CochraneIa2023

Ultraschall bei akuten Frakturen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2023) untersucht die Wirksamkeit von Ultraschall- und Stoßwellentherapien bei der Behandlung akuter Frakturen bei Erwachsenen. Ziel dieser Verfahren ist es, die Heilungszeit durch die Stimulation von Osteoblasten und knochenbildenden Proteinen zu verkürzen.

Die Meta-Analyse schließt 21 Studien mit insgesamt 1543 Frakturen ein. Dabei wurden hauptsächlich die niedrigintensive gepulste Ultraschalltherapie (LIPUS) sowie in einer Studie die extrakorporale Stoßwellentherapie (ECSW) untersucht.

Studien zur hochintensiven fokussierten Ultraschalltherapie (HIFUS) lagen zum Zeitpunkt der Auswertung nicht vor. Die eingeschlossenen Studien weisen laut Analyse überwiegend ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko auf.

Empfehlungen

Die Analyse formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Ergebnisse:

Niedrigintensiver gepulster Ultraschall (LIPUS)

Der Review zeigt für die Anwendung von LIPUS im Vergleich zu einer Kontrollgruppe folgende Effekte:

  • Verzögerte Heilung oder Pseudarthrose: Es gibt wahrscheinlich kaum oder keinen Unterschied bis zu 12 Monate nach der Operation (moderate Evidenz).

  • Rückkehr zur Arbeit: Es zeigt sich möglicherweise kein relevanter Unterschied bei Frakturen der oberen oder unteren Extremitäten (niedrige Evidenz).

  • Lebensqualität und Schmerz: Die Evidenz ist hierfür sehr niedrig, und die Ergebnisse sind statistisch sehr heterogen.

  • Kosten: Eine Studie berichtet über höhere direkte und indirekte Kosten durch den routinemäßigen Einsatz von LIPUS.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ECSW)

Für die extrakorporale Stoßwellentherapie liegen laut Analyse nur sehr begrenzte Daten vor:

  • Die Auswirkungen auf Schmerzen nach 12 Monaten sind ungewiss (sehr niedrige Evidenz).

  • Ein möglicher Effekt auf verzögerte Heilung oder Pseudarthrosen ist ebenfalls unklar.

  • Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse wurden in der untersuchten Studie nicht berichtet.

Übersicht der Evidenz

InterventionEndpunktEffekt im Vergleich zur KontrolleEvidenzgrad
LIPUSVerzögerte Heilung / PseudarthroseWahrscheinlich kein UnterschiedModerat
LIPUSRückkehr zur ArbeitMöglicherweise kein UnterschiedNiedrig
LIPUSLebensqualität (HRQoL)Ungewiss / HeterogenSehr niedrig
ECSWSchmerz nach 12 MonatenUngewiss (klinisch kaum relevant)Sehr niedrig
ECSWVerzögerte Heilung / PseudarthroseUngewissSehr niedrig
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💡Praxis-Tipp

Laut der Analyse bietet der routinemäßige Einsatz von niedrigintensivem gepulstem Ultraschall (LIPUS) bei akuten Frakturen wahrscheinlich keinen klinisch relevanten Vorteil zur Verhinderung von Pseudarthrosen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Therapie zudem mit höheren direkten und indirekten Kosten verbunden ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt, dass die Daten zur Heilungsdauer statistisch sehr heterogen sind. Es lässt sich keine verlässliche Aussage darüber treffen, ob Ultraschall die Zeit bis zur Frakturheilung signifikant verkürzt.

Laut Analyse gibt es wahrscheinlich kaum oder keinen Unterschied in der Rate von verzögerten Heilungen oder Pseudarthrosen zwischen LIPUS und einer Kontrollgruppe. Die Evidenz für diese Aussage wird als moderat eingestuft.

Die Wirksamkeit der ECSW bei akuten Frakturen ist derzeit ungewiss. Es liegt nur eine Studie mit sehr niedriger Evidenz vor, die keine klinisch relevanten Vorteile bei der Schmerzreduktion oder Frakturheilung belegen konnte.

Die Analyse fand kaum oder keine Unterschiede bezüglich Hautirritationen zwischen den Behandlungsgruppen. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse scheinen insgesamt selten zu sein, die Datenlage ist jedoch sehr begrenzt.

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Quelle: Cochrane Review: Ultrasound and shockwave therapy for acute fractures in adults (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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