Epilepsie bei Alzheimer: Cochrane Review
Hintergrund
Bei der Alzheimer-Krankheit können alle Arten von epileptischen Anfällen auftreten. Antiepileptika scheinen ein Wiederauftreten der Anfälle bei den meisten Betroffenen zu verhindern.
Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Interventionen. Es werden sowohl sporadische als auch dominant vererbte Formen der Alzheimer-Krankheit berücksichtigt.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews. Aufgrund der sehr begrenzten Datenlage konnten von den Autoren keine Metaanalysen durchgeführt werden.
Empfehlungen
Die Autoren des Reviews fassen die aktuelle Studienlage wie folgt zusammen:
Studienlage
Laut dem Review gibt es aktuell keine Evidenz für nicht-pharmakologische Interventionen. Zur medikamentösen Therapie konnte lediglich eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie mit 95 Teilnehmern eingeschlossen werden.
Vergleich der Antiepileptika
Hinsichtlich der Anfallsfreiheit zeigt der Review keine signifikanten Unterschiede zwischen den untersuchten Wirkstoffen. Die Evidenz für alle Endpunkte wird als sehr niedrig eingestuft.
Der Review beschreibt folgende mögliche Begleiteffekte der untersuchten Antiepileptika:
| Wirkstoff | Kognition | Stimmung / Depression | Anfallsfreiheit im Vergleich |
|---|---|---|---|
| Levetiracetam | Mögliche Verbesserung | Mögliche Verschlechterung | Keine signifikanten Unterschiede |
| Lamotrigin | Mögliche Verschlechterung | Mögliche Linderung der Depression | Keine signifikanten Unterschiede |
| Phenobarbital | Mögliche Verschlechterung | Mögliche Verschlechterung | Keine signifikanten Unterschiede |
Schlussfolgerung
Die Autoren schlussfolgern, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um Levetiracetam, Phenobarbital oder Lamotrigin für diese Indikation eindeutig zu unterstützen. Es werden große, doppelblinde Studien mit Parallelgruppen-Design gefordert, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit abschließend zu klären.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass Antiepileptika bei Alzheimer-Erkrankten unterschiedliche Auswirkungen auf Kognition und Stimmung haben können. Es wird beschrieben, dass beispielsweise Phenobarbital und Lamotrigin die Kognition verschlechtern können, während Levetiracetam und Phenobarbital potenziell die Stimmung negativ beeinflussen. Diese individuellen Nebenwirkungsprofile sollten bei der Auswahl des Wirkstoffs bedacht werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Levetiracetam, Lamotrigin und Phenobarbital. Die aktuelle Evidenz reicht nicht aus, um einen der Wirkstoffe als überlegen einzustufen.
Der Review deutet darauf hin, dass Levetiracetam die Kognition bei Alzheimer-Erkrankten möglicherweise verbessern kann. Gleichzeitig wird jedoch beschrieben, dass es die Stimmung verschlechtern könnte.
Die Autoren des Reviews konnten keine Studien zu nicht-pharmakologischen Interventionen identifizieren. Daher gibt es hierzu aktuell keine evidenzbasierten Aussagen zur Wirksamkeit.
Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird in dem Review für alle untersuchten Endpunkte als sehr niedrig bewertet. Alle pharmakologischen Ergebnisse basieren auf einer einzigen Studie mit 95 Teilnehmern.
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Quelle: Cochrane Review: Treatment of epilepsy for people with Alzheimer's disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.