IQWiG2021Onkologie

Durvalumab bei ES-SCLC: Therapie und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-87 bewertet den Zusatznutzen von Durvalumab in Kombination mit Etoposid und Carboplatin oder Cisplatin. Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (ES-SCLC).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde die alleinige Gabe von Etoposid in Kombination mit Cisplatin oder Carboplatin festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie CASPIAN.

In die Studie wurden Personen mit einem guten Allgemeinzustand (ECOG-PS 0 oder 1) eingeschlossen. Menschen mit symptomatischen Hirnmetastasen waren von der Teilnahme ausgeschlossen.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung kommt zu folgenden Ergebnissen bezüglich des Zusatznutzens:

Gesamtüberleben

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil der Kombinationstherapie mit Durvalumab. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.

Nebenwirkungen und Subgruppen

Es zeigen sich sowohl positive als auch negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen. Das Ausmaß des Zusatznutzens unterscheidet sich laut Bewertung nach Geschlecht:

  • Für Männer ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Für Frauen ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, maximal beträchtlichen Zusatznutzen.

  • Bei Vorliegen von Hirnmetastasen zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE).

Negative Effekte

Dem gegenüber steht ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden mit dem Ausmaß beträchtlich für den Endpunkt schwere Hypertonie. Dieser stellt den positiven Effekt beim Gesamtüberleben jedoch nicht infrage.

Dosierung

Der Bericht beschreibt das in der Zulassungsstudie verwendete Dosierungsschema. Bei einem Körpergewicht von unter 30 kg erfolgt eine gewichtsadaptierte Dosierung von 20 mg/kg Durvalumab.

WirkstoffDosierung (Zyklus 1-4, alle 3 Wochen)Erhaltungstherapie (ab Zyklus 5)
Durvalumab1500 mg i.v. an Tag 11500 mg i.v. alle 4 Wochen
Etoposid80-100 mg/m² KOF i.v. an Tag 1, 2 und 3Keine
CarboplatinAUC 5-6 mg/ml/min i.v. an Tag 1Keine
Cisplatin (alternativ)75-80 mg/m² KOF i.v. an Tag 1Keine

Kontraindikationen

Laut Dokument bestehen Gegenanzeigen bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

Es wird eine regelmäßige Überwachung auf immunvermittelte Nebenwirkungen gefordert. Dazu zählen unter anderem Pneumonitis, Hepatitis, Kolitis, Endokrinopathien und Nephritis.

Die Anwendung von systemischen Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Beginn der Therapie wird nicht empfohlen. Dies begründet sich durch eine mögliche Beeinflussung der Wirksamkeit.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist auf eine reduzierte Aussagesicherheit der Studiendaten hin, da im Kontrollarm bis zu sechs Zyklen Chemotherapie verabreicht wurden, was möglicherweise einer Übertherapie entspricht. Zudem ist unklar, ob die Ergebnisse auf Personen mit symptomatischen Hirnmetastasen übertragbar sind, da diese von der Studie ausgeschlossen waren.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen für Männer. Bei Frauen ist der Zusatznutzen aufgrund fehlender Daten zu immunvermittelten Nebenwirkungen nicht quantifizierbar, wird aber als maximal beträchtlich eingestuft.

Laut Bewertung erfolgt die Kombination mit Etoposid und einem platinbasierten Wirkstoff. Hierbei kann entweder Carboplatin oder Cisplatin eingesetzt werden.

Die Zulassungsstudie schloss nur Personen mit asymptomatischen oder vorbehandelten, stabilen Hirnmetastasen ein. Für diese Gruppe zeigt der Bericht einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Die Kombinationstherapie wird für vier Zyklen verabreicht. Danach wird Durvalumab als Monotherapie im Rahmen einer Erhaltungstherapie bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität fortgesetzt.

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Quelle: IQWiG A20-87: Durvalumab (kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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