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Tuberkulose-Diagnostik bei Kindern: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Jährlich erkranken weltweit mindestens eine Million Kinder an Tuberkulose, wobei etwa 200.000 an den Folgen versterben. Eine schnelle und präzise Diagnostik ist daher essenziell, um frühzeitig eine adäquate Therapie einleiten zu können.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die diagnostische Genauigkeit der molekularen Schnelltests Xpert MTB/RIF und Xpert Ultra. Diese von der WHO empfohlenen Assays dienen dem gleichzeitigen Nachweis von Tuberkulose und einer Rifampicin-Resistenz.

Die Meta-Analyse schließt Studien mit Kindern unter 15 Jahren ein und vergleicht die Testgenauigkeit anhand verschiedener Probenmaterialien. Als Referenzstandard diente primär die Bakterienkultur.

Empfehlungen

Die Analyse liefert folgende zentrale Ergebnisse zur Testgenauigkeit der molekularen Assays:

Pulmonale Tuberkulose

Für die Diagnostik der pulmonalen Tuberkulose zeigt sich eine starke Abhängigkeit der Sensitivität vom verwendeten Probenmaterial. Magensaftaspirate weisen laut Review die höchste Sensitivität auf, gefolgt von Sputum und Stuhl.

Nasopharyngeale Proben zeigen die geringste Sensitivität. Die Spezifität liegt bei allen Probenmaterialien bei über 98 %.

Testverfahren (Sputum)SensitivitätSpezifitätEvidenzgrad
Xpert MTB/RIF64,6 %99,0 %Moderate Evidenz
Xpert Ultra72,8 %97,5 %Niedrige/Hohe Evidenz

Im direkten Vergleich zeigt der Xpert Ultra im Sputum eine höhere Sensitivität, jedoch eine leicht geringere Spezifität als der Xpert MTB/RIF.

Extrapulmonale Tuberkulose

Für extrapulmonale Manifestationen ergeben sich folgende Testgenauigkeiten für den Xpert MTB/RIF:

  • Tuberkulöse Meningitis: Im Liquor zeigt sich eine gepoolte Sensitivität von 54,0 % und eine Spezifität von 93,8 %.

  • Lymphknoten-Tuberkulose: Bei Aspiraten oder Biopsien erreicht der Test eine hohe Sensitivität von 90,4 % und eine Spezifität von 89,8 %.

Rifampicin-Resistenz

Für den Nachweis einer Rifampicin-Resistenz erweist sich der Xpert MTB/RIF als sehr akkurat. Die gepoolte Sensitivität liegt bei 90,0 %, die Spezifität bei 98,3 %.

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💡Praxis-Tipp

Bei einem klinischen Verdacht auf eine tuberkulöse Meningitis wird dringend darauf hingewiesen, Therapieentscheidungen auf Basis der gesamten klinischen Informationen zu treffen. Eine indizierte Behandlung sollte laut Review nicht allein aufgrund eines negativen Xpert MTB/RIF-Ergebnisses zurückgehalten werden, da die Sensitivität im Liquor mit 54 % vergleichsweise niedrig ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Analyse weisen Magensaftaspirate die höchste Sensitivität für den Nachweis einer pulmonalen Tuberkulose auf. Danach folgen Sputum und Stuhl, während nasopharyngeale Proben die geringste Sensitivität zeigen.

Der Review zeigt, dass der Xpert Ultra bei Sputumproben eine höhere Sensitivität (72,8 % vs. 64,6 %) aufweist. Gleichzeitig ist die Spezifität des Ultra-Assays im Vergleich zum Xpert MTB/RIF leicht reduziert.

Der Xpert MTB/RIF wird als sehr akkurat für den Nachweis einer Rifampicin-Resistenz eingestuft. Er erreicht in der Meta-Analyse eine Sensitivität von 90,0 % und eine Spezifität von 98,3 %.

Nein, die Sensitivität des Xpert MTB/RIF im Liquor liegt laut Review bei lediglich 54,0 %. Daher wird betont, dass eine Therapie bei klinischem Verdacht nicht aufgrund eines negativen Testergebnisses verzögert oder unterlassen werden sollte.

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Quelle: Cochrane Review: Xpert MTB/RIF and Xpert MTB/RIF Ultra assays for active tuberculosis and rifampicin resistance in children (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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