CochraneIa2023

Telerehabilitation bei Sehbehinderung: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Weltweit sind über 300 Millionen Menschen von einer Sehbehinderung (Low Vision) betroffen. Dies schränkt sowohl die Aktivitäten des täglichen Lebens als auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.

Rehabilitatives Training und visuelle Hilfsmittel können den Alltag erleichtern. Oftmals bestehen jedoch Barrieren für Vor-Ort-Besuche in Rehabilitationskliniken, um den Umgang mit diesen Hilfsmitteln zu erlernen.

Internetbasierte Fernkonsultationen (Telerehabilitation) bieten einen potenziellen Lösungsansatz, um diese Versorgungsbarrieren zu überwinden. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 evaluiert die Evidenzlage zu diesem telemedizinischen Ansatz.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende zentrale Erkenntnisse zur Telerehabilitation bei Sehbehinderung:

Studienlage und Evidenzqualität

Laut Review ist die aktuelle Datenlage stark limitiert. Es konnte lediglich eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie mit 57 Teilnehmern identifiziert werden, die die Einschlusskriterien erfüllte.

Die Evidenzqualität für alle untersuchten Endpunkte wird als sehr niedrig eingestuft. Dies begründen die Autoren mit einem hohen Verzerrungsrisiko (Risk of Bias), fehlenden Ergebnisdaten und methodischer Ungenauigkeit.

Vergleich der Trainingsmethoden

Die eingeschlossene Studie verglich zwei Ansätze zur Schulung mit einer neuen elektronischen Sehhilfe (eSight):

InterventionsgruppeMethodeDauer und Umfang
TelerehabilitationPersonalisiertes Training mit Therapeut30 Stunden
KontrollgruppeSelbstständiges Training mit Handbuch1 Stunde täglich über 30 Tage

Klinische Endpunkte

Der Review zeigt eine vergleichbare Wirksamkeit beider Interventionen bei jüngeren bis mittelalten Erwachsenen. Sowohl die sehkraftbezogene Lebensqualität als auch die Patientenzufriedenheit entwickelten sich in beiden Gruppen nach zwei Wochen, drei Monaten und sechs Monaten ähnlich.

Hinsichtlich der Abbruchraten (Nichtnutzung der Sehhilfe) zeigte sich nach zwei Wochen eine höhere Rate in der Selbsttrainingsgruppe. Nach einem und drei Monaten glichen sich die Abbruchraten zwischen den Gruppen jedoch wieder an.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung neuer elektronischer Sehhilfen sollte beachtet werden, dass die Abbruchrate in den ersten Wochen bei unbegleitetem Selbsttraining höher ausfallen kann als bei einer therapeutisch begleiteten Telerehabilitation. Eine engmaschige telemedizinische Betreuung in der initialen Gewöhnungsphase kann daher sinnvoll sein, um die langfristige Nutzung der Hilfsmittel zu fördern.

Häufig gestellte Fragen

Der aktuelle Cochrane Review konnte keine Studien identifizieren, die Telerehabilitation direkt mit klassischem Präsenztraining vergleichen. Ein Vergleich mit selbstständigem Training zeigte jedoch eine ähnliche Wirksamkeit hinsichtlich Lebensqualität und Zufriedenheit.

Die Evidenzqualität wird derzeit als sehr niedrig eingestuft. Es liegt bislang nur eine kleine Studie mit hohem Verzerrungsrisiko vor, weshalb weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden müssen.

Laut der eingeschlossenen Studie war die Abbruchrate bei der Nutzung elektronischer Sehhilfen nach zwei Wochen unter Telerehabilitation geringer als beim Selbsttraining. Langfristig (nach ein bis drei Monaten) glichen sich die Raten jedoch an.

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Quelle: Cochrane Review: Telerehabilitation for people with low vision (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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