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Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH): Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Onkopedia (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) ist eine seltene, erworbene Erkrankung der hämatopoetischen Stammzellen. Ursächlich sind somatische Mutationen im PIG-A-Gen, die zu einem Mangel an GPI-Ankerproteinen auf der Zelloberfläche führen. Dadurch fehlen den Blutzellen wichtige komplementregulierende Proteine, was sie anfällig für eine terminale Komplement-vermittelte Lyse macht.

Klinisch ist die PNH durch eine intravasale Hämolyse, eine ausgeprägte Thrombophilie mit Neigung zu atypischen Thrombosen sowie eine variabel ausgeprägte Zytopenie gekennzeichnet. Ein weiteres dominierendes Symptom ist eine oft schwerwiegende Fatigue, die nicht streng mit dem Ausmaß der Anämie korreliert, aber die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. Zudem können renale und pulmonale Manifestationen durch einen hämolysebedingten Stickoxid-Verbrauch auftreten.

Es besteht ein enger pathophysiologischer Zusammenhang zur aplastischen Anämie (AA). Ein signifikanter Anteil der Patienten mit aplastischer Anämie weist bereits bei Diagnose einen kleinen PNH-Klon auf oder entwickelt im weiteren Krankheitsverlauf eine manifeste hämolytische PNH. Die Erkrankung verläuft klinisch sehr heterogen, weshalb die Therapieauswahl stark symptomorientiert erfolgt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft den Zeitpunkt der obligatorischen Meningokokken-Impfung bei Neueinstellung auf Komplement-Inhibitoren. Es wird empfohlen, die Impfung nicht im Vorfeld, sondern am Tag der ersten Infusion unter begleitender antibiotischer Prophylaxe durchzuführen, da die Impfung selbst eine hämolytische Krise auslösen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine PNH-Diagnostik bei Thrombosen in atypischen Lokalisationen (z. B. Budd-Chiari-Syndrom, Sinusvenen) erfolgen. Auch bei Thrombosen in Verbindung mit hämolytischer Anämie oder unklarer Zytopenie wird eine Abklärung empfohlen.

Eine Durchbruchhämolyse beschreibt das Wiederauftreten einer intravasalen Hämolyse unter laufender Komplementinhibition. Die Leitlinie nennt Infektionen als häufigste Auslöser, weshalb eine engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine Dosisanpassung der Medikation empfohlen wird.

Wenn Patienten unter einer terminalen C5-Inhibition eine klinisch relevante extravasale Hämolyse entwickeln, wird ein Wechsel auf proximale Komplement-Inhibitoren (wie Pegcetacoplan oder Iptacopan) empfohlen. Alternativ kann laut Leitlinie Danicopan als Add-on-Therapie zur bestehenden C5-Inhibition eingesetzt werden.

Es wird empfohlen, regelmäßig Blutbild, Retikulozyten, LDH, Bilirubin und Eisenparameter (Ferritin) zu kontrollieren. Zudem rät die Leitlinie zur regelmäßigen Bestimmung der PNH-Klongröße mittels Durchflusszytometrie.

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Quelle: Onkopedia: Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH) (Onkopedia, 2025).

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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