COPD-Exazerbation (AECOPD): Antibiotika und Dosierung
Hintergrund
Die NICE-Leitlinie NG114 befasst sich mit der Antibiotikaverschreibung bei akuten Exazerbationen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Das primäre Ziel ist es, den Antibiotikaeinsatz zu optimieren und antimikrobielle Resistenzen zu reduzieren.
Eine akute Exazerbation ist definiert als eine anhaltende Verschlechterung der Symptome über die normalen Tagesschwankungen hinaus. Auslöser können vielfältig sein, darunter virale Infektionen und Umweltfaktoren wie Rauchen.
Laut Leitlinie wird nur etwa die Hälfte der Exazerbationen durch bakterielle Infektionen verursacht. Daher profitieren viele Betroffene nicht von einer antibiotischen Therapie, was eine sorgfältige Indikationsstellung erfordert.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von COPD-Exazerbationen:
Diagnostik und Indikationsstellung
Es wird empfohlen, eine Antibiotikagabe nur nach sorgfältiger Abwägung in Betracht zu ziehen. Dabei sollen folgende Faktoren berücksichtigt werden:
-
Schweregrad der Symptome, insbesondere Veränderungen von Sputumfarbe, -volumen oder -zähigkeit
-
Notwendigkeit einer stationären Krankenhausbehandlung
-
Bisherige Exazerbations- und Krankenhausaufenthalte sowie das Komplikationsrisiko
-
Vorherige Sputumkulturen und Antibiogramme
-
Risiko einer antimikrobiellen Resistenz durch wiederholte Antibiotikagaben
Therapieentscheidung
Es wird empfohlen, primär orale Antibiotika einzusetzen, sofern die Schwere der Exazerbation keine intravenöse Gabe erfordert. Bei Vorliegen eines Antibiogramms sollte die empirische Antibiotikawahl überprüft werden.
Ein Wechsel des Wirkstoffs wird nur empfohlen, wenn die Bakterien resistent sind und sich die Symptome nicht bereits bessern. Dabei sollte möglichst ein Schmalspektrum-Antibiotikum gewählt werden.
Aufklärung und Beratung
Unabhängig davon, ob ein Antibiotikum verschrieben wird oder nicht, wird eine umfassende Aufklärung empfohlen. Betroffene sollen angewiesen werden, umgehend medizinische Hilfe aufzusuchen, wenn:
-
Sich die Symptome schnell oder deutlich verschlechtern
-
Innerhalb von 2 bis 3 Tagen keine Besserung eintritt
-
Ein starkes systemisches Krankheitsgefühl auftritt
Reevaluation und Überweisung
Bei einer schnellen oder deutlichen Verschlechterung der Symptome wird eine Reevaluation empfohlen. Hierbei sollte auf andere Diagnosen wie Pneumonie oder Anzeichen für Sepsis und kardiorespiratorisches Versagen geachtet werden.
Wenn sich die Symptome nach einer Antibiotikatherapie nicht bessern und noch keine Sputumprobe entnommen wurde, wird dies nun empfohlen. Eine Überweisung ins Krankenhaus wird bei Anzeichen für schwerwiegende Erkrankungen wie Sepsis empfohlen.
Dosierung
Für Erwachsene ab 18 Jahren werden folgende Dosierungsschemata empfohlen. Es wird dazu geraten, intravenöse Antibiotika nach 48 Stunden zu überprüfen und, wenn möglich, auf eine orale Therapie umzustellen.
Orale Antibiotikatherapie
| Therapielinie | Antibiotikum | Dosierung | Dauer |
|---|---|---|---|
| Erste Wahl | Amoxicillin | 500 mg dreimal täglich | 5 Tage |
| Erste Wahl | Doxycyclin | 200 mg an Tag 1, dann 100 mg einmal täglich | 5 Tage |
| Erste Wahl | Clarithromycin | 500 mg zweimal täglich | 5 Tage |
| Zweite Wahl (bei ausbleibender Besserung) | Alternative der ersten Wahl | Aus einer anderen Wirkstoffklasse | 5 Tage |
| Alternative (bei hohem Risiko für Therapieversagen) | Amoxicillin/Clavulansäure | 500/125 mg dreimal täglich | 5 Tage |
| Alternative (bei hohem Risiko für Therapieversagen) | Co-Trimoxazol | 960 mg zweimal täglich | 5 Tage |
| Alternative (bei hohem Risiko für Therapieversagen) | Levofloxacin | 500 mg einmal täglich | 5 Tage |
Intravenöse Antibiotikatherapie
| Therapielinie | Antibiotikum | Dosierung |
|---|---|---|
| Erste Wahl | Amoxicillin | 500 mg dreimal täglich |
| Erste Wahl | Amoxicillin/Clavulansäure | 1,2 g dreimal täglich |
| Erste Wahl | Clarithromycin | 500 mg zweimal täglich |
| Erste Wahl | Co-Trimoxazol | 960 mg zweimal täglich |
| Erste Wahl | Piperacillin/Tazobactam | 4,5 g dreimal täglich |
Klassifikation der Exazerbationsschwere (nach Anthonisen)
| Typ | Kriterien (Kardinalsymptome: Atemnot, Sputumvolumen, eitriges Sputum) |
|---|---|
| Typ 1 | Alle 3 Kardinalsymptome sind vorhanden |
| Typ 2 | 2 von 3 Kardinalsymptomen sind vorhanden |
| Typ 3 | 1 Kardinalsymptom plus mindestens 1 unterstützendes Symptom (z.B. Husten, Fieber) |
Kontraindikationen
Es wird auf Warnhinweise bezüglich Fluorchinolonen (wie Levofloxacin) verwiesen. Aufgrund des Risikos für potenziell langanhaltende oder irreversible Nebenwirkungen sollen diese nur verschrieben werden, wenn andere empfohlene Antibiotika ungeeignet sind.
Co-Trimoxazol sollte nur bei bakteriologischem Nachweis der Empfindlichkeit und einem guten Grund für die Bevorzugung dieser Kombination eingesetzt werden.
Bei Makroliden wird zur Vorsicht bei Personen mit einer Prädisposition für eine QT-Zeit-Verlängerung geraten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass ein Antibiotikum bei Vorliegen eines Antibiogramms nur dann gewechselt werden sollte, wenn die Bakterien resistent sind und sich die Symptome nicht bereits klinisch bessern.
Häufig gestellte Fragen
Eine Antibiotikagabe wird empfohlen, wenn sich Sputumfarbe, -volumen oder -zähigkeit deutlich verändern. Zudem sollten das Risiko für Komplikationen und die bisherige Exazerbationshistorie berücksichtigt werden.
Es wird für alle oralen Standardantibiotika (wie Amoxicillin, Doxycyclin oder Clarithromycin) eine Therapiedauer von 5 Tagen empfohlen.
Als orale Erstlinientherapie werden Amoxicillin, Doxycyclin oder Clarithromycin empfohlen. Die Wahl sollte sich nach lokalen Resistenzen und individuellen Verträglichkeiten richten.
Ein Wechsel auf ein Zweitlinien-Antibiotikum wird empfohlen, wenn sich die Symptome nach 2 bis 3 Tagen nicht bessern. Dabei sollte ein Wirkstoff aus einer anderen Klasse gewählt werden.
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Quelle: NICE NG114: Asthma: diagnosis and monitoring (NICE). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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