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Ketamin bei Depression: Cochrane Meta-Analyse

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Glutamatrezeptor-Modulatoren bei Erwachsenen mit unipolarer Major Depression. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Linderung akuter depressiver Symptome.

Insgesamt wurden 64 randomisierte kontrollierte Studien mit knapp 5300 Teilnehmern in die Meta-Analyse eingeschlossen. Die Mehrheit der Studien definierte eine mindestens mittelschwere Depression als Einschlusskriterium.

Ein relevanter Anteil der Untersuchungen rekrutierte ausschließlich Personen mit therapieresistenter Depression. Diese wurde im Rahmen der Studien als unzureichendes Ansprechen auf mindestens zwei Antidepressiva definiert.

Empfehlungen

Die Meta-Analyse liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit nach 24 Stunden:

Ketamin und Esketamin

Laut Review zeigen die beiden am häufigsten untersuchten Substanzen unterschiedliche Evidenzprofile hinsichtlich ihrer akuten Wirksamkeit:

SubstanzVergleichEffekt auf Remission (24h)EvidenzgradHäufigste Applikation
KetaminPlaceboMögliche ErhöhungSehr niedrigIntravenös (Einzeldosis)
KetaminMidazolamErhöhte RateNiedrigIntravenös (Einzeldosis)
EsketaminPlaceboWahrscheinlich deutliche ErhöhungModeratIntranasal (Mehrfachdosis)

Es wird berichtet, dass Esketamin wahrscheinlich auch zu einer Reduktion der Depressions-Scores im Vergleich zu Placebo führt (moderate Evidenz). Für Ketamin ist dieser Effekt im Vergleich zu Placebo oder Midazolam laut den Autoren sehr unsicher (sehr niedrige Evidenz).

Therapieabbrüche und andere Substanzen

Hinsichtlich der Verträglichkeit und weiterer Medikamente stellt die Auswertung fest:

  • Weder bei Ketamin noch bei Esketamin zeigte sich ein Unterschied in der Abbruchrate im Vergleich zu Placebo.

  • Für andere Glutamatrezeptor-Modulatoren (wie Memantin oder D-Cycloserin) liegt laut den Daten nur sehr wenig Evidenz vor.

  • Die klinische Anwendbarkeit der 24-Stunden-Ergebnisse bleibt laut den Autoren unklar.

Forschungsbedarf

Der Review betont die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen. Es werden langfristige Nicht-Unterlegenheitsstudien empfohlen, die eine wiederholte Gabe von Ketamin und Esketamin vergleichen. Zudem wird ein rigoroses Real-World-Monitoring zur Erfassung von Sicherheit und Wirksamkeit gefordert.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Ketamin und Esketamin eine schnelle Wirksamkeit nach 24 Stunden zeigen können, weist der Review auf die teils sehr niedrige Evidenzqualität hin. Es wird betont, dass die Übertragbarkeit dieser kurzfristigen Effekte in den klinischen Alltag noch unklar ist. Daher wird ein strenges Monitoring der Sicherheit und Wirksamkeit in der Praxis als notwendig erachtet.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review kann sich eine Wirksamkeit im Sinne einer Remission oder eines Ansprechens bereits nach 24 Stunden zeigen. Die Evidenz für diesen schnellen Wirkeintritt wird bei Esketamin als moderat, bei Ketamin jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Die Meta-Analyse berichtet, dass Esketamin in den meisten eingeschlossenen Studien intranasal appliziert wurde. Dabei kam überwiegend ein Mehrfachdosis-Schema zum Einsatz, meist zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von vier Wochen.

Der Auswertung zufolge gibt es keinen Unterschied in der Anzahl der Therapieabbrüche zwischen Ketamin und Placebo. Auch für Esketamin konnte keine erhöhte Abbruchrate im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt werden.

Der Review stellt fest, dass für andere Modulatoren wie Memantin, D-Cycloserin oder Riluzol bisher nur sehr wenig Evidenz vorliegt. Für eine verlässliche Aussage zur Wirksamkeit dieser Substanzen reichen die aktuellen Daten laut den Autoren nicht aus.

Die Studien schlossen Erwachsene mit unipolarer Major Depression ein, wobei meist eine mindestens mittelschwere Symptomatik gefordert wurde. Ein relevanter Teil der Untersuchungen fokussierte sich laut den Daten ausschließlich auf therapieresistente Verläufe.

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Quelle: Cochrane Review: Ketamine and other glutamate receptor modulators for depression in adults with unipolar major depressive disorder (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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