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Muskelerkrankungen und Training: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews (2019). Die Arbeit untersucht die Effekte von Kraft- und Ausdauertraining bei Personen mit diagnostizierten Muskelerkrankungen.

Ziel solcher Trainingsprogramme ist es, die muskuläre und kardiorespiratorische Funktion zu optimieren. Gleichzeitig soll einer weiteren Inaktivitätsatrophie und Dekonditionierung entgegengewirkt werden.

Die Meta-Analyse schloss 14 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 428 Teilnehmern ein. Zu den untersuchten Krankheitsbildern zählten unter anderem die fazioskapulohumerale Muskeldystrophie (FSHD), Dermatomyositis, Polymyositis und die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD).

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Trainingsformen zusammen. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien war variabel, was häufig zu einer niedrigen bis sehr niedrigen Evidenzsicherheit führte.

Übersicht der Trainingseffekte

Die Autoren fassen die beobachteten Effekte je nach Erkrankung und Trainingsform wie folgt zusammen:

ErkrankungTrainingsformEffekt auf MuskelkraftEffekt auf aerobe Kapazität
FSHDKrafttrainingGering oder kein EffektKeine spezifischen Daten
FSHDAusdauertrainingGering oder kein EffektMögliche Verbesserung
Dermatomyositis & PolymyositisKombiniertLeichte SteigerungLeichte Steigerung
Juvenile DermatomyositisKombiniertSteigerung (Kniestrecker)Leichte Abnahme

Detaillierte Ergebnisse nach Trainingsart

Laut den Autoren zeigt isoliertes Krafttraining bei den untersuchten Muskelerkrankungen kaum signifikante Effekte. Bei myotoner Dystrophie Typ 1 zeigt sich lediglich eine sehr unsichere, leichte Verbesserung der isometrischen Handgelenkstrecker.

Die Ergebnisse für reines Ausdauertraining fallen ebenfalls heterogen aus. Bei Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) ist die Evidenzlage bezüglich der Leistungsfähigkeit und Muskelkraft sehr unsicher.

Die Kombination beider Trainingsformen zeigt bei einigen Krankheitsbildern Tendenzen zur Besserung. Bei mitochondrialer Myopathie und myotoner Dystrophie Typ 1 bleibt die Evidenz jedoch sehr unsicher oder unzureichend.

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

In den meisten Studien wurden keine schweren unerwünschten Ereignisse berichtet. Als häufigste Nebenwirkungen traten Muskelkater oder Gelenkbeschwerden auf.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die Evidenz für signifikante Verbesserungen durch Training bei Muskelerkrankungen schwach ist, zeigt der Review, dass schwere unerwünschte Ereignisse selten sind. Es wird berichtet, dass hauptsächlich Muskelkater und Gelenkbeschwerden auftreten, was für eine generelle Durchführbarkeit von moderaten Trainingsprogrammen spricht.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review liefert hierzu keine ausreichenden Daten für isoliertes Krafttraining. Für Ausdauertraining bei DMD wird die Evidenz bezüglich einer Verbesserung der Muskelkraft als sehr unsicher eingestuft.

Laut den Autoren gibt es Hinweise von niedriger Sicherheit, dass reines Ausdauertraining die aerobe Kapazität bei FSHD verbessern kann. Isoliertes Krafttraining zeigt hingegen kaum Effekte auf die Muskelkraft.

Ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining kann bei Dermatomyositis und Polymyositis zu leichten Steigerungen der Muskelkraft und der aeroben Kapazität führen. Die Evidenzsicherheit wird jedoch als sehr niedrig bewertet.

In den untersuchten Studien traten als unerwünschte Ereignisse hauptsächlich Muskelkater und Gelenkbeschwerden auf. Schwere Nebenwirkungen wurden in der Regel nicht berichtet.

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Quelle: Cochrane Review: Strength training and aerobic exercise training for muscle disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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