Ischämischer Schlaganfall: ASS-Therapie und Indikation
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews (2022) zur oralen Thrombozytenaggregationshemmung bei akutem ischämischem Schlaganfall.
Bei einem ischämischen Schlaganfall kommt es zur Aktivierung von Thrombozyten, die Blutgerinnsel bilden und Hirnarterien blockieren können. Eine frühzeitige Thrombozytenaggregationshemmung hat das Potenzial, das Ausmaß der ischämischen Hirnschädigung zu begrenzen.
Zudem kann das Risiko für frühe rezidivierende Schlaganfälle gesenkt werden, was die Überlebenschancen und Langzeitergebnisse der Betroffenen verbessern könnte. Dem gegenüber steht das potenzielle Risiko für fatale oder behindernde intrakranielle Blutungen, welches bei der Therapieentscheidung berücksichtigt werden muss.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt des Reviews ist das enge Zeitfenster für den Therapiebeginn. Es wird hervorgehoben, dass die Thrombozytenaggregationshemmung mit Aspirin idealerweise innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem vermuteten Schlaganfallereignis initiiert werden sollte, um die Mortalität effektiv zu senken. Bei Schluckstörungen kann laut Review problemlos auf eine Applikation per Magensonde oder rektal ausgewichen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review sollte die Therapie mit Aspirin so früh wie möglich gestartet werden. Das empfohlene Zeitfenster liegt innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Symptome eines vermuteten ischämischen Schlaganfalls.
Die ausgewerteten Hauptstudien des Reviews verwendeten eine Dosierung von 160 mg bis 300 mg Aspirin einmal täglich. Diese Dosis zeigte eine signifikante Reduktion von Tod und Pflegebedürftigkeit.
Der Review gibt an, dass die Verabreichung in solchen Fällen über eine Magensonde erfolgen kann. Alternativ ist auch eine rektale Applikation möglich und wirksam.
Die Daten des Reviews zeigen, dass die frühe Gabe von Aspirin das Risiko für frühe rezidivierende Schlaganfälle senkt. Dabei wurde kein wesentliches Risiko für frühe hämorrhagische Komplikationen beobachtet.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Oral antiplatelet therapy for acute ischaemic stroke (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Anticoagulants for acute ischaemic stroke
Cochrane Review: Multiple versus fewer antiplatelet agents for preventing early recurrence after ischaemic stroke or transient ischaemic attack
Cochrane Review: Antithrombotic treatment after stroke due to intracerebral haemorrhage
Cochrane Review: Antiplatelet agents and anticoagulants for hypertension
Cochrane Review: Anti-inflammatory therapy for preventing stroke and other vascular events after ischaemic stroke or transient ischaemic attack
Cochrane Review: Antithrombotic therapy to prevent cognitive decline in people with small vessel disease on neuroimaging but without dementia
Cochrane Review: Different types of percutaneous endovascular interventions for acute ischemic stroke
Cochrane Review: Antiplatelet versus anticoagulation treatment for people with heart failure in sinus rhythm
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen