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Vitamin D bei chronischen Lebererkrankungen: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Bei Erwachsenen mit chronischen Lebererkrankungen wie Hepatitis C, Leberzirrhose oder nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) wird häufig ein Vitamin-D-Mangel diagnostiziert. Die Leber spielt eine zentrale Rolle bei der Verstoffwechselung von Vitamin D.

Bisherige Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit einer erhöhten Mortalität bei Lebererkrankungen assoziiert sein könnte. Daher wurde vermutet, dass eine Supplementierung klinische Vorteile bieten könnte.

Dieser systematische Cochrane Review aus dem Jahr 2021 analysiert die Evidenz aus 27 randomisierten klinischen Studien mit insgesamt 1.979 Teilnehmern. Untersucht wurden verschiedene Formen von Vitamin D im Vergleich zu Placebo oder keiner Intervention.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert aufgrund der sehr niedrigen Vertrauenswürdigkeit der Evidenz keine positiven Behandlungsempfehlungen. Die eingeschlossenen Studien weisen durchgehend ein hohes Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) auf.

Mortalität und Überleben

Laut den Autoren besteht eine hohe Unsicherheit bezüglich der Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung. Es kann nicht abschließend beurteilt werden, ob Vitamin D im Vergleich zu Placebo folgende Endpunkte steigert oder vermindert:

  • Die Gesamtmortalität (sehr niedrige Evidenz)

  • Die leberbedingte Mortalität (sehr niedrige Evidenz)

Unerwünschte Ereignisse

Der Review zeigt ebenfalls eine hohe Unsicherheit hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse. In den Studien wurden unter anderem folgende Ereignisse berichtet, deren Zusammenhang mit Vitamin D jedoch unklar bleibt:

  • Hyperkalzämie

  • Myokardinfarkt

  • Thyreoiditis

Leberbezogene Morbidität und Lebensqualität

Es wird darauf hingewiesen, dass in den aktuellen Studien wesentliche klinische Endpunkte fehlen. Es wurden keine verwertbaren Daten zu folgenden Parametern gefunden:

  • Gastrointestinale Blutungen und Aszites

  • Hepatische Enzephalopathie und hepatorenales Syndrom

  • Leberkrebs und gesundheitsbezogene Lebensqualität

Spezifische Patientengruppen

Bei Menschen mit chronischer Hepatitis C ist die Evidenz bezüglich eines virologischen Ansprechens durch Vitamin D ebenfalls sehr unsicher. Für Patienten mit chronischer Hepatitis B oder vererbten Lebererkrankungen lagen keine Studien vor.

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💡Praxis-Tipp

In der klinischen Praxis sollte beachtet werden, dass ein laborchemisch nachgewiesener Vitamin-D-Mangel bei Lebererkrankungen zwar häufig ist, eine routinemäßige Supplementierung zur Verbesserung der Leberprognose durch die aktuelle Studienlage jedoch nicht gestützt wird. Der Review warnt vor einer unkritischen Gabe, da auch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie Hyperkalzämien nicht sicher ausgeschlossen werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review ist die Evidenzlage unklar. Es kann derzeit nicht belegt werden, ob eine Vitamin-D-Supplementierung bei chronischen Lebererkrankungen einen Nutzen oder Schaden bringt.

Die Auswertung der Studien zeigt eine sehr hohe Unsicherheit bezüglich der Gesamtmortalität und der leberbedingten Mortalität. Eine lebensverlängernde Wirkung durch Vitamin D lässt sich aus den Daten nicht ableiten.

Der Review berichtet von einer hohen Unsicherheit bezüglich unerwünschter Ereignisse. In den Studien traten unter anderem Hyperkalzämien auf, jedoch ist die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz sehr niedrig.

Die Evidenz hinsichtlich eines verbesserten virologischen Ansprechens bei chronischer Hepatitis C durch Vitamin D wird als sehr unsicher eingestuft. Es gibt keine belastbaren Daten für einen klinischen Zusatznutzen.

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Quelle: Cochrane Review: Vitamin D supplementation for chronic liver diseases in adults (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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