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Phosphatbinder bei CKD-MBD: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Phosphatbinder werden eingesetzt, um den Serumphosphatspiegel bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) zu senken. Dies ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen mit Mineral- und Knochenstoffwechselstörungen (CKD-MBD).

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2025 aktualisiert die vorherigen Versionen von 2011 und 2018. Er schließt 134 Studien mit insgesamt 20.913 erwachsenen Teilnehmern ein.

Ziel der Auswertung ist es, Nutzen und Risiken verschiedener Phosphatbinder im Vergleich zu Placebo, Standardversorgung oder anderen Phosphatbindern zu bewerten. Die Evidenzqualität der meisten Endpunkte wird von den Autoren als niedrig oder sehr niedrig eingestuft.

Empfehlungen

Der Cochrane Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Therapie mit Phosphatbindern:

Vergleich mit Placebo oder Standardversorgung

Bei Personen mit chronischer Nierenerkrankung (überwiegend ohne Dialyse) zeigen sich laut Review folgende Effekte:

  • Sevelamer hat möglicherweise wenig bis keinen Einfluss auf die Gesamtmortalität oder den Serumphosphatspiegel, erhöht jedoch das Risiko für Obstipation (niedrige Evidenz).

  • Lanthan senkt den Serumphosphatspiegel möglicherweise leicht, erhöht aber das Risiko für Übelkeit und Obstipation (niedrige Evidenz).

  • Für keinen der untersuchten Phosphatbinder konnte ein klinisch relevanter Nutzen bezüglich kardiovaskulärer Mortalität oder koronarer Verkalkung im Vergleich zu Placebo nachgewiesen werden.

Vergleich mit kalziumbasierten Phosphatbindern

Bei dialysepflichtigen Personen ergeben sich im direkten Vergleich folgende Resultate:

  • Sevelamer senkt im Vergleich zu Kalzium möglicherweise die Gesamtmortalität und führt seltener zu Hyperkalzämie (niedrige Evidenz).

  • Lanthan führt im Vergleich zu Kalzium ebenfalls seltener zu Hyperkalzämie, zeigt aber keinen signifikanten Effekt auf die Gesamtmortalität (niedrige Evidenz).

  • Bezüglich gastrointestinaler Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Obstipation zeigt sich kein relevanter Unterschied zwischen den kalziumfreien und kalziumbasierten Bindern.

Übersicht der klinischen Effekte

WirkstoffVergleichstherapieGesamtmortalitätHyperkalzämie-RisikoGastrointestinale Nebenwirkungen
SevelamerPlacebo / StandardKein relevanter EffektUngewissErhöhtes Obstipationsrisiko
LanthanPlacebo / StandardKein relevanter EffektUngewissErhöhtes Risiko für Übelkeit & Obstipation
SevelamerKalziumbasiertMögliche ReduktionReduziertKein relevanter Unterschied
LanthanKalziumbasiertKein relevanter EffektReduziertKein relevanter Unterschied
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💡Praxis-Tipp

Bei der Auswahl eines Phosphatbinders für Dialysepatienten wird darauf hingewiesen, dass Sevelamer im Vergleich zu kalziumbasierten Präparaten möglicherweise die Gesamtmortalität senkt und das Hyperkalzämie-Risiko reduziert. Es ist jedoch zu beachten, dass im Vergleich zu Placebo bisher für keinen Phosphatbinder ein klinisch relevanter Nutzen bezüglich der kardiovaskulären Mortalität nachgewiesen werden konnte. Zudem wird bei der Einleitung einer Therapie vor vermehrten gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Obstipation und Übelkeit gewarnt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem aktuellen Cochrane Review konnte im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung kein klinisch relevanter Nutzen bezüglich der kardiovaskulären Mortalität festgestellt werden. Die Evidenz hierfür wird als niedrig eingestuft.

Die Auswertung zeigt, dass Sevelamer im Vergleich zu kalziumbasierten Phosphatbindern möglicherweise die Gesamtmortalität bei dialysepflichtigen Personen senkt. Für Lanthan konnte dieser Überlebensvorteil gegenüber Kalzium nicht gezeigt werden.

Im Vergleich zu Placebo erhöht Sevelamer das Risiko für Verstopfung. Bei der Einnahme von Lanthan wird ein erhöhtes Risiko für sowohl Übelkeit als auch Verstopfung beschrieben.

Ja, der Review bestätigt, dass sowohl Sevelamer als auch Lanthan im Vergleich zu kalziumbasierten Bindern bei Dialysepatienten zu signifikant weniger Hyperkalzämien führen.

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Quelle: Cochrane Review: Phosphate binders for preventing and treating chronic kidney disease-mineral and bone disorder (CKD-MBD) (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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