COVID-19-Impfung bei Immunsuppression: Immunogenität
Hintergrund
Der Cochrane Review aus dem Jahr 2022 bietet eine umfassende Übersicht zur bestehenden Evidenz bezüglich der Immunität nach einer COVID-19-Impfung bei Personen mit geschwächtem Immunstatus. Ziel der Arbeit war es, die verfügbare Literatur zu kartieren und Forschungslücken zu identifizieren.
Personen mit Komorbiditäten oder unter immunsuppressiver Therapie entwickeln häufig eine schwächere und weniger stabile Immunantwort auf Impfungen. Ein starkes immunologisches Ansprechen lässt sich zudem nicht immer direkt in einen klinischen Nutzen übersetzen.
Die Übersichtsarbeit schloss 318 Studien mit über fünf Millionen Teilnehmenden ein, die bis Dezember 2021 veröffentlicht wurden. Die meisten Daten stammen aus Ländern mit hohem Einkommen und konzentrieren sich auf erwachsene Populationen.
Empfehlungen
Die Übersichtsarbeit fasst die Evidenzlage zu verschiedenen Patientengruppen und Impfstoffen zusammen:
Untersuchte Risikogruppen
Laut dem Review wurden am häufigsten Personen mit hämatologischen Malignomen und soliden Tumoren untersucht. Weitere stark repräsentierte Gruppen umfassen:
-
Dialysepflichtige Personen
-
Nierentransplantierte
-
Personen mit rheumatischen Erkrankungen
-
Schwangere und stillende Frauen
Eingesetzte Impfstoffe
Die mit Abstand meiste Evidenz liegt für die mRNA-Impfstoffe vor. Der Review zeigt folgende Verteilung der untersuchten Vakzine in den eingeschlossenen Studien:
| Impfstoff | Impfstofftyp | Anzahl der Studien |
|---|---|---|
| BNT162b2 | mRNA | 283 |
| mRNA-1273 | mRNA | 153 |
| AZD1222 | Vektor | 66 |
| Ad26.COV2.S | Vektor | 42 |
Endpunkte und klinische Relevanz
Die Autoren betonen, dass in der Mehrzahl der Studien immunologische Surrogatparameter im Fokus standen. Am häufigsten wurden die Serokonversion und IgG-Titer gemessen (jeweils in über 170 Studien).
Klinische Endpunkte wie SARS-CoV-2-Infektionen, Hospitalisierungen oder Mortalität wurden deutlich seltener und oft nur als sekundäre Endpunkte berichtet. Auch Daten zur T-Zell-Antwort oder zu heterologen Impfschemata sind laut der Analyse stark limitiert.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass eine gemessene Immunantwort, wie beispielsweise hohe IgG-Titer, bei immunsupprimierten Personen nicht zwingend mit einem vollständigen klinischen Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen gleichzusetzen ist. Es wird hervorgehoben, dass klinische Wirksamkeitsdaten in dieser vulnerablen Gruppe oft fehlen und Surrogatparameter im klinischen Alltag mit Vorsicht interpretiert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review liegt die meiste Evidenz für Personen mit hämatologischen Malignomen, soliden Tumoren sowie für dialysepflichtige und nierentransplantierte Menschen vor. Auch rheumatische Erkrankungen wurden in den Studien häufig analysiert.
Die Übersichtsarbeit zeigt, dass die mRNA-Impfstoffe BNT162b2 und mRNA-1273 am intensivsten untersucht wurden. Für Vektorimpfstoffe oder Totimpfstoffe liegen deutlich weniger Daten für diese speziellen Subgruppen vor.
In den meisten Studien wird die Wirksamkeit über immunologische Surrogatparameter wie die Serokonversion und die Höhe der IgG-Antikörpertiter bestimmt. Harte klinische Endpunkte wie Hospitalisierung oder Mortalität werden laut der Analyse deutlich seltener erfasst.
Der Review stellt fest, dass die Evidenz zu heterologen Impfschemata bei Personen mit geschwächtem Immunstatus sehr lückenhaft ist. Die meisten publizierten Daten beziehen sich auf homologe Standardimpfschemata.
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Quelle: Cochrane Review: Immunity after COVID-19 vaccination in people with higher risk of compromised immune status: a scoping review (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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