CPAP bei Apnoe bei Frühgeborenen: Cochrane Review
Hintergrund
Die Apnoe bei Frühgeborenen (Apnoea of prematurity, AoP) ist definiert als eine Atempause von mindestens 20 Sekunden. Auch kürzere Pausen fallen darunter, wenn sie mit Bradykardie und Hypoxämie einhergehen.
Es besteht ein bekannter Zusammenhang zwischen der Schwere der Apnoe und neurologischen Entwicklungsverzögerungen. Daher ist eine effektive Behandlung und Prävention dieser Ereignisse klinisch von großer Bedeutung.
Continuous Positive Airway Pressure (CPAP) ist eine etablierte nicht-invasive Beatmungsform, die beim Atemnotsyndrom von Frühgeborenen als sicher und wirksam gilt. Der vorliegende Cochrane Review untersucht, ob CPAP auch zur Prävention und Therapie der spezifischen Frühgeborenen-Apnoe sicher und wirksam ist.
Empfehlungen
Der Cochrane Review wertete vier Studien mit insgesamt 138 Frühgeborenen (Gestationsalter 26 bis 28 Wochen) aus. Die Autoren betonen die sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz aufgrund eines hohen Verzerrungsrisikos in den eingeschlossenen Studien.
Fehlende Evidenz für Standardvergleiche
Laut Review konnten keine Studien identifiziert werden, die CPAP mit rein supportiven Maßnahmen vergleichen. Ebenso fehlen Studien, die CPAP einer invasiven mechanischen Beatmung bei dieser Indikation gegenüberstellen.
Vergleich verschiedener CPAP-Systeme
Die eingeschlossenen Studien verglichen ausschließlich verschiedene CPAP-Geräte miteinander. Die Drücke lagen dabei zwischen 4 und 6 cm H2O bei einer Anwendungsdauer von 6 bis 48 Stunden.
| Vergleich | Therapieversagen (CPAP-Versagen) | Apnoefrequenz |
|---|---|---|
| Variabler Flow vs. Ventilator-CPAP | Sehr unsichere Evidenz | Sehr unsichere Evidenz |
| Variabler Flow vs. Bubble-CPAP | Endpunkte nicht berichtet | Endpunkte nicht berichtet |
| Infant Flow vs. Medijet (beide variabler Flow) | Sehr unsichere Evidenz | Nicht berichtet |
Schlussfolgerung
Aufgrund der stark limitierten Datenlage bleibt unklar, ob ein bestimmtes CPAP-System zur Prävention und Therapie der Apnoe anderen überlegen ist. Der Review schlussfolgert, dass weitere klinische Studien dringend erforderlich sind, um theoretische Vorteile einzelner Systeme zu überprüfen.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die aktuelle Evidenzlage keine Bevorzugung eines spezifischen CPAP-Systems (wie Bubble-CPAP oder variabler Flow) bei der Frühgeborenen-Apnoe rechtfertigt. Es wird hervorgehoben, dass die Wahl des Systems derzeit auf klinischer Erfahrung und lokaler Verfügbarkeit basieren muss, da belastbare Vergleichsdaten fehlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Review handelt es sich um eine Atempause von 20 Sekunden oder länger. Kürzere Pausen gelten ebenfalls als Apnoe, wenn sie von Bradykardie und Hypoxämie begleitet werden.
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Datenlage keine Aussage darüber zulässt, welches System überlegen ist. Es gibt keine gesicherte Evidenz für einen Unterschied zwischen variablem Flow, Ventilator-CPAP oder Bubble-CPAP.
Die Autoren konnten keine Studien identifizieren, die CPAP direkt mit einer invasiven mechanischen Beatmung bei dieser spezifischen Indikation vergleichen. Daher kann hierzu keine evidenzbasierte Aussage getroffen werden.
In den untersuchten Studien wurden laut Review CPAP-Drücke zwischen 4 und 6 cm H2O angewendet. Die Behandlungsdauer lag dabei zwischen 6 und 48 Stunden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Continuous positive airway pressure (CPAP) for apnoea of prematurity (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.