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Parodontitis-Therapie zur Herz-Kreislauf-Prävention: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Parodontitis und kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) weisen eine mögliche Assoziation auf. Es wird vermutet, dass entzündliche Prozesse im Mundraum systemische Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben können.

Dieser Cochrane-Review aus dem Jahr 2019 untersucht, ob eine aktive Parodontitis-Therapie zur primären oder sekundären Prävention von kardiovaskulären Ereignissen beitragen kann. Die Analyse basiert auf randomisierten kontrollierten Studien (RCTs).

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews. Es wurden Studien mit Personen eingeschlossen, die an chronischer Parodontitis leiden, unabhängig vom Vorliegen einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Empfehlungen

Der Review fasst die aktuelle Evidenz zur Parodontitis-Therapie und kardiovaskulären Prävention wie folgt zusammen:

Untersuchte Interventionen

Es wurden verschiedene Behandlungsansätze in den eingeschlossenen Studien evaluiert:

PräventionszielInterventionsgruppeKontrollgruppeEvidenzgrad
PrimärpräventionScaling, Wurzelglättung + AntibiotikaSupragingivales ScalingSehr niedrig
SekundärpräventionScaling, Wurzelglättung + MundhygieneMundhygiene + ZahnarztUnzureichend

Primärprävention

Für die Primärprävention bei Personen mit Parodontitis und metabolischem Syndrom liefert die Evidenz sehr niedrige Sicherheit. Es konnte nicht abschließend geklärt werden, ob eine intensive Therapie kardiovaskuläre Ereignisse oder Todesfälle reduziert.

Laut Review konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Kombination aus Scaling, Wurzelglättung und Antibiotika (Amoxicillin und Metronidazol) im Vergleich zum supragingivalen Scaling die kardiovaskulären Ereignisse erhöht.

Sekundärprävention

Zur Sekundärprävention bei Personen mit bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung liegt keine verlässliche Evidenz vor. Die verfügbaren Daten einer Pilotstudie waren aufgrund unterschiedlicher Nachbeobachtungszeiten nicht ausreichend robust für eine Auswertung.

Fazit der Autoren

Der Review zieht folgende zentrale Schlüsse:

  • Die aktuelle Studienlage ist unzureichend für eine abschließende Bewertung.

  • Es gibt keine verlässliche Evidenz für die Sekundärprävention.

  • Weitere randomisierte Studien sind erforderlich, um den präventiven Nutzen zu klären.

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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass eine Parodontitis-Therapie derzeit nicht evidenzbasiert zur reinen Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden kann. Der Review zeigt auf, dass die Datenlage hierfür unzureichend ist und bei intensiven Eingriffen mit Antibiotika sogar unklare kardiovaskuläre Risiken nicht ausgeschlossen werden konnten. Die zahnmedizinische Indikation zur Parodontalbehandlung bleibt hiervon jedoch unberührt.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review gibt es dafür aktuell keine verlässliche Evidenz. Die Studienlage ist unzureichend, um einen präventiven Effekt auf kardiovaskuläre Ereignisse zu belegen.

Die eingeschlossene Studie zur Primärprävention untersuchte Personen, die sowohl an einer chronischen Parodontitis als auch an einem metabolischen Syndrom litten.

Der Review fand keine ausreichend robusten Daten zur Sekundärprävention. Die einzige verfügbare Pilotstudie wies zu kurze und unterschiedliche Nachbeobachtungszeiten auf.

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Quelle: Cochrane Review: Periodontal therapy for primary or secondary prevention of cardiovascular disease in people with periodontitis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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