Traumatisches Hyphäma: Therapie und Antifibrinolytika
Hintergrund
Ein traumatisches Hyphäma bezeichnet den Bluteintritt in die Vorderkammer des Auges infolge eines stumpfen oder perforierenden Traumas. Dies kann zu einem dauerhaften Sehverlust führen.
Begleitende Komplikationen wie Hornhautblutungen, traumatischer Katarakt, Kammerwinkelrezessionsglaukom oder Optikusatrophie können das Sehvermögen ernsthaft beeinträchtigen. Personen mit Sichelzellanämie oder dem entsprechenden Merkmal sind besonders anfällig für einen stark erhöhten Augeninnendruck.
Wenn es zu einer Nachblutung (sekundäres Hyphäma) kommt, steigen die Raten und der Schweregrad der Komplikationen. Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit verschiedener medizinischer und konservativer Interventionen zur Behandlung und Prophylaxe.
💡Praxis-Tipp
Der Review zeigt auf, dass traditionelle konservative Maßnahmen wie strikte Bettruhe, beidseitige Augenverbände oder eine Oberkörperhochverlagerung keinen nachweisbaren Nutzen bei der Verhinderung von Nachblutungen haben. Es wird betont, dass lediglich Antifibrinolytika das Risiko für sekundäre Blutungen senken, diese jedoch keinen positiven Einfluss auf die finale Sehschärfe haben und mit Nebenwirkungen einhergehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz, die den Einsatz von topischen oder systemischen Kortikosteroiden bei einem traumatischen Hyphäma unterstützt. Die Fallzahlen in den untersuchten Studien waren zu gering für eine verlässliche Aussage.
Der Review fand keine Belege dafür, dass strikte Bettruhe im Vergleich zur normalen Mobilisation das Risiko einer Nachblutung senkt. Auch für das Hochlagern des Kopfes konnte kein nachweisbarer Nutzen belegt werden.
Es wird berichtet, dass systemische Tranexamsäure sowie Aminocapronsäure die Rate an sekundären Blutungen nach einem Trauma signifikant reduzieren. Die Publikation weist jedoch darauf hin, dass dies nicht zu einer besseren finalen Sehschärfe führt.
Gemäß der Meta-Analyse gibt es keinen nachweisbaren Unterschied zwischen einem einseitigen und einem beidseitigen Augenverband. Keine der beiden Methoden zeigte einen signifikanten Effekt auf die Heilung oder das Nachblutungsrisiko.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Medical interventions for traumatic hyphema (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
StatPearls: Hyphema
Cochrane Review: Antifibrinolytic therapy for aneurysmal subarachnoid haemorrhage
Cochrane Review: Interventions for acute non-arteritic central retinal artery occlusion
StatPearls: Intraocular Hemorrhage
Cochrane Review: Tranexamic acid for the reduction of bleeding during functional endoscopic sinus surgery
Cochrane Review: Haemostatic therapies for stroke due to acute, spontaneous intracerebral haemorrhage
Cochrane Review: Pharmacological interventions for the prevention of bleeding in people undergoing definitive fixation or joint replacement for hip, pelvic and long bone fractures
Cochrane Review: Tranexamic acid for percutaneous nephrolithotomy
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen