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Tuberkulose-Diagnostik: Cochrane Review zu Xpert Ultra

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2021. Er untersucht die diagnostische Genauigkeit der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Schnelltests Xpert MTB/RIF und Xpert MTB/RIF Ultra (Xpert Ultra).

Beide Tests dienen dem gleichzeitigen Nachweis einer Lungentuberkulose und einer Rifampicin-Resistenz. Die Zielgruppe der untersuchten Studien waren Erwachsene mit Verdacht auf eine pulmonale Tuberkulose.

Der Review vergleicht die Sensitivität und Spezifität beider Verfahren. Zudem werden Subgruppen wie HIV-positive Personen, Menschen mit negativem Sputumausstrich und Personen mit einer Tuberkulose-Historie detailliert betrachtet.

Empfehlungen

Der Cochrane Review liefert detaillierte Ergebnisse zum Vergleich der beiden diagnostischen Verfahren.

Nachweis der Lungentuberkulose

Laut Review weist der Xpert Ultra eine höhere Sensitivität, aber eine geringere Spezifität als der Xpert MTB/RIF auf. Dies zeigt sich besonders deutlich bei spezifischen Personengruppen.

Bei Personen mit negativem Sputumausstrich, aber positiver Kultur, zeigt der Xpert Ultra eine deutlich höhere Sensitivität (77,5 % vs. 60,6 %). Auch bei Menschen mit HIV-Infektion ist die Sensitivität des Xpert Ultra überlegen (87,6 % vs. 74,9 %).

Bei Personen mit einer bereits durchgemachten Tuberkulose in der Vorgeschichte fällt die Spezifität des Xpert Ultra jedoch ab. Sie liegt in dieser Gruppe bei 88,2 %, verglichen mit 97,4 % beim Xpert MTB/RIF.

Nachweis der Rifampicin-Resistenz

Für die Erkennung einer Rifampicin-Resistenz zeigen beide Tests laut Review eine vergleichbar hohe Genauigkeit. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Xpert Ultra häufiger unbestimmte Ergebnisse bezüglich der Resistenz liefert (7,6 % vs. 0,8 %).

Vergleich der Testgenauigkeit

Die Meta-Analyse liefert folgende gepoolte Werte für die diagnostische Genauigkeit (Evidenzgrad Ia):

TestverfahrenSensitivität (Tuberkulose)Spezifität (Tuberkulose)Sensitivität (Rifampicin-Resistenz)Spezifität (Rifampicin-Resistenz)
Xpert Ultra90,9 %95,6 %94,9 %99,1 %
Xpert MTB/RIF84,7 %98,4 %95,3 %98,8 %

Klinische Anwendung

Der Review schlussfolgert für den klinischen Einsatz:

  • Beide Tests ermöglichen einen schnellen Therapiebeginn bei rifampicinresistenter und multiresistenter Tuberkulose.

  • Der Trade-off zwischen Sensitivität und Spezifität variiert je nach klinischem Setting und Prävalenz.

  • Sogenannte "Trace"-Ergebnisse (Spuren) kommen beim Xpert Ultra häufig vor (3,0 % bis 30,4 %).

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass beim Xpert Ultra ein erhöhtes Risiko für falsch-positive Ergebnisse besteht, insbesondere bei Personen mit einer Tuberkulose in der Vorgeschichte. Aufgrund der geringeren Spezifität in dieser Gruppe kommt es laut den Daten häufiger zu Überdiagnosen. Zudem zeigt die Auswertung, dass der Xpert Ultra vermehrt unbestimmte Resultate bei der Rifampicin-Resistenztestung liefert.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass der Xpert Ultra bei Menschen mit HIV eine deutlich höhere Sensitivität (87,6 %) aufweist als der Xpert MTB/RIF (74,9 %). Er erkennt die Erkrankung in dieser Gruppe somit zuverlässiger.

Laut Review ist die Genauigkeit sehr hoch. Die Sensitivität liegt bei 94,9 % und die Spezifität bei 99,1 %, was vergleichbar mit den Werten des älteren Xpert MTB/RIF ist.

Die Meta-Analyse weist auf eine geringere Spezifität im Vergleich zum Xpert MTB/RIF hin, was zu mehr falsch-positiven Tuberkulose-Diagnosen führen kann. Zudem treten häufiger unbestimmte Ergebnisse bei der Resistenztestung auf.

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Quelle: Cochrane Review: Xpert Ultra versus Xpert MTB/RIF for pulmonary tuberculosis and rifampicin resistance in adults with presumptive pulmonary tuberculosis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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