CochraneIa2023

Hämostatische Therapie bei intrazerebraler Blutung: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Prognose nach einer akuten spontanen intrazerebralen Blutung (ICB) wird maßgeblich durch das Hämatomvolumen bestimmt. Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kommt es im Verlauf zu einer Größenzunahme der Blutung.

Es wird angenommen, dass eine frühe hämostatische Therapie das klinische Outcome verbessern könnte, indem sie die Blutungsexpansion begrenzt.

Dieser Cochrane-Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Effekte verschiedener Klassen hämostatischer Therapien im Vergleich zu Placebo oder offenen Kontrollgruppen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zu verschiedenen hämostatischen Interventionen zusammen und bewertet deren Einfluss auf Mortalität, Pflegebedürftigkeit und Blutungsexpansion.

Rekombinanter aktivierter Faktor VII (rFVIIa)

Laut den Autoren zeigt sich durch die Gabe von rFVIIa bei spontaner ICB kaum bis kein Unterschied hinsichtlich Tod oder Pflegebedürftigkeit nach 90 Tagen (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).

Auch bei der Blutungsexpansion oder schweren unerwünschten Ereignissen wird kein relevanter Effekt durch rFVIIa beschrieben.

Antifibrinolytika

Der Review belegt, dass Antifibrinolytika bei spontaner ICB zu einer leichten Reduktion der Blutungsexpansion innerhalb von 24 Stunden führen (hohe Vertrauenswürdigkeit).

Es zeigt sich jedoch kein Unterschied bezüglich Tod oder Pflegebedürftigkeit nach 90 Tagen. Ebenso wird kein Unterschied bei der Lebensqualität, der Stimmung oder der kognitiven Funktion festgestellt.

Thrombozytentransfusion und Prothrombinkomplex (PPSB)

Bei ICB unter Thrombozytenaggregationshemmern wird gezeigt, dass eine Thrombozytentransfusion das Risiko für Tod oder Pflegebedürftigkeit wahrscheinlich erhöht (moderate Vertrauenswürdigkeit).

Für den Vergleich von Prothrombinkomplex-Konzentraten (PPSB) mit Fresh Frozen Plasma (FFP) bei antikoagulantienassoziierter ICB ist die Evidenzlage laut Review sehr unsicher.

Vergleich der Therapieansätze

TherapieansatzIndikation im ReviewEffekt auf Tod/PflegebedürftigkeitEffekt auf Blutungsexpansion
rFVIIaSpontane ICBKein UnterschiedKein Unterschied
AntifibrinolytikaSpontane ICBKein UnterschiedLeichte Reduktion
ThrombozytentransfusionICB unter ThrombozytenaggregationshemmernWahrscheinliche ErhöhungKein Unterschied
PPSB vs. FFPAntikoagulantien-assoziierte ICBSehr unsichere EvidenzSehr unsichere Evidenz
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review warnt indirekt vor dem routinemäßigen Einsatz von Thrombozytentransfusionen bei intrazerebralen Blutungen, die mit Thrombozytenaggregationshemmern assoziiert sind. Es wird gezeigt, dass diese Maßnahme das Risiko für Tod oder Pflegebedürftigkeit nach 90 Tagen wahrscheinlich erhöht, anstatt das Outcome zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane-Review reduzieren Antifibrinolytika zwar leicht die Blutungsexpansion innerhalb der ersten 24 Stunden. Es wird jedoch kein Unterschied hinsichtlich Tod oder Pflegebedürftigkeit nach 90 Tagen festgestellt.

Der Review zeigt, dass eine Thrombozytentransfusion bei einer durch Thrombozytenaggregationshemmer assoziierten Blutung das Risiko für ein schlechtes Outcome wahrscheinlich erhöht. Ein positiver Effekt auf die Blutungsexpansion wird nicht nachgewiesen.

Es wird beschrieben, dass die Gabe von rFVIIa bei spontaner intrazerebraler Blutung kaum bis keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder Pflegebedürftigkeit hat. Die Evidenz hierfür wird als niedrig eingestuft.

Die aktuelle Evidenzlage für den Vergleich von Prothrombinkomplex-Konzentraten (PPSB) und Fresh Frozen Plasma (FFP) ist laut den Autoren sehr unsicher. Es können derzeit keine verlässlichen Aussagen zur Überlegenheit einer der beiden Therapien getroffen werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Haemostatic therapies for stroke due to acute, spontaneous intracerebral haemorrhage (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien