WHO2024

Dekarbonisierung im Gesundheitswesen: Netto-Null-Ziele

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie "Target setting for low carbon sustainable health systems" (2024) adressiert die Rolle des Gesundheitssektors bei der Bekämpfung des Klimawandels. Der Sektor ist weltweit für etwa fünf Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sind drastische Emissionssenkungen erforderlich. Die Leitlinie betont, dass Maßnahmen zur Emissionsreduktion gleichzeitig die Resilienz des Gesundheitssystems stärken können.

Es wird hervorgehoben, dass die Festlegung von Zielen auf dem Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten basieren sollte. Der Fokus liegt darauf, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung zu minimieren.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Etablierung nachhaltiger Gesundheitssysteme:

Zielsetzung und Ambition

  • Es wird empfohlen, langfristige Ziele zur Emissionsreduktion festzulegen, die mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens übereinstimmen (Net-Zero bis spätestens 2050).

  • Laut Leitlinie sollten regelmäßige Zwischenziele definiert werden, vorzugsweise in Fünf-Jahres-Schritten.

  • Mindestens ein Zwischenziel sollte für das Jahr 2030 oder früher angesetzt werden.

Messung und Berichterstattung

  • Die Leitlinie empfiehlt die Berechnung und öffentliche Berichterstattung eines Basisjahres für Emissionen, wobei das Jahr 2019 gegenüber den Pandemiejahren 2020 oder 2021 bevorzugt wird.

  • Es wird angeraten, alle Treibhausgase (nicht nur CO2) sowie Scope-3-Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu erfassen.

  • Eine regelmäßige, idealerweise fünfjährliche Überprüfung und Aktualisierung der Ziele wird empfohlen.

Umsetzung und Kompensation

  • Innerhalb eines Jahres nach Zielsetzung sollte ein umfassender Übergangsplan mit spezifischen Strategien und Verantwortlichkeiten veröffentlicht werden.

  • Die Leitlinie fordert eine Emissionsreduktion von mindestens 90 Prozent, bevor verifizierte CO2-Zertifikate (Carbon Offsets) zum Erreichen langfristiger Ziele genutzt werden dürfen.

  • Vermiedene Emissionen dürfen laut Leitlinie nicht auf die Zielerreichung angerechnet werden.

Nächste Schritte für Gesundheitseinrichtungen

Zur initialen Umsetzung definiert die Leitlinie folgende Kernschritte:

PhaseEmpfohlene MaßnahmeZielsetzung
VerantwortlichkeitErnennung eines leitenden VerantwortlichenÜberwachung der Zielerreichung
DatenerfassungÖffentliche Berichterstattung der EmissionenEtablierung eines definierten Basisjahres
PlanungEntwicklung eines umfassenden ÜbergangsplansFestlegung von Strategien und Zeitplänen
UmsetzungImplementierung spezifischer RichtlinienErzielung kurzfristiger Emissionssenkungen
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, CO2-Kompensationen (Carbon Offsets) verfrüht einzusetzen. Es wird nachdrücklich empfohlen, zunächst eine tatsächliche Emissionsreduktion von mindestens 90 Prozent gegenüber dem Basisjahr zu erreichen, bevor verbleibende Restemissionen durch externe Zertifikate ausgeglichen werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass hypothetisch vermiedene Emissionen nicht auf die Klimaziele angerechnet werden dürfen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird das Jahr 2019 als Basisjahr empfohlen. Die Jahre 2020 und 2021 sollten aufgrund der verzerrenden Effekte der COVID-19-Pandemie vermieden werden.

Die Leitlinie gibt an, dass CO2-Zertifikate erst nach einer tatsächlichen Reduktion der eigenen Emissionen um mindestens 90 Prozent genutzt werden sollen. Für das Erreichen von Zwischenzielen dürfen sie gemäß den Empfehlungen nicht herangezogen werden.

Es wird empfohlen, alle Treibhausgase zu erfassen, nicht nur CO2. Dies schließt laut Leitlinie insbesondere Gase mit hohem Treibhauspotenzial wie Narkosegase, Kältemittel und Treibgase aus Dosieraerosolen ein.

Gemäß der Leitlinie wird eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Ziele und Übergangspläne empfohlen. Dies sollte idealerweise alle fünf Jahre erfolgen.

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Quelle: Target setting for low carbon sustainable health systems (WHO, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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