nachweis wird eine Eradikationstherapie empfohlen. Wenn NSAR eingenommen werden, sollten diese nach Möglichkeit abgesetzt werden.

Zusätzlich wird eine achtwöchige Therapie mit einem PPI in voller Dosis oder einem H2-Rezeptor-Antagonisten empfohlen. Bei Patienten mit Magenulkus wird eine endoskopische Kontrolle sechs bis acht Wochen nach Behandlungsbeginn empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie definiert spezifische Dosierungen für Protonenpumpeninhibitoren (PPI) in Abhängigkeit von der Indikation.

PPI-Dosierungen bei schwerer Ösophagitis

WirkstoffStandarddosisNiedrige Dosis (Bedarf)Hohe/Doppelte Dosis
Esomeprazol40 mg 1x täglich20 mg 1x täglich40 mg 2x täglich
Lansoprazol30 mg 1x täglich15 mg 1x täglich30 mg 2x täglich
Omeprazol40 mg 1x täglich20 mg 1x täglich40 mg 2x täglich
Pantoprazol40 mg 1x täglich20 mg 1x täglich40 mg 2x täglich
Rabeprazol20 mg 1x täglich10 mg 1x täglich20 mg 2x täglich

Helicobacter-pylori-Eradikation (Erstlinientherapie)

Die Leitlinie empfiehlt eine siebentägige Therapie mit zweimal täglicher Einnahme:

PatientengruppeTherapieschema
StandardPPI + Amoxicillin + (Clarithromycin ODER Metronidazol)
Penicillin-AllergiePPI + Clarithromycin + Metronidazol
Penicillin-Allergie + Clarithromycin-ExpositionPPI + Bismut + Metronidazol + Tetracyclin

PPI-Dosierungen für die H.-pylori-Eradikation

WirkstoffDosis pro Einnahme
Esomeprazol20 mg
Lansoprazol30 mg
Omeprazol20 bis 40 mg
Pantoprazol40 mg
Rabeprazol20 mg

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät explizit von der Verwendung serologischer Schnelltests (Office-based) zur Diagnostik von Helicobacter pylori ab, da diese eine unzureichende Testleistung aufweisen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei der Verordnung von Fluorchinolonen (wie Levofloxacin) in der Zweitlinientherapie die aktuellen Warnhinweise der Behörden bezüglich potenziell irreversibler Nebenwirkungen beachtet werden müssen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass vor einer Testung auf Helicobacter pylori (mittels Atem- oder Stuhltest) zwingend eine zweiwöchige Auswaschphase ohne Protonenpumpeninhibitoren (PPI) eingehalten werden muss. Eine Testung unter laufender PPI-Therapie kann zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine sofortige fachärztliche Überweisung am selben Tag empfohlen, wenn die Dyspepsie mit einer signifikanten akuten gastrointestinalen Blutung einhergeht.

Die Leitlinie empfiehlt bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) eine initiale Therapie mit einem PPI in voller Dosis für vier bis acht Wochen. Bei schwerer Ösophagitis wird eine achtwöchige Therapie zur Abheilung empfohlen.

Es wird eine siebentägige, zweimal tägliche Gabe eines PPI in Kombination mit Amoxicillin und entweder Clarithromycin oder Metronidazol empfohlen. Die Wahl sollte sich nach den geringsten Kosten und vorheriger Antibiotika-Exposition richten.

Bei funktioneller Dyspepsie wird eine routinemäßige Nachtestung nach Eradikationstherapie nicht empfohlen. Bei Patienten mit peptischem Ulkus empfiehlt die Leitlinie jedoch eine erneute Testung sechs bis acht Wochen nach Behandlungsbeginn.

Eine routinemäßige Endoskopie wird nicht empfohlen. Sie kann jedoch bei GERD-Patienten mit Risikofaktoren wie männlichem Geschlecht, langer Symptomdauer oder früherer Ösophagitis erwogen werden.

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Quelle: CG184: Dyspepsia and gastro-oesophageal reflux disease (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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