DMSA-Szintigraphie bei Kindern: Indikation & Befundung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die [99mTc]Tc-DMSA-Szintigraphie gilt als Referenzstandard zur Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion und zur Detektion von Nierenparenchymnarben. Die Untersuchung findet ihre weitaus häufigste Anwendung im Kindesalter.

Eine wesentliche Indikation ist der Nachweis oder Ausschluss von entzündlich bedingten Nierenparenchymdefekten als Folge einer Pyelonephritis. In der Akutdiagnostik eines fieberhaften Harnwegsinfekts wird der generelle Stellenwert jedoch uneinheitlich bewertet, da Ultraschall und Klinik oft als ausreichend erachtet werden.

Im Vergleich zur Magnetresonanztomographie (MRT) bleibt die DMSA-Szintigraphie vorerst das klinische Diagnostikum der Wahl für diese Fragestellungen. Dies liegt unter anderem an der fehlenden Notwendigkeit einer Sedierung in den meisten Fällen und der hohen diagnostischen Genauigkeit.

Klinischer Kontext

Harnwegsinfektionen gehören zu den häufigsten bakteriellen Infektionen im Kindesalter und können als akute Pyelonephritis das Nierenparenchym befallen. Dabei besteht das Risiko, dass entzündliche Prozesse zu dauerhaften Narben im Nierengewebe führen.

Die frühzeitige Erkennung solcher Parenchymschäden ist von großer klinischer Bedeutung, um Langzeitkomplikationen wie arterielle Hypertonie oder eine chronische Niereninsuffizienz zu vermeiden. Die [99mTc]Tc-DMSA-Szintigraphie gilt hierbei als Goldstandard zur Beurteilung der seitengetrennten Nierenfunktion und zur Detektion kortikaler Defekte.

Bei dieser Untersuchung reichert sich das mit Technetium-99m markierte Dimercaptobernsteinsäure-Molekül (DMSA) in den proximalen Tubuluszellen der Nierenrinde an. Entzündete oder vernarbte Areale weisen eine verminderte oder fehlende Tracer-Aufnahme auf, wodurch sich funktionierendes Nierengewebe präzise darstellen lässt.

Wissenswertes

Die Untersuchung wird häufig zur Bestätigung einer akuten Pyelonephritis oder zur Erkennung von resultierenden Nierennarben eingesetzt. Der optimale Zeitpunkt für die Narbendiagnostik liegt meist mehrere Monate nach der akuten Infektion.

Die Strahlenexposition bei einer DMSA-Szintigraphie ist im Allgemeinen gering und wird durch gewichtsadaptierte Dosierungsprotokolle für Kinder minimiert. Sie liegt oft in einem Bereich, der mit herkömmlichen radiologischen Verfahren vergleichbar oder sogar niedriger ist.

Eine spezielle Nüchternheit ist in der Regel nicht erforderlich, jedoch wird eine ausreichende Hydratation vor der Untersuchung empfohlen. Bei sehr kleinen oder unruhigen Kindern kann gelegentlich eine leichte Sedierung notwendig sein, um Bewegungsartefakte zu vermeiden.

Der Ultraschall dient als primäres bildgebendes Verfahren zur Beurteilung der Morphologie und zum Ausschluss von Obstruktionen. Die DMSA-Szintigraphie ist der Sonographie jedoch in der sensitiven Darstellung von funktionellen Parenchymdefekten und Narben deutlich überlegen.

Eine seitengetrennte Nierenfunktion wird meist als normal betrachtet, wenn die Verteilung zwischen beiden Nieren etwa 45 bis 55 Prozent beträgt. Deutliche Abweichungen von diesem Verhältnis weisen auf einen einseitigen Funktionsverlust hin.

Nach der intravenösen Injektion des Tracers muss eine Wartezeit von etwa zwei bis drei Stunden eingehalten werden, bis sich die Substanz optimal in der Niere angereichert hat. Die eigentliche Bildaufnahme unter der Gammakamera dauert anschließend meist etwa 20 bis 30 Minuten.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist eine Differenzierung zwischen akuten entzündlichen Veränderungen und chronischen Narben allein anhand der Szintigraphie nicht immer zweifelsfrei möglich. Es wird darauf hingewiesen, dass eine akute Pyelonephritis typischerweise keine Konturveränderung verursacht, während echte Narben mit einer Einziehung oder Deformation der Nierenkontur einhergehen. Zudem wird betont, dass eine Sedierung bei Kindern unter adäquater Betreuung in weniger als 5 % der Fälle notwendig ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine erste Verlaufskontrolle zur Detektion von Parenchymnarben üblicherweise nicht früher als 6 Monate nach dem akuten Harnwegsinfekt. Ein späterer Zeitpunkt von 12 Monaten oder mehr kann hilfreich sein, um bleibende kortikale Defekte sicherer zu erkennen.

Es wird empfohlen, die Aufnahmen 2 bis 4 Stunden nach der Injektion des Radiopharmakons anzufertigen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nuklidanreicherung im Nierenparenchym ausreichend hoch.

Gemäß der Leitlinie ist eine medikamentöse Sedierung unabhängig vom Alter nur sehr selten erforderlich. Lediglich in der Altersgruppe der 1- bis 3-Jährigen kann sie in Ausnahmefällen (bei weniger als 5 % der Kinder) notwendig werden.

Die Leitlinie definiert den Normalwert für die seitengetrennte Nierenfunktion in einem Bereich zwischen 45 % und 55 %. Werte außerhalb dieses Bereichs können auf pathologische Veränderungen oder Normvarianten wie Doppelnieren hinweisen.

Für die Bestimmung der seitengetrennten Funktion ist MAG3 laut Leitlinie häufig klinischer Standard und zeigt eine hohe Korrelation mit DMSA. Für die exakte Detektion parenchymaler Defekte gilt DMSA jedoch weiterhin als Radiopharmakon der ersten Wahl.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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