Resilienztraining vor dem Einsatz: PTBS-Prävention
Hintergrund
Militärpersonal und Rettungskräfte sind einem hohen Risiko ausgesetzt, potenziell traumatische Ereignisse zu erleben. Solche kritischen Vorfälle können zu negativen psychischen Folgen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depressionen führen.
Um diesem Risiko zu begegnen, wurden einsatzvorbereitende Programme entwickelt. Diese zielen darauf ab, die psychologische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Einsatzkräfte bereits vor der Konfrontation mit Traumata zu stärken.
Der vorliegende Cochrane Review fasst die Evidenz aus 28 randomisiert kontrollierten Studien zusammen. Dabei wurden verschiedene therapeutische Ansätze wie kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Biofeedback und Achtsamkeitstraining untersucht.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review betont, dass die Erwartungen an die Wirksamkeit von Resilienzprogrammen als prophylaktische Maßnahme gegen einsatzbedingte Traumata moderat gehalten werden sollten. Es wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenzlage gemischt ist und diese Programme eine spätere PTBS-Diagnose oft nicht zuverlässig verhindern können. Ein Fokus auf Stressreduktion scheint laut den Autoren jedoch ein vielversprechender Ansatzpunkt zu sein.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review haben sich insbesondere Stressmanagement-Programme, achtsamkeitsbasierte Ansätze und Biofeedback als wirksam erwiesen. Die Autoren betonen, dass die Reduktion von allgemeinem Arbeitsstress auch das Risiko für spätere posttraumatische Stresssymptome senken kann.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz gemischt ist und die Programme eine klinische PTBS-Diagnose meist nicht signifikant verhindern. Es wird darauf hingewiesen, dass lediglich einzelne Studien, beispielsweise zu neuropsychologischen Ansätzen, Erfolge bei der PTBS-Prävention zeigten.
Die untersuchten Interventionen basieren laut Review auf einer Vielzahl von Modellen. Dazu gehören kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Biofeedback, Stressmanagement, Achtsamkeitstraining sowie neuropsychologische und psychoedukative Ansätze.
Die Ergebnisse des Reviews deuten darauf hin, dass die untersuchten Programme bei der Reduktion von Depressionsraten nicht wirksamer waren als Kontrollbedingungen. Die Autoren stellen fest, dass es kaum Evidenz für einen präventiven Effekt bezüglich Depressionen gibt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Pre-deployment programmes for building resilience in military and frontline emergency service personnel (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Psychological and social interventions for the promotion of mental health in people living in low- and middle-income countries affected by humanitarian crises
Cochrane Review: Interventions to support the resilience and mental health of frontline health and social care professionals during and after a
Cochrane Review: Mental Health First Aid as a tool for improving mental health and well-being
Cochrane Review: Early pharmacological interventions for universal prevention of post-traumatic stress disorder (PTSD)
Cochrane Review: Couple and family therapies for post-traumatic stress disorder (PTSD)
Cochrane Review: Psychological interventions for depression and anxiety in patients with coronary heart disease, heart failure or atrial fibrillation
Cochrane Review: Interventions from pregnancy to two years after birth for parents experiencing complex post-traumatic stress disorder and/or with childhood experience of maltreatment
Cochrane Review: Meditation for the primary and secondary prevention of cardiovascular disease
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen