Telerehabilitation bei Sehbehinderung: Wirksamkeit
Hintergrund
Weltweit sind über 300 Millionen Menschen von einer Sehbehinderung (Low Vision) betroffen. Dies schränkt sowohl die Aktivitäten des täglichen Lebens als auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.
Rehabilitatives Training und visuelle Hilfsmittel können den Alltag erleichtern. Oftmals bestehen jedoch Barrieren für Vor-Ort-Besuche in Rehabilitationskliniken, um den Umgang mit diesen Hilfsmitteln zu erlernen.
Internetbasierte Fernkonsultationen (Telerehabilitation) bieten einen potenziellen Lösungsansatz, um diese Versorgungsbarrieren zu überwinden. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 evaluiert die Evidenzlage zu diesem telemedizinischen Ansatz.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verordnung neuer elektronischer Sehhilfen sollte beachtet werden, dass die Abbruchrate in den ersten Wochen bei unbegleitetem Selbsttraining höher ausfallen kann als bei einer therapeutisch begleiteten Telerehabilitation. Eine engmaschige telemedizinische Betreuung in der initialen Gewöhnungsphase kann daher sinnvoll sein, um die langfristige Nutzung der Hilfsmittel zu fördern.
Häufig gestellte Fragen
Der aktuelle Cochrane Review konnte keine Studien identifizieren, die Telerehabilitation direkt mit klassischem Präsenztraining vergleichen. Ein Vergleich mit selbstständigem Training zeigte jedoch eine ähnliche Wirksamkeit hinsichtlich Lebensqualität und Zufriedenheit.
Die Evidenzqualität wird derzeit als sehr niedrig eingestuft. Es liegt bislang nur eine kleine Studie mit hohem Verzerrungsrisiko vor, weshalb weitere Forschungsergebnisse abgewartet werden müssen.
Laut der eingeschlossenen Studie war die Abbruchrate bei der Nutzung elektronischer Sehhilfen nach zwei Wochen unter Telerehabilitation geringer als beim Selbsttraining. Langfristig (nach ein bis drei Monaten) glichen sich die Raten jedoch an.
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Quelle: Cochrane Review: Telerehabilitation for people with low vision (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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