Reizdarmsyndrom: Körperliche Aktivität zur Therapie
Hintergrund
Das Reizdarmsyndrom (IBS) ist eine häufige gastrointestinale Erkrankung, die mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einhergehen kann. Bisherige Empfehlungen zu körperlicher Aktivität bei Reizdarmsyndrom basierten oft auf Evidenz von geringer Qualität.
Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2022 evaluierte den Nutzen und mögliche Schäden von Bewegungsinterventionen bei Erwachsenen mit diagnostiziertem Reizdarmsyndrom. Die Meta-Analyse schloss elf randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 622 Teilnehmern ein.
Untersucht wurden verschiedene Formen der körperlichen Aktivität, darunter Yoga, Laufbandtraining und allgemeine Unterstützung zur Steigerung der Bewegung. Die Interventionen wurden mit der Standardversorgung, Wartelisten oder anderen aktiven Maßnahmen verglichen.
💡Praxis-Tipp
Bei der Beratung von Patienten mit Reizdarmsyndrom bezüglich körperlicher Aktivität sollte laut dem Review transparent kommuniziert werden, dass ein positiver Effekt auf die Symptome zwar möglich, wissenschaftlich aber kaum abgesichert ist. Die Autoren weisen darauf hin, dass insbesondere bei Bauchschmerzen und der allgemeinen Lebensqualität keine verlässliche Besserung durch Bewegung allein erwartet werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review kann körperliche Aktivität die globalen Symptome des Reizdarmsyndroms möglicherweise lindern. Die Autoren betonen jedoch, dass die wissenschaftliche Evidenz hierfür von sehr niedriger Qualität und daher stark unsicher ist.
Die Meta-Analyse fand keine schlüssige Evidenz dafür, dass Yoga im Vergleich zu einem Geh-Training eine überlegene Wirkung auf die Reizdarmsymptome hat. Eine einzelne Studie zeigte zwar eine verbesserte Lebensqualität unter Yoga, die Gesamtdatenlage bleibt jedoch unzureichend.
Der Review berichtet, dass körperliche Aktivität im Vergleich zur Standardversorgung zu keiner nachweisbaren Besserung der Bauchschmerzen führt. Auch hier wird die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz als sehr niedrig eingestuft.
Laut den Studienautoren gibt es unzureichende Daten, um mögliche unerwünschte Effekte von körperlicher Aktivität bei Reizdarmsyndrom adäquat zu beurteilen. In den untersuchten Studien wurden Nebenwirkungen generell nur sehr selten berichtet.
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Quelle: Cochrane Review: Physical activity for treatment of irritable bowel syndrome (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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