CochraneIa2022HNO

Hörsturz: Intratympanale Kortikoidtherapie & Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2022) untersucht die Wirksamkeit intratympanaler Kortikoide bei idiopathischem plötzlichem sensorineuralem Hörverlust (Hörsturz). Die Erkrankung ist durch eine plötzliche Hörminderung unbekannter Ursache gekennzeichnet.

Systemische Kortikoide werden weltweit häufig eingesetzt, ihre Wirksamkeit ist jedoch nicht abschließend geklärt. In den letzten Jahren hat die intratympanale Injektion von Kortikoiden als Behandlungsalternative zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Die theoretischen Vorteile der lokalen Anwendung umfassen höhere Wirkstoffkonzentrationen im Innenohr. Gleichzeitig sollen systemische Nebenwirkungen, wie beispielsweise Blutzuckerschwankungen, vermieden werden.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die intratympanale Kortikoidgabe als Primärtherapie keinen klaren Vorteil gegenüber der systemischen Gabe bietet, jedoch als Sekundärtherapie (Rescue) nach Versagen der systemischen Therapie eine klinisch relevante Option darstellt. Es wird empfohlen, Betroffene vor der intratympanalen Injektion über das Risiko von Schwindel, Schmerzen und möglichen Trommelfellperforationen aufzuklären.

Häufig gestellte Fragen

Als Primärtherapie zeigt die intratympanale Gabe laut Cochrane Review keinen wesentlichen Vorteil gegenüber systemischen Kortikoiden. Beide Verfahren führen zu ähnlichen Raten an Hörverbesserungen.

Die Meta-Analyse zeigt den größten potenziellen Nutzen in der Sekundärtherapie. Wenn eine initiale systemische Behandlung erfolglos blieb, kann die lokale Injektion zu einer signifikanten Hörverbesserung führen.

Zu den häufigsten lokalen Nebenwirkungen zählen Schwindel und Ohrenschmerzen direkt bei der Injektion. Zudem kann in einigen Fällen eine persistierende Trommelfellperforation auftreten.

Die Evidenz hierzu ist laut Review sehr unsicher. Es zeigt sich zwar eine minimale Verbesserung der Hörschwelle, deren klinische Relevanz für den Betroffenen jedoch fraglich ist.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Intratympanic corticosteroids for sudden sensorineural hearing loss (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.