Pharmakotherapie bei hypertensiver Linksherzhypertrophie: Cochrane
Hintergrund
Arterielle Hypertonie ist ein führender Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine häufige Folge ist die Linksherzhypertrophie (LVH), die bei über 30 % der betroffenen Personen auftritt.
Die Ausprägung der LVH korreliert mit einer höheren Prävalenz kardiovaskulärer Ereignisse und einem erhöhten Sterberisiko. Zwar ist bekannt, dass Antihypertensiva die linksventrikuläre Masse reduzieren können.
Der vorliegende Cochrane-Review von 2021 untersucht jedoch, ob eine antihypertensive Therapie im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung auch die Morbidität und Mortalität bei hypertensiver LVH signifikant verbessert.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zur antihypertensiven Therapie bei hypertensiver Linksherzhypertrophie (LVH) zusammen. Es wurden drei randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 930 Teilnehmern und einem mittleren Follow-up von 3,8 Jahren ausgewertet.
Untersuchte Endpunkte
Die Auswertung zeigt eine sehr unsichere Evidenzlage bezüglich des Nutzens einer zusätzlichen antihypertensiven Therapie. Für die folgenden klinischen Endpunkte ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe:
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Gesamtmortalität
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Kardiovaskuläre Ereignisse
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Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz
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Schwere unerwünschte Ereignisse
Zur besseren Übersicht stellt der Review die Ereignisraten der untersuchten Endpunkte gegenüber:
| Klinischer Endpunkt | Interventionsgruppe | Kontrollgruppe | Relatives Risiko (RR) |
|---|---|---|---|
| Gesamtmortalität | 14,3 % | 13,6 % | 1,02 |
| Kardiovaskuläre Ereignisse | 12,6 % | 11,5 % | 1,09 |
| Hospitalisierung (Herzinsuffizienz) | 10,7 % | 12,5 % | 0,82 |
| Gesamte unerwünschte Ereignisse | 68,3 % | 67,2 % | 1,07 |
| Schwere unerwünschte Ereignisse | 48,9 % | 48,1 % | 1,02 |
| Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen | 15,2 % | 4,9 % | 3,09 |
Unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche
Während die Gesamtzahl der schweren unerwünschten Ereignisse in beiden Gruppen ähnlich war, zeigte sich ein deutlicher Unterschied bei den Therapieabbrüchen. Es wird berichtet, dass die Rate der Studienabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen unter der antihypertensiven Therapie signifikant höher ausfiel.
Schlussfolgerungen der Autoren
Aufgrund der stark limitierten und qualitativ sehr niedrigen Evidenz können keine festen Schlüsse gezogen werden. Der Review betont die Notwendigkeit weiterer qualitativ hochwertiger klinischer Studien, die gezielt Personen mit hypertoniebedingter LVH untersuchen.
💡Praxis-Tipp
Trotz der bekannten positiven Effekte von Antihypertensiva auf die linksventrikuläre Masse ist der direkte Nutzen auf harte klinische Endpunkte wie Mortalität bei isolierter Betrachtung der hypertensiven Linksherzhypertrophie aktuell unklar. Es wird darauf hingewiesen, dass eine zusätzliche medikamentöse Therapie mit einer signifikant höheren Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen einhergehen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review ist die Evidenz hierfür sehr unsicher. Es konnte kein signifikanter Unterschied in der Mortalität zwischen der antihypertensiven Therapie und Placebo nachgewiesen werden.
Die Gesamtzahl der schweren unerwünschten Ereignisse unterscheidet sich laut Review nicht signifikant. Allerdings ist die Rate der Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen unter der medikamentösen Therapie deutlich erhöht.
Die aktuelle Evidenz wird als sehr niedrig eingestuft. Der Review schloss lediglich drei Studien mit insgesamt 930 Teilnehmern ein, weshalb weitere qualitativ hochwertige Untersuchungen gefordert werden.
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Quelle: Cochrane Review: Pharmacotherapy for hypertension-induced left ventricular hypertrophy (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.