CochraneIa2024

Morton-Neurom Therapie: Cochrane Review 2024

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Morton-Neurom ist eine schmerzhafte Neuropathie, die durch eine gutartige Verdickung des Nervus plantaris communis entsteht. Es tritt am häufigsten im dritten und seltener im zweiten Zehenzwischenraum auf.

Typische Symptome umfassen brennende oder stechende Schmerzen im Vorfußbereich, die bis in die Zehen ausstrahlen können. Betroffene berichten häufig über das Gefühl, auf einem Kieselstein zu laufen, was die Mobilität und Lebensqualität einschränkt.

Der aktuelle Cochrane Review (2024) untersucht die Vor- und Nachteile verschiedener konservativer und operativer Behandlungsansätze. Die Evidenzlage basiert auf sechs randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 373 Teilnehmenden.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Erkenntnisse:

Diagnostik

Für eine verlässliche Diagnosestellung wird eine Kombination aus klinischen Symptomen, dem Daumen-Zeigefinger-Kompressionstest (Squeeze-Test) und bildgebenden Verfahren (Ultraschall oder MRT) herangezogen. Keine dieser Methoden bietet isoliert eine ausreichende diagnostische Sicherheit.

Konservative Therapie: Injektionen

Die Auswertung der Studien zeigt Unterschiede in der Wirksamkeit je nach Art und Durchführung der Injektion:

  • Eine Injektion aus Kortikosteroiden und Lokalanästhetikum (CS+LA) zeigt im Vergleich zu reinem Lokalanästhetikum nach drei bis sechs Monaten wahrscheinlich nur geringe oder keine Unterschiede bei Schmerzen und Funktion (niedrige Evidenz).

  • Eine ultraschallgesteuerte CS+LA-Injektion reduziert Schmerzen und verbessert die Funktion nach sechs Monaten wahrscheinlich besser als eine blinde Injektion (moderate Evidenz).

  • Die ultraschallgesteuerte Gabe erhöht zudem möglicherweise die Patientenzufriedenheit (niedrige Evidenz).

Operative Therapie: Neurektomie

Bei den chirurgischen Verfahren wurde der plantare mit dem dorsalen Zugang verglichen:

  • Zwischen der plantaren und dorsalen Neurektomie zeigt sich nach durchschnittlich 34 Monaten wahrscheinlich kein wesentlicher Unterschied in der Patientenzufriedenheit (niedrige Evidenz).

  • Auch hinsichtlich der Rate an unerwünschten Ereignissen gibt es kaum Unterschiede zwischen den Zugängen.

Vergleich der Therapieoptionen

Die folgende Tabelle fasst die bewerteten Interventionen und ihre Effekte zusammen:

VergleichSchmerzreduktionFunktionsverbesserungUnerwünschte Ereignisse
CS+LA vs. reines LAKein wesentlicher UnterschiedKein wesentlicher UnterschiedHaut-/Fettgewebsatrophie bei CS+LA möglich
Ultraschallgesteuerte vs. blinde CS+LABesser bei UltraschallsteuerungBesser bei UltraschallsteuerungKein wesentlicher Unterschied
Plantare vs. dorsale NeurektomieKeine verwertbaren DatenKeine verwertbaren DatenKein wesentlicher Unterschied
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review bietet die ultraschallgesteuerte Injektion von Kortikosteroiden und Lokalanästhetika einen moderaten Vorteil gegenüber der blinden Injektion hinsichtlich Schmerzreduktion und Funktion. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass eine alleinige klinische oder bildgebende Diagnostik oft nicht ausreicht, weshalb eine Kombination aus Symptomatik, Squeeze-Test und Ultraschall oder MRT zur Diagnosesicherung herangezogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt, dass eine ultraschallgesteuerte Injektion von Kortikosteroiden und Lokalanästhetika bessere Ergebnisse bei Schmerzen und Funktion erzielt als eine Injektion ohne Ultraschallkontrolle. Der reine Zusatz von Kortikosteroiden zu einem Lokalanästhetikum ohne Bildgebung bringt hingegen kaum messbare Vorteile.

Als unerwünschte Ereignisse werden in den Studien milde Hautatrophien, Hypopigmentierungen (Veränderung der Hautfarbe) sowie eine Atrophie des plantaren Fettpolsters beschrieben. Bei reinen Lokalanästhetika traten diese Effekte in den untersuchten Gruppen nicht auf.

Laut der ausgewerteten Evidenz gibt es nach etwa drei Jahren keinen signifikanten Unterschied in der Patientenzufriedenheit zwischen dem plantaren (fußsohlenseitigen) und dem dorsalen (fußrückenseitigen) Zugang. Auch die Rate an Komplikationen ist bei beiden Operationsmethoden vergleichbar.

Die Autoren des Reviews betonen, dass kein einzelner Test ausreicht. Es wird eine Kombination aus typischen Symptomen, dem Daumen-Zeigefinger-Kompressionstest und einer Bildgebung mittels Ultraschall oder MRT zur Diagnosesicherung empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Treatments for Morton's neuroma (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien