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Ultrafiltration bei akuter Herzinsuffizienz: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Pharmakotherapien wie Schleifendiuretika bilden die Basis der Behandlung bei akuter Herzinsuffizienz (AHF). Es kann jedoch zu Resistenzen und einem unzureichenden Ansprechen auf die Medikation kommen.

Die Ultrafiltration (UF) stellt eine alternative Therapieoption dar, um eine Überwässerung (Kongestion) zu reduzieren. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der Ultrafiltration im Vergleich zur Standard-Diuretika-Therapie.

Eingeschlossen wurden Erwachsene mit klinischen Zeichen einer akuten Hypervolämie. Die Studien untersuchten die Ultrafiltration teils als ergänzende Therapie zu Diuretika, teils unter Pausierung der Diuretika-Gabe.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Ultrafiltration im Vergleich zur Standardtherapie mit Diuretika zusammen. Es zeigen sich unterschiedliche Effekte auf verschiedene klinische Endpunkte.

Klinische Endpunkte und Rehospitalisierung

Die stärkste Evidenz zeigt sich bei der Vermeidung erneuter Krankenhausaufenthalte. Die Ultrafiltration reduziert wahrscheinlich die herzinsuffizienzbedingte Rehospitalisierung im Langzeitverlauf (moderate Evidenz, NNTB = 10).

Bei der Gesamtmortalität zeigt die Ultrafiltration laut den Autoren langfristig wahrscheinlich wenig bis keinen Effekt. Die Auswirkungen auf die Mortalität innerhalb der ersten 30 Tage bleiben aufgrund sehr niedriger Evidenz unklar.

Übersicht der Therapieeffekte

EndpunktZeitraumEffekt der UltrafiltrationEvidenzgrad
Herzinsuffizienz-RehospitalisierungLangfristigWahrscheinliche Reduktion (NNTB 10)Moderat
Herzinsuffizienz-Rehospitalisierung≤ 30 TageMögliche ReduktionNiedrig
GesamtmortalitätLangfristigWenig bis kein EffektNiedrig
Gesamtmortalität≤ 30 TageUnklarer EffektSehr niedrig
Nierenersatzverfahren (Neuinitiierung)LangfristigMögliche RisikoerhöhungNiedrig

Sicherheit und Nebenwirkungen

Bezüglich der Nierenfunktion hat die Ultrafiltration nach 30 Tagen möglicherweise wenig bis keinen Einfluss auf die Veränderung des Serumkreatinins. Langfristig könnte jedoch das Risiko für die Notwendigkeit eines neuen Nierenersatzverfahrens steigen.

Die Datenlage zu Komplikationen durch die Anlage eines zentralen Venenkatheters ist unsicher. Der Review betont, dass die aktuelle Evidenz insgesamt nicht ausreicht, um den wahren Nutzen der Ultrafiltration abschließend zu beurteilen.

Kontraindikationen

Der Review schloss bestimmte Personengruppen von der Untersuchung aus, für die eine Ultrafiltration in diesem Kontext nicht evaluiert wurde:

  • Kritisch kranke Personen

  • Vorliegen einer Ischämie

  • Hämodynamische Instabilität

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💡Praxis-Tipp

Bei der Entscheidung für eine Ultrafiltration sollte der potenzielle Nutzen einer reduzierten Rehospitalisierungsrate gegen mögliche Langzeitrisiken abgewogen werden. Der Review weist darauf hin, dass die Ultrafiltration langfristig das Risiko für die Notwendigkeit eines Nierenersatzverfahrens erhöhen könnte. Zudem bleibt das Risiko von Komplikationen durch die zentrale Venenkatheter-Anlage unklar.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review hat die Ultrafiltration langfristig wahrscheinlich wenig bis keinen Effekt auf die Gesamtmortalität. Die Auswirkungen auf die Sterblichkeit innerhalb der ersten 30 Tage sind aufgrund der sehr schwachen Datenlage unklar.

Ja, die Daten zeigen, dass eine Ultrafiltration herzinsuffizienzbedingte Rehospitalisierungen im Langzeitverlauf wahrscheinlich reduziert. Die Number Needed to Treat (NNTB) für diesen positiven Effekt liegt bei 10.

Nach 30 Tagen zeigt sich laut Review kaum ein Effekt auf die Serumkreatinin-Werte. Langfristig könnte die Ultrafiltration jedoch das Risiko erhöhen, dass ein neues Nierenersatzverfahren eingeleitet werden muss.

Eingeschlossen wurden Erwachsene mit akuter Herzinsuffizienz und klinischen Zeichen einer akuten Überwässerung (Hypervolämie). Hämodynamisch instabile oder ischämische Personen waren von den Studien ausgeschlossen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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