Telerehabilitation bei COPD und Atemwegserkrankungen: Cochrane
Hintergrund
Die pneumologische Rehabilitation ist eine nachweislich wirksame Intervention für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD, interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) und Bronchiektasen. Dennoch nehmen relativ wenige Betroffene an entsprechenden Programmen teil oder schließen diese ab.
Gründe für die geringe Teilnahme sind laut Review oft fehlende Programme, Probleme bei der Anreise oder andere gesundheitliche Einschränkungen. Traditionell wird die Rehabilitation ambulant in einem Zentrum oder Krankenhaus durchgeführt.
Als Alternative rückt die Telerehabilitation in den Fokus, bei der Rehabilitationsleistungen über Informations- und Kommunikationstechnologien aus der Ferne erbracht werden. Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die klinische Wirksamkeit und Sicherheit dieses Ansatzes.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2021) fasst die Evidenz zur Telerehabilitation im Vergleich zur klassischen, zentrumsbasierten Rehabilitation sowie zu fehlender Rehabilitation zusammen.
Wirksamkeit im Vergleich zur Präsenzrehabilitation
Laut Review zeigt sich bei der primären pneumologischen Rehabilitation wahrscheinlich kein oder nur ein geringer Unterschied zwischen Tele- und Präsenzrehabilitation. Dies betrifft folgende Parameter:
-
Die körperliche Leistungsfähigkeit, gemessen an der 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) (moderate Evidenz)
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Die Lebensqualität, gemessen mit dem St George's Respiratory Questionnaire (SGRQ) (niedrige Evidenz)
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Die Atemnot, erfasst über den Chronic Respiratory Questionnaire (CRQ) (niedrige Evidenz)
Übersicht der klinischen Vergleiche
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Vergleiche der untersuchten Rehabilitationsformen zusammen:
| Vergleich | 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) | Lebensqualität / Atemnot | Abschlussrate |
|---|---|---|---|
| Telereha vs. Präsenzreha | Kein relevanter Unterschied | Kein relevanter Unterschied | 93 % vs. 70 % |
| Telereha vs. Keine Reha | Verbesserung möglich | Keine Daten im Review genannt | Nicht anwendbar |
Abschlussraten und Sicherheit
Ein wesentlicher Vorteil der Telerehabilitation zeigt sich laut den Studiendaten in der Adhärenz. Es wird berichtet, dass die Abschlussrate bei Telerehabilitation mit 93 % deutlich höher liegt als bei der Präsenzrehabilitation (70 %).
Bezüglich der Sicherheit wurden keine unerwünschten Effekte festgestellt, die über die der Präsenzrehabilitation oder der Kontrollgruppe ohne Rehabilitation hinausgehen.
Vergleich zu fehlender Rehabilitation
Im Vergleich zu keiner Rehabilitation kann die Telerehabilitation die körperliche Leistungsfähigkeit (6MWD) verbessern. Dies gilt laut Review sowohl für die primäre Rehabilitation als auch für die Erhaltungsrehabilitation (jeweils niedrige Evidenz).
Einschränkungen der Evidenz
Die Autoren betonen, dass die Sicherheit der Evidenz durch die geringe Anzahl an Studien und Teilnehmern sowie durch unterschiedliche Telerehabilitationsmodelle limitiert ist. Zudem litten 99 % der in die Studien eingeschlossenen Personen an COPD, weshalb weitere Forschung für andere Atemwegserkrankungen erforderlich ist.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Vorteil der Telerehabilitation ist die signifikant höhere Abschlussrate von 93 % im Vergleich zu 70 % bei zentrumsbasierten Programmen. Bei Personen mit COPD, die aufgrund von Mobilitätseinschränkungen oder logistischen Hürden keine klassische Rehabilitation antreten können, stellt die Telerehabilitation laut Review eine gleichwertige und sichere Alternative dar.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass es bezüglich der körperlichen Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Atemnot wahrscheinlich keine relevanten Unterschiede zwischen Tele- und Präsenzrehabilitation gibt. Die klinischen Ergebnisse sind somit vergleichbar.
Laut den ausgewerteten Studiendaten schließen 93 % der Teilnehmer ein Telerehabilitationsprogramm erfolgreich ab. Bei der klassischen Präsenzrehabilitation liegt diese Abschlussrate bei lediglich 70 %.
Der Review identifizierte keine spezifischen Sicherheitsprobleme bei der Telerehabilitation. Es wurden keine unerwünschten Effekte festgestellt, die über das Maß der klassischen Rehabilitation hinausgehen.
Die aktuelle Evidenz basiert fast ausschließlich auf Daten von Personen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), welche 99 % der Studienteilnehmer ausmachten. Für andere Erkrankungen wie interstitielle Lungenerkrankungen oder Bronchiektasen ist laut den Autoren weitere Forschung notwendig.
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Quelle: Cochrane Review: Telerehabilitation for chronic respiratory disease (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.