Schulterschmerz nach Laparoskopie: Cochrane Review
Hintergrund
Laparoskopien sind häufige Eingriffe zur Diagnostik und Therapie in der Gynäkologie. Als bekannte Komplikation tritt bei bis zu 80 % der Frauen ein postoperativer Schulterschmerz (Shoulder-tip pain, STP) auf.
Dieser fortgeleitete Schmerz kann zu einer signifikanten Morbidität, verzögerten Krankenhausentlassungen und vermehrten Wiederaufnahmen führen.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener intra- und postoperativer Interventionen, um die Inzidenz und Schwere dieser Schulterschmerzen zu reduzieren.
Empfehlungen
Der Cochrane Review bewertet verschiedene Techniken anhand von 32 randomisierten kontrollierten Studien. Die Evidenzqualität wird insgesamt als sehr niedrig bis moderat eingestuft.
Wirksame Interventionen
Laut Review sind folgende Maßnahmen mit einer Reduktion der Inzidenz, der Schwere des Schulterschmerzes oder des postoperativen Analgetikabedarfs assoziiert:
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Spezifische Techniken zur Ablassung des Pneumoperitoneums, wie Lungenrekruitment-Manöver oder aktive Aspiration von Gas (niedrige Evidenzqualität)
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Intraperitoneale Flüssigkeitsinstillation (moderate Evidenzqualität)
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Einlage einer intraperitonealen Drainage (niedrige Evidenzqualität)
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Applikation von Lokalanästhetika in die Peritonealhöhle, sofern die Gabe nicht subdiaphragmal erfolgt (niedrige Evidenzqualität)
Interventionen ohne nachgewiesenen Nutzen
Für bestimmte, häufig diskutierte Verfahren konnte kein signifikanter Vorteil bezüglich der Schmerzreduktion nachgewiesen werden. Die Datenlage zeigt hierbei folgende Ergebnisse:
| Intervention | Effekt auf Schulterschmerz | Evidenzqualität |
|---|---|---|
| Subdiaphragmales Lokalanästhetikum | Kein Unterschied bei Inzidenz oder Schwere | Moderat bis niedrig |
| Erwärmtes und befeuchtetes CO2 | Kein Unterschied bei Inzidenz oder Schwere | Moderat bis niedrig |
| Gaslose Laparoskopie | Mögliche Zunahme der Schmerzschwere | Niedrig |
Unerwünschte Ereignisse
Es wird angemerkt, dass unerwünschte Ereignisse in den eingeschlossenen Studien nur selten systematisch erfasst wurden. Bei den spezifischen Techniken zur Gasablassung und den subdiaphragmalen Lokalanästhetika traten in den wenigen bewertenden Studien keine unerwünschten Ereignisse auf.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Irrglaube ist, dass erwärmtes und befeuchtetes CO2 oder subdiaphragmale Lokalanästhetika den postoperativen Schulterschmerz zuverlässig lindern. Der Review zeigt jedoch, dass diese Maßnahmen keinen signifikanten Unterschied machen. Stattdessen wird ein positiver Effekt durch eine aktive und vollständige Ablassung des Pneumoperitoneums sowie durch intraperitoneale Flüssigkeitsinstillationen beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review treten Schulterschmerzen bei bis zu 80 % der Frauen nach einem solchen Eingriff auf. Dies kann zu einer signifikanten Morbidität und verzögerten Entlassungen führen.
Der Review zeigt, dass erwärmtes und befeuchtetes CO2 im Vergleich zu Standard-CO2 keinen signifikanten Unterschied bei der Inzidenz oder Schwere der Schmerzen macht. Die Evidenzqualität hierfür wird als moderat bis niedrig eingestuft.
Es wird beschrieben, dass spezifische Techniken wie das Lungenrekruitment-Manöver oder die aktive Aspiration des intraabdominellen Gases die Schmerzschwere nach 24 Stunden reduzieren. Zudem sinkt durch diese Maßnahmen der postoperative Analgetikabedarf.
Nein, die Datenlage deutet darauf hin, dass eine gaslose Laparoskopie die Schwere der Schulterschmerzen innerhalb der ersten 72 Stunden sogar erhöhen kann. Dies basiert jedoch auf einer niedrigen Evidenzqualität.
Die Wirkung hängt vom Applikationsort ab. Während subdiaphragmale Gaben keinen Unterschied zeigten, kann die Applikation in die restliche Peritonealhöhle die Schmerzinzidenz in den ersten postoperativen Stunden reduzieren.
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Quelle: Cochrane Review: Interventions to reduce shoulder pain following gynaecological laparoscopic procedures (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.