CochraneIa2021

Tuberkulose-Screening mit Xpert MTB/RIF: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Tuberkulose gehört weltweit zu den häufigsten infektionsbedingten Todesursachen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleibt jedoch fast ein Drittel aller aktiven Tuberkulosefälle unentdeckt.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht, ob die molekularen Schnelltests Xpert MTB/RIF und Xpert Ultra als Screening-Instrumente eingesetzt werden können. Ziel ist es, die diagnostische Lücke bei Erwachsenen unabhängig vom Vorliegen typischer Symptome zu schließen.

Der Fokus der Meta-Analyse liegt dabei auf Hochrisikogruppen in Gebieten mit hoher Tuberkulose- und HIV-Prävalenz. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem Menschen mit HIV, Haushaltskontakte von Tuberkulose-Erkrankten, Gefängnisinsassen und Minenarbeiter.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Ergebnisse für das Tuberkulose-Screening bei asymptomatischen Risikogruppen zusammen.

Testgenauigkeit beim Tuberkulose-Screening

Die Meta-Analyse vergleicht die diagnostische Genauigkeit der beiden Testverfahren in unterschiedlichen Populationen. Die Autoren betonen, dass die Daten zu Xpert Ultra aufgrund der geringen Studienzahl mit Vorsicht zu interpretieren sind.

TestverfahrenPopulationSensitivitätSpezifitätEvidenzgrad
Xpert MTB/RIFMenschen mit HIV61,8 %98,8 %Moderate bis hohe Evidenz
Xpert UltraMenschen mit HIV69,0 %98,0 %Sehr niedrige bis moderate Evidenz
Xpert MTB/RIFNicht-hospitalisierte Hochrisikogruppen69,4 %98,8 %Niedrige bis moderate Evidenz

Nachweis von Rifampicin-Resistenzen

Der Review bewertet zudem den Einsatz von Xpert MTB/RIF als Screening-Test für Rifampicin-Resistenzen.

  • Die Sensitivität wird in den eingeschlossenen Studien mit 81 % bis 100 % angegeben (sehr niedrige Evidenz).

  • Die Spezifität liegt zwischen 94 % und 100 % (moderate Evidenz).

Evidenzlücken

Die Autoren weisen darauf hin, dass für bestimmte Populationen derzeit keine ausreichenden Daten vorliegen.

  • Es wurden keine Studien zum Screening in der Allgemeinbevölkerung identifiziert.

  • Ebenso fehlen Daten zum Screening bei Menschen mit Diabetes mellitus.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review hebt hervor, dass der Xpert MTB/RIF-Test auch bei asymptomatischen Personen in Hochrisikogruppen eine sehr hohe Spezifität von fast 99 % aufweist. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Sensitivität mit etwa 62 % bis 69 % moderat ausfällt, weshalb ein negatives Testergebnis eine Tuberkulose nicht völlig sicher ausschließt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review weist der Xpert MTB/RIF-Test bei Menschen mit HIV eine Sensitivität von 61,8 % und eine Spezifität von 98,8 % auf. Er eignet sich daher gut, um eine Tuberkulose in dieser Risikogruppe zu bestätigen, kann sie bei negativem Ausfall aber nicht sicher ausschließen.

Der Review zeigt, dass Xpert Ultra bei Menschen mit HIV eine Sensitivität von 69 % und eine Spezifität von 98 % erreicht. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Daten auf nur einer einzigen Studie basieren und mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Ja, der Cochrane Review bestätigt, dass Xpert MTB/RIF auch zum Screening auf Rifampicin-Resistenzen eingesetzt werden kann. Die Spezifität für den Nachweis dieser Resistenz liegt laut den eingeschlossenen Studien bei 94 % bis 100 %.

Der vorliegende Review konnte keine Studien identifizieren, die den Einsatz von Xpert MTB/RIF oder Xpert Ultra in der Allgemeinbevölkerung untersuchten. Die Datenlage beschränkt sich derzeit auf Hochrisikogruppen in Endemiegebieten.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Xpert MTB/RIF and Xpert Ultra assays for screening for pulmonary tuberculosis and rifampicin resistance in adults, irrespective of signs or symptoms (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien