Dyslipidämien: Diagnostik, Therapie und LDL-Ziele
Hintergrund
Die DGK-Pocket-Leitlinie (2019) zur Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien basiert auf dem Konsensus der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS). Sie fokussiert sich auf die Abschätzung des kardiovaskulären Gesamtrisikos als Grundlage für präventive Maßnahmen.
Das Risiko wird als Kontinuum betrachtet, weshalb die Intensität der Interventionen an das individuelle Risikoprofil angepasst werden sollte. Bei scheinbar gesunden Personen wird die Nutzung des SCORE-Systems zur Abschätzung des 10-Jahres-Risikos für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis empfohlen.
Personen mit dokumentierter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD), Diabetes mellitus, chronischer Nierenerkrankung oder familiärer Hypercholesterinämie (FH) weisen per se ein hohes oder sehr hohes Risiko auf. Für diese Gruppen sind laut Leitlinie keine zusätzlichen Risiko-Scoring-Modelle erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Bei jungen Menschen mit erhöhten Risikofaktoren kann das niedrige absolute Risiko ein sehr hohes relatives Risiko verschleiern. Die Leitlinie empfiehlt in diesen Fällen die Kommunikation des Risikoalters oder des relativen Risikos, um die Motivation für frühzeitige Lebensstiländerungen zu erhöhen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei extrem hohen HDL-C-Werten (> 90 mg/dl) paradoxerweise ein erhöhtes Risiko für atherosklerotische Erkrankungen bestehen kann, weshalb HDL-C in diesen Bereichen nicht als protektiver Prädiktor genutzt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie weisen Patienten nach einem akuten Koronarsyndrom ein sehr hohes kardiovaskuläres Risiko auf. Es wird ein LDL-C-Zielwert von < 1,4 mmol/l (< 55 mg/dl) sowie eine Senkung um mindestens 50 % vom Ausgangswert empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt, Lp(a) mindestens einmal im Leben jedes Erwachsenen zu bestimmen. Dies dient der Identifikation von Personen mit erblich bedingt sehr hohen Spiegeln (> 180 mg/dl), die ein extrem hohes Lebenszeitrisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen aufweisen.
Steigt die ALT auf das Dreifache des oberen Referenzwertes oder höher, sollte die lipidsenkende Therapie abgebrochen oder reduziert werden. Es wird eine erneute Kontrolle binnen 4 bis 6 Wochen empfohlen, bevor eine vorsichtige Wiederaufnahme erwogen wird.
Eine routinemäßige Überwachung der CK wird laut Leitlinie nicht empfohlen. Die Bestimmung ist jedoch vor Therapiebeginn sowie bei Patienten indiziert, die unter der Behandlung muskuläre Symptome (Myalgie) entwickeln.
Bei Hochrisikopatienten mit Triglyceriden > 200 mg/dl werden Statine als Therapie der ersten Wahl empfohlen. Bei persistierenden Werten zwischen 135 und 499 mg/dl sollte die Kombination mit Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure 2 x 2 g/Tag) erwogen werden.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien (Version 2019) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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