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National Institute for Health and Care Excellence (NICE)Infektiologie

Akute Exazerbation bei Bronchiektasen: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf National Institute for Health and Care Excellence (NICE) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Vor Beginn der empirischen Antibiose sollte stets eine Sputumprobe zur Kultur und Resistenzprüfung gewonnen werden.
  • Die empirische Antibiotikatherapie (7-14 Tage) richtet sich nach Vorbefunden, Schweregrad und Exazerbationshistorie.
  • Ein Antibiotika-Wechsel nach Antibiogramm ist nur bei fehlender klinischer Besserung und nachgewiesener Resistenz indiziert.
  • Eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe wird nicht empfohlen; bei rezidivierenden Exazerbationen ist eine fachärztliche Vorstellung notwendig.
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Hintergrund

Eine akute Exazerbation von Bronchiektasen (ohne Mukoviszidose) ist definiert als eine anhaltende Verschlechterung der Symptome ausgehend vom stabilen Zustand des Patienten. Typische Symptome umfassen eine Zunahme von Husten, Sputumvolumen, Sputumviskosität oder eitrigem Auswurf, oft begleitet von Giemen, Atemnot, Hämoptysen, Fieber oder Pleuritis.

Diagnostik und Therapieprinzipien

Bei einer akuten Exazerbation sollte stets eine Sputumprobe zur Kultur und Resistenzprüfung gewonnen werden, bevor oder während die empirische Therapie eingeleitet wird.

  • Empirische Therapie: Die Wahl des Antibiotikums sollte den Schweregrad der Symptome, die Exazerbations- und Krankenhausanamnese, das Risiko für Komplikationen sowie frühere Sputumbefunde berücksichtigen.
  • Anpassung nach Antibiogramm: Das Antibiotikum sollte nur dann gewechselt werden, wenn die Bakterien resistent sind und sich die Symptome nicht bereits bessern. Es sollte ein möglichst schmalspektriges Antibiotikum gewählt werden.
  • Aufklärung: Patienten müssen über mögliche Nebenwirkungen (insbesondere Diarrhö) aufgeklärt werden und sich bei rascher Verschlechterung oder systemischem Krankheitsgefühl umgehend ärztlich vorstellen.

Reevaluation und Überweisung

Eine sofortige Reevaluation ist erforderlich, wenn sich die Symptome rasch oder signifikant verschlechtern. Dabei müssen Differenzialdiagnosen (z.B. Pneumonie), schwere Komplikationen (Sepsis, kardiorespiratorisches Versagen) und mögliche Resistenzen durch vorherige Antibiotikagaben bedacht werden.

  • Krankenhauseinweisung: Bei Anzeichen für eine schwerwiegendere Erkrankung (z.B. Sepsis).
  • Fachärztliche Vorstellung: Bei fehlender Besserung unter wiederholten Antibiotikagaben, Resistenzen gegen orale Antibiotika oder wenn eine intravenöse Therapie im häuslichen Umfeld erwogen wird.

Antibiotikatherapie bei Erwachsenen (ab 18 Jahren)

Die Therapiedauer beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage. Orale Antibiotika sind die erste Wahl. Intravenöse Therapien sollten nach 48 Stunden überprüft und nach Möglichkeit auf eine orale Gabe umgestellt werden.

TherapieWirkstoffDosierungBemerkung
1. Wahl oral (empirisch)Amoxicillin500 mg 3x/TagBevorzugt in der Schwangerschaft
Doxycyclin200 mg Tag 1, dann 100 mg 1x/Tag
Clarithromycin500 mg 2x/Tag
Alternative oral (Hochrisiko)Amoxicillin/Clavulansäure500/125 mg 3x/TagBei hohem Risiko für Therapieversagen
Levofloxacin500 mg 1-2x/TagNur nach fachärztlicher Rücksprache (MHRA-Warnung)
1. Wahl i.v. (schwer erkrankt)Amoxicillin/Clavulansäure1,2 g 3x/Tag
Piperacillin/Tazobactam4,5 g 3-4x/Tag
Levofloxacin500 mg 1-2x/TagNur nach fachärztlicher Rücksprache (MHRA-Warnung)

Antibiotikatherapie bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahre)

Auch hier gilt eine Therapiedauer von 7 bis 14 Tagen. Die Dosierungen richten sich nach Alter und Gewicht.

TherapieWirkstoffIndikation / Bemerkung
1. Wahl oral (empirisch)AmoxicillinBevorzugt in der Schwangerschaft
ClarithromycinDosierung nach Gewicht/Alter
DoxycyclinNur für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren
Alternative oral (Hochrisiko)Amoxicillin/ClavulansäureDosierung nach Alter/Gewicht
Ciprofloxacin1-17 Jahre; nur nach fachärztlicher Rücksprache (MHRA-Warnung)
1. Wahl i.v. (schwer erkrankt)Amoxicillin/ClavulansäureDosierung nach Alter/Gewicht
Piperacillin/TazobactamDosierung nach Alter/Gewicht
Ciprofloxacin1-17 Jahre; nur nach fachärztlicher Rücksprache (MHRA-Warnung)

Prävention und Prophylaxe

Eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe zur Verhinderung akuter Exazerbationen wird nicht empfohlen.

Bei Patienten mit wiederholten akuten Exazerbationen sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden. Ein Versuch mit prophylaktischen Antibiotika (oral oder inhalativ) darf nur auf fachärztliche Anweisung erfolgen. Dabei müssen die potenziellen Vorteile gegen die Risiken (Antimikrobielle Resistenz, Nebenwirkungen wie Diarrhö, kardiale Ereignisse, Hörverlust/Tinnitus bei Makroliden oder Bronchospasmus bei inhalativen Antibiotika) abgewogen werden.

💡Praxis-Tipp

Gewinnen Sie immer eine Sputumprobe vor Beginn der empirischen Therapie. Passen Sie das Antibiotikum nach Erhalt des Antibiogramms jedoch nur an, wenn der Patient sich klinisch nicht bessert.

Häufig gestellte Fragen

Bei einer anhaltenden Verschlechterung der Symptome (z.B. Husten, Sputummenge, -viskosität oder -purulenz) im Vergleich zum stabilen Zustand des Patienten.
Die empfohlene Therapiedauer beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage, abhängig vom Schweregrad und dem klinischen Ansprechen.
Nein, eine routinemäßige Prophylaxe wird nicht empfohlen. Bei wiederholten Exazerbationen sollte jedoch ein Spezialist hinzugezogen werden, um individuelle Optionen zu prüfen.
Wenn der Patient keine oralen Medikamente einnehmen kann oder systemisch schwer erkrankt ist. Die i.v.-Therapie sollte nach 48 Stunden überprüft und wenn möglich auf eine orale Gabe umgestellt werden.

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