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Nicht-invasive Beatmung bei zentraler Schlafapnoe: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die zentrale Schlafapnoe (CSA) ist durch abnormale Atemmuster während des Schlafs gekennzeichnet. Ursächlich ist ein gestörter Atemantrieb. Dies führt häufig zu schlechter Schlafqualität, Schlaffragmentierung, Tagesmüdigkeit und einer reduzierten Lebensqualität.

Der vorliegende Cochrane-Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit der nicht-invasiven Überdruckbeatmung (NIPV) bei Erwachsenen mit CSA. Da die CSA verschiedene Ursachen und zugrunde liegende Erkrankungen umfasst, wurden die Daten für unterschiedliche Populationen separat analysiert.

Die meisten der eingeschlossenen Studien untersuchten Personen, bei denen die CSA mit einer chronischen Herzinsuffizienz assoziiert war. Die Evidenzqualität der eingeschlossenen Studien weist laut Review jedoch methodische Einschränkungen auf.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Beatmungsformen zusammen. Aufgrund fehlender Daten zu patientenzentrierten Endpunkten wird eine vorsichtige Interpretation der Ergebnisse angeraten.

CSA bei chronischer Herzinsuffizienz

Laut Review kann CPAP in Kombination mit bestmöglicher unterstützender Therapie (BSC) den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) kurzfristig senken. Es zeigt sich jedoch kaum ein Unterschied bei der kardiovaskulären Mortalität im Vergleich zur alleinigen BSC.

Für die adaptive Servoventilation (ASV) zeigt die Evidenz folgende Ergebnisse:

  • Eine Reduktion des AHI in der mittelfristigen Anwendung

  • Eine wahrscheinliche Erhöhung der kardiovaskulären Mortalität in der Langzeitanwendung

  • Kaum Unterschiede in der Lebensqualität im Vergleich zur Standardtherapie

Der Vergleich von ASV mit CPAP oder Bilevel-Beatmung zeigt laut Review eine sehr unsichere Evidenz bezüglich der Lebensqualität und kaum Unterschiede beim AHI.

CPAP-induzierte zentrale Schlafapnoe

Bei Personen mit einer CPAP-induzierten CSA kann die ASV den zentralen AHI kurzfristig leicht senken. Dies gilt sowohl im Vergleich zur CPAP-Erhaltungstherapie als auch zur Bilevel-Beatmung.

Hinsichtlich der Lebensqualität ergibt sich durch die ASV im Vergleich zu CPAP jedoch kaum ein messbarer Unterschied.

Vergleich der Beatmungsformen nach CSA-Ursache

CSA-UrsacheBeatmungsform (Vergleich)Effekt auf AHIEffekt auf Mortalität
Chronische HerzinsuffizienzCPAP + BSC (vs. BSC)Reduktion (kurzfristig)Kein Unterschied (kardiovaskulär)
Chronische HerzinsuffizienzASV + BSC (vs. BSC)Reduktion (mittelfristig)Erhöhung (kardiovaskulär, langfristig)
Chronische HerzinsuffizienzASV (vs. Bilevel)Kein Unterschied (kurzfristig)Keine Daten
CPAP-induzierte CSAASV (vs. CPAP)Leichte ReduktionKeine Daten
CPAP-induzierte CSAASV (vs. Bilevel)Leichte ReduktionKeine Daten

Kontraindikationen

Der Cochrane-Review warnt vor dem Einsatz der adaptiven Servoventilation (ASV) in Kombination mit bestmöglicher unterstützender Therapie bei Personen mit zentraler Schlafapnoe und chronischer Herzinsuffizienz.

Die Daten zeigen, dass diese Therapieform die kardiovaskuläre Mortalität in der Langzeitanwendung wahrscheinlich erhöht (Risk Ratio 1,25).

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💡Praxis-Tipp

Bei der Behandlung der zentralen Schlafapnoe bei chronischer Herzinsuffizienz wird zu besonderer Vorsicht geraten. Laut Review senkt die adaptive Servoventilation (ASV) zwar den Apnoe-Hypopnoe-Index, erhöht jedoch gleichzeitig das Risiko für kardiovaskuläre Mortalität. Es wird betont, dass die Senkung des AHI allein kein ausreichender Surrogatparameter für den klinischen Nutzen ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review können sowohl CPAP als auch die adaptive Servoventilation (ASV) den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) senken. Die ASV ist jedoch mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität assoziiert.

Der Review weist darauf hin, dass ASV bei Personen mit chronischer Herzinsuffizienz und zentraler Schlafapnoe die kardiovaskuläre Mortalität langfristig wahrscheinlich erhöht. Daher wird ein kritischer Umgang mit dieser Therapieform nahegelegt.

Bei einer CPAP-induzierten zentralen Schlafapnoe kann die Umstellung auf eine adaptive Servoventilation (ASV) erwogen werden. Der Review zeigt, dass ASV den zentralen AHI im Vergleich zu CPAP oder Bilevel-Beatmung kurzfristig leicht senken kann.

Die aktuelle Evidenz zeigt kaum Unterschiede in der Lebensqualität durch die verschiedenen Beatmungsformen. Der Review betont den Bedarf an weiteren Studien, die sich auf patientenzentrierte Endpunkte fokussieren.

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Quelle: Cochrane Review: Non-invasive positive pressure ventilation for central sleep apnoea in adults (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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