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American Diabetes Association2026EndokrinologieInnere MedizinIntensivmedizin

ADA 2026 Leitlinie: Diabetesmanagement im Krankenhaus

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Diabetes Association Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bei allen Patienten mit Diabetes oder Hyperglykämie (>140 mg/dl) sollte bei Aufnahme der HbA1c-Wert bestimmt werden, falls kein aktueller Wert vorliegt.
  • Der Zielblutzucker liegt für die meisten Patienten auf Intensiv- und Normalstationen zwischen 140–180 mg/dl bzw. 100–180 mg/dl.
  • Eine reine Korrektur-Insulintherapie ('Sliding Scale') ohne Basalinsulin wird für die meisten Patienten strikt abgelehnt.
  • SGLT2-Inhibitoren sollten 3-4 Tage vor elektiven Operationen pausiert werden, um das Risiko einer euglykämischen Ketoazidose zu minimieren.
  • Die Umstellung von intravenösem auf subkutanes Insulin erfordert eine Überlappung von 2 Stunden.
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Hintergrund

Hyperglykämien, Hypoglykämien und starke Blutzuckerschwankungen sind bei hospitalisierten Patienten mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert. Die American Diabetes Association (ADA) definiert in den Standards of Care 2026 klare Vorgaben für das stationäre Diabetesmanagement, um klinische Outcomes zu verbessern und Liegezeiten zu verkürzen.

Aufnahmediagnostik und Versorgungsstandards

  • Empfehlung B: Bei allen Patienten mit bekanntem Diabetes oder einer Hyperglykämie (Zufallsblutzucker >140 mg/dl) muss bei Aufnahme ein HbA1c-Wert bestimmt werden, sofern kein Wert aus den letzten 3 Monaten vorliegt.
  • Empfehlung B: Krankenhäuser sollten standardisierte, validierte Protokolle (idealerweise computergestützt) für das Blutzuckermanagement implementieren.
  • Empfehlung B: Bei komplexen Fällen sollte frühzeitig ein spezialisiertes Diabetes-Team hinzugezogen werden.

Blutzuckerziele im Krankenhaus

Die Blutzuckerziele richten sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem Risiko für Hypoglykämien.

PatientenpopulationBlutzuckerzielEmpfehlungsgrad
Kritisch krank (Intensivstation)140–180 mg/dl (7,8–10,0 mmol/l)A
Ausgewählte kritisch Kranke (z.B. Kardiochirurgie)110–140 mg/dl (6,1–7,8 mmol/l)B (sofern ohne Hypoglykämie erreichbar)
Nicht-kritisch krank (Normalstation)100–180 mg/dl (5,6–10,0 mmol/l)B

Therapie der Hyperglykämie

Insulin bleibt die Therapie der Wahl im stationären Setting. Die Wahl des Regimes hängt von der Nahrungsaufnahme und dem klinischen Zustand ab.

Setting / StatusBevorzugte TherapieEmpfehlungsgrad
Kritisch krank (Intensivstation)Kontinuierliche intravenöse InsulininfusionA
Normalstation (schlechte/keine Nahrungsaufnahme)Basalinsulin oder Basal- + KorrekturinsulinA
Normalstation (gute Nahrungsaufnahme)Basal-, Mahlzeiten- und Korrekturinsulin (Basal-Bolus)A
Alle SettingsReine Korrektur-Insulintherapie ("Sliding Scale")A (Strikt abgeraten)

Transition von i.v. auf s.c. Insulin

Bei der Beendigung einer intravenösen Insulintherapie muss ein Transitions-Protokoll genutzt werden. Das subkutane Basalinsulin muss 2 Stunden vor Stopp der i.v.-Infusion verabreicht werden, um eine Rebound-Hyperglykämie zu vermeiden.

Nicht-Insulin-Therapien

  • SGLT2-Inhibitoren: Können bei Patienten mit Herzinsuffizienz im Krankenhaus initiiert oder fortgeführt werden (Empfehlung A), sofern keine Kontraindikationen (schwere Krankheit, Ketonämie, Fasten) bestehen.
  • DPP-4-Inhibitoren: Können bei leichter bis moderater Hyperglykämie (Aufnahme-BZ <180–200 mg/dl) eine sichere Alternative darstellen.
  • GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Sollten bei akut kranken Patienten im Krankenhaus pausiert werden.

Perioperatives Management

Chirurgischer Stress erhöht das Risiko für Hyperglykämien, was wiederum Wundinfektionen und Komplikationen begünstigt.

  • Präoperatives Ziel: Ein HbA1c <8 % innerhalb von 3 Monaten vor elektiven Eingriffen wird empfohlen (Empfehlung C).
  • Perioperativer Zielbereich: Blutzucker zwischen 100 und 180 mg/dl halten (Empfehlung E).
  • Medikamentenpausen:
    • Metformin und andere orale Antidiabetika am Tag der OP pausieren.
    • SGLT2-Inhibitoren 3–4 Tage vor elektiven Operationen pausieren, um das Risiko einer perioperativen Ketoazidose zu minimieren.
    • GLP-1-Rezeptor-Agonisten: Aufgrund des Risikos einer verzögerten Magenentleerung und Aspirationsgefahr ist ein personalisierter Ansatz erforderlich (ggf. flüssige Nahrung 24h präoperativ oder Pausierung).

Diabetische Ketoazidose (DKA) und Hyperosmolares Koma (HHS)

DKA und HHS sind lebensbedrohliche Notfälle. Etwa 10 % der DKA-Fälle präsentieren sich als euglykämische DKA (BZ <200 mg/dl), oft getriggert durch SGLT2-Inhibitoren, Schwangerschaft oder Leberversagen.

KriteriumDiabetische Ketoazidose (DKA)Hyperosmolares Koma (HHS)
Glukose≥200 mg/dl oder bekannte Diabetes-Historie≥600 mg/dl
Ketoseβ-Hydroxybutyrat ≥3,0 mmol/l oder Urinketone ≥2+β-Hydroxybutyrat <3,0 mmol/l oder Urinketone <2+
Säure-Basen-StatuspH <7,3 und/oder Bikarbonat <18 mmol/lpH ≥7,3 und Bikarbonat ≥15 mmol/l
OsmolaritätVariabelEffektive Serumosmolarität >300 mOsm/kg

Therapieprinzipien: Intravenöse Flüssigkeitssubstitution, Insulintherapie und Elektrolytausgleich (Empfehlung A). Bei milder DKA kann auch subkutanes schnellwirksames Insulin alle 1-2 Stunden erwogen werden.

Hypoglykämie-Management

Jedes Krankenhaus muss ein standardisiertes Protokoll zur Prävention und Behandlung von Hypoglykämien (BZ <70 mg/dl) implementieren (Empfehlung A). Tritt ein Wert <70 mg/dl auf, muss der Therapieplan zwingend überprüft und angepasst werden (Empfehlung C).

Entlassungsmanagement

Ein strukturierter Entlassungsplan ist essenziell (Empfehlung B). Dieser umfasst:

  • Medikamentenabstimmung (Medication Reconciliation)
  • Sicherstellung der Hilfsmittelversorgung (Pens, Nadeln, Teststreifen)
  • Terminvereinbarung für ein Follow-up innerhalb von 1 Monat (bei Therapieänderungen innerhalb von 1-2 Wochen)

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie auf Normalstationen auf reine Korrektur-Insulinschemata ('Sliding Scales'). Stellen Sie Patienten mit Nahrungsaufnahme stattdessen auf ein Basal-Bolus-Konzept um und denken Sie daran, SGLT2-Inhibitoren 3-4 Tage vor elektiven OPs zu pausieren.

Häufig gestellte Fragen

Bei allen Patienten mit bekanntem Diabetes oder einer Hyperglykämie (Zufallsblutzucker >140 mg/dl), sofern kein aktueller Wert aus den letzten 3 Monaten vorliegt.
Für die meisten kritisch kranken Patienten wird ein Zielbereich von 140–180 mg/dl empfohlen. Strengere Ziele (110-140 mg/dl) gelten nur für ausgewählte Patienten, z.B. in der Kardiochirurgie.
Ja, bei der Indikation Herzinsuffizienz können sie fortgeführt werden, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Vor elektiven Operationen müssen sie jedoch zwingend 3-4 Tage pausiert werden.
Das subkutane Basalinsulin muss 2 Stunden vor Beendigung der intravenösen Insulininfusion verabreicht werden, um eine Rebound-Hyperglykämie zu vermeiden.
Eine euglykämische DKA liegt vor, wenn der Blutzucker <200 mg/dl ist, aber gleichzeitig eine metabolische Azidose (pH <7,3) und eine signifikante Ketose (β-Hydroxybutyrat ≥3,0 mmol/l) bei bekannter Diabetes-Historie bestehen.

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