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DKA und HHS: Leitlinie zu hyperglykämischen Notfällen

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Diabetes Canada Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • DKA und HHS sind lebensbedrohliche Notfälle, die eine rasche intravenöse Flüssigkeits- und Insulintherapie erfordern.
  • Eine Ketoazidose kann auch bei normalen oder leicht erhöhten Blutzuckerwerten auftreten (z.B. unter SGLT2-Inhibitoren oder in der Schwangerschaft).
  • Die intravenöse Insulintherapie (0,1 IE/kg/h) muss bis zur Normalisierung der Anionenlücke fortgeführt werden.
  • Bikarbonat ist nur bei extremer Azidose (pH ≤ 7,0) oder im Schock indiziert.
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Hintergrund

Die diabetische Ketoazidose (DKA) und das hyperosmolare hyperglykämische Syndrom (HHS) sind diabetische Notfälle mit teils überlappender Symptomatik.

  • DKA: Führend ist die Ketoazidose infolge eines Insulinmangels und erhöhter Glukagonspiegel.
  • HHS: Führend sind eine ausgeprägte Dehydratation (Extrazellularvolumen-Depletion) und Hyperosmolarität. Ein Koma tritt bei weniger als einem Drittel der Patienten auf.

Zu den Risikofaktoren zählen die Erstmanifestation eines Diabetes, das Auslassen von Insulin, Infektionen (bei HHS in 40-60 % der Fälle), Myokardinfarkt, Traumata und bestimmte Medikamente.

Klinische Präsentation

SymptomeKlinische Zeichen
Polyurie, Polydipsie, SchwächeHyperglykämie, Exsikkose (Volumenmangel)
Übelkeit, Erbrechen, BauchschmerzenAzidose (Kußmaul-Atmung)
BewusstseinsstörungenAuslösende Erkrankung

Diagnostik

Eine DKA oder ein HHS sollte bei allen kranken Patienten mit Diabetes und Hyperglykämie vermutet werden. Achtung: Unter SGLT2-Inhibitoren oder in der Schwangerschaft kann eine DKA auch bei normalen oder nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten (euglykämische DKA) auftreten.

ParameterDKAHHS
PlasmaglukoseMeist ≥ 14,0 mmol/lTypischerweise ≥ 34,0 mmol/l
Arterieller pH≤ 7,3Meist normal
Bikarbonat≤ 15 mmol/lMeist normal
Anionenlücke> 12 mmol/lNormal
Ketone (Serum/Urin)PositivNegativ / minimal
SerumosmolalitätMeist ≤ 320 mOsm/kg> 320 mOsm/kg

Hinweis: Ein negativer Urin-Keton-Test schließt eine DKA nicht aus. Bei erhöhter Anionenlücke und negativen Serumketonen sollte Beta-Hydroxybutyrat gemessen werden.

Therapie

Die Behandlung erfolgt idealerweise auf einer Intensiv- oder Überwachungsstation. Die Ursachensuche und Behandlung des Auslösers sind essenziell.

1. Flüssigkeitstherapie

Das Ziel ist die Wiederherstellung des Extrazellularvolumens und der Gewebeperfusion.

SituationMaßnahme
Schock1-2 l/h 0,9 % NaCl initial
Ohne Schock500 ml/h 0,9 % NaCl für 4 h, dann 250 ml/h für 4 h
Blutzucker ≤ 14,0 mmol/lGlukose zur Infusion hinzufügen (Ziel-BZ 12,0-14,0 mmol/l)

Vorsicht: Die Plasmaosmolalität sollte nicht schneller als 3 mmol/kg/h gesenkt werden, um ein Hirnödem zu vermeiden.

2. Insulintherapie

  • Dosierung: 0,1 IE/kg/h kurzwirksames Insulin i.v.
  • Dauer: Die Infusion muss beibehalten werden, bis die Ketose abgeklungen ist (gemessen an der Normalisierung der Plasma-Anionenlücke).
  • Ein initialer Insulinbolus wird bei Erwachsenen nicht routinemäßig empfohlen.

3. Kaliumsubstitution

  • Bei normo- oder hypokaliämischen Patienten muss sofort Kalium substituiert werden.
  • Bei manifester Hypokaliämie (< 3,3 mmol/l) muss Insulin pausiert werden, bis das Kalium auf ≥ 3,3 mmol/l korrigiert ist.

4. Bikarbonat

Der Einsatz von Natriumbikarbonat wird nur bei extremer Azidose (pH ≤ 7,0) oder im Schock erwogen.

💡Praxis-Tipp

Schließen Sie eine Ketoazidose niemals allein aufgrund normaler Blutzuckerwerte aus, insbesondere wenn der Patient SGLT2-Inhibitoren einnimmt. Messen Sie im Zweifel immer Beta-Hydroxybutyrat oder die Anionenlücke.

Häufig gestellte Fragen

Bikarbonat sollte nur bei extremer Azidose mit einem pH-Wert von ≤ 7,0 oder im Schockzustand erwogen werden.
Initial wird 0,9 % NaCl gegeben: Bei Schock 1-2 l/h, ansonsten 500 ml/h für die ersten 4 Stunden, gefolgt von 250 ml/h.
Sobald die Plasmaglukose auf 14,0 mmol/l abfällt, sollte intravenös Glukose verabreicht werden, um eine Hypoglykämie zu vermeiden.
Bei einem Serumkalium von < 3,3 mmol/l muss die Insulintherapie pausiert werden, bis das Kalium durch Substitution auf mindestens 3,3 mmol/l angestiegen ist.

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