Tamsulosin: DrugBank Pharmakologie-Profil
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurzprofil der DrugBank-Datenbank. Tamsulosin ist ein selektiver Alpha-1A-Adrenozeptor-Antagonist, der vorwiegend in der Urologie eingesetzt wird.
Das Medikament blockiert spezifisch die Rezeptoren in der Prostata, am Blasenhals und in der prostatischen Urethra. Dies führt zu einer Entspannung der glatten Muskulatur und verbessert dadurch den Harnfluss bei obstruktiven urologischen Erkrankungen wie der benignen Prostatahyperplasie (BPH).
Aufgrund seiner hohen Selektivität für Alpha-1A-Rezeptoren verursacht Tamsulosin seltener eine orthostatische Hypotonie als nicht-selektive Alpha-Blocker.
Empfehlungen
Laut dem DrugBank-Profil wird Tamsulosin für folgende Indikationen eingesetzt:
-
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
-
Austreibung von Uretersteinen (Off-Label-Use als medikamentöse expulsive Therapie)
Nebenwirkungen und Warnhinweise
Das Profil listet verschiedene unerwünschte Wirkungen auf. Zu den wichtigsten gehören:
-
Retrograde Ejakulation (am häufigsten, 8 bis 18 %)
-
Schwindel und orthostatische Hypotonie (seltener als bei Doxazosin)
-
Verstopfte Nase
-
Intraoperatives Floppy-Iris-Syndrom (IFIS)
Es wird darauf hingewiesen, dass vor einer Kataraktoperation der behandelnde Augenarzt über die Einnahme informiert werden sollte.
Pharmakokinetik und Interaktionen
Die orale Bioverfügbarkeit liegt nüchtern bei etwa 100 %, nimmt jedoch mit der Nahrungsaufnahme ab. Die Halbwertszeit beträgt 14 bis 15 Stunden, und der Steady-State wird nach 4 bis 5 Tagen erreicht.
Der Metabolismus erfolgt über CYP3A4 und CYP2D6. Folgende Interaktionen werden hervorgehoben:
-
CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) und CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Paroxetin) erhöhen die Tamsulosin-Spiegel.
-
Andere Alpha-Blocker und PDE5-Inhibitoren (wie Sildenafil oder Tadalafil) können zu einer additiven orthostatischen Hypotonie führen.
-
Mit Warfarin besteht keine signifikante Wechselwirkung.
Dosierung
Das DrugBank-Profil nennt folgende Dosierungsrichtlinien für Tamsulosin:
| Indikation / Situation | Dosierung | Einnahmehinweise |
|---|---|---|
| Standarddosis | 0,4 mg einmal täglich | 30 Minuten nach derselben Mahlzeit jeden Tag |
| Dosissteigerung | 0,8 mg einmal täglich | Bei Bedarf, keine Titration erforderlich |
| Perioperativ (Katarakt) | Absetzen | 1 bis 2 Wochen vor der Operation pausieren |
Aufgrund der Alpha-1A-Selektivität ist laut Quelle keine schrittweise Dosistitration zu Beginn der Therapie notwendig.
Kontraindikationen
Laut DrugBank gelten folgende Kontraindikationen für die Gabe von Tamsulosin:
-
Schwere Leberfunktionsstörung
-
Bekannte orthostatische Hypotonie in der Anamnese
-
Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren
💡Praxis-Tipp
Ein besonders wichtiges Risiko unter Tamsulosin ist das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom (IFIS) bei Kataraktoperationen. Laut DrugBank-Profil wird empfohlen, das Medikament 1 bis 2 Wochen vor dem Eingriff abzusetzen und den Augenarzt präoperativ über die Einnahme zu informieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut DrugBank-Profil erfolgt die Einnahme einmal täglich 30 Minuten nach derselben Mahlzeit. Eine schrittweise Eindosierung (Titration) ist nicht erforderlich.
Die häufigste unerwünschte Wirkung ist die retrograde Ejakulation. Diese tritt laut Quelle bei 8 bis 18 % der Behandelten auf.
Das Profil warnt vor der Kombination mit PDE5-Inhibitoren wie Sildenafil oder Tadalafil. Diese Kombination kann zu einer verstärkten orthostatischen Hypotonie führen.
Es wird empfohlen, Tamsulosin 1 bis 2 Wochen vor einer Kataraktoperation abzusetzen. Dies dient der Vermeidung eines intraoperativen Floppy-Iris-Syndroms (IFIS).
Ja, die Quelle nennt die Austreibung von Uretersteinen als Off-Label-Indikation. Dies wird als medikamentöse expulsive Therapie bezeichnet.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: DrugBank: Tamsulosin - Pharmacological Profile (DrugBank Open Data, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.