Höhenkrankheit Prophylaxe: Cochrane Review
Hintergrund
Die Höhenkrankheit umfasst zerebrale und pulmonale Syndrome, die bei Aufstiegen über 2500 Meter auftreten können. Dazu zählen die akute Bergkrankheit (AMS), das Höhenhirnödem (HACE) und das Höhenlungenödem (HAPE).
Der vorliegende Cochrane Review (2019) stellt den dritten Teil einer Serie zur Prävention der Höhenkrankheit dar. Er untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von nicht-pharmakologischen Maßnahmen sowie diversen Supplementen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews. Die eingeschlossenen Studien untersuchten Personen mit und ohne vorherige Episoden einer Höhenkrankheit.
Empfehlungen
Die Autoren des Reviews betonen, dass die Evidenz zu nicht-pharmakologischen Prophylaxe-Strategien stark limitiert, heterogen und teils widersprüchlich ist.
Präakklimatisation und druckbasierte Maßnahmen
Laut Review ist der Nutzen von simulierter Höhe oder ischämischer Präkonditionierung (RIPC) zur Vorbeugung der akuten Bergkrankheit ungewiss (niedrige Evidenzqualität).
Ein positiver endexspiratorischer Druck (PEEP) zeigte in einer sehr kleinen Studie einen potenziellen Nutzen. Dies ist jedoch aufgrund der geringen Teilnehmerzahl kaum aussagekräftig.
Supplemente und Vitamine
Die Auswertung verschiedener Nahrungsergänzungsmittel ergab keine eindeutige Wirksamkeit. Die Ergebnisse zu Ginkgo biloba waren laut Review stark heterogen und widersprüchlich.
| Intervention | Effekt auf AMS-Risiko | Evidenzqualität |
|---|---|---|
| Simulierte Höhe / RIPC | Ungewiss | Niedrig |
| PEEP | Mögliche Verbesserung | Niedrig (sehr kleine Studie) |
| Antioxidantien / Eisen | Ungewiss | Niedrig |
| Medroxyprogesteron | Ungewiss | Niedrig |
| Rhodiola crenulata | Ungewiss | Niedrig |
| Erythropoetin | Mögliche Verbesserung | Sehr niedrig (Verzerrungsrisiko) |
| Ginkgo biloba | Widersprüchlich | Niedrig |
Kombinationstherapien
Der Review vergleicht zudem verschiedene Kombinationen mit etablierten Medikamenten wie Acetazolamid:
-
Die Kombination von Ginkgo biloba und Acetazolamid zeigte eine Risikoreduktion im Vergleich zu Ginkgo allein (niedrige Evidenzqualität).
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Der direkte Vergleich von Ginkgo biloba mit Acetazolamid lieferte widersprüchliche Ergebnisse.
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Die Zugabe von Medroxyprogesteron zu Acetazolamid brachte keinen Zusatznutzen gegenüber den Einzelsubstanzen.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass der präventive Nutzen von nicht-pharmakologischen Maßnahmen oder Supplementen wie Ginkgo biloba bei Höhenkrankheit nicht verlässlich belegt ist. Die Evidenz für diese Strategien ist von sehr geringer Qualität und die Sicherheitsprofile sind aufgrund fehlender Daten unklar. Es wird darauf hingewiesen, dass etablierte pharmakologische Alternativen wie Acetazolamid als Vergleichsmaßstab in der Praxis relevant bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review sind die Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Ginkgo biloba stark heterogen und widersprüchlich. Eine verlässliche Aussage zur Prävention der akuten Bergkrankheit lässt sich daraus nicht ableiten.
Der Review stuft den Effekt einer simulierten Höhe zur Präakklimatisation als ungewiss ein. Die zugrundeliegende Evidenz ist von niedriger Qualität.
Die Auswertung der Studien zeigt, dass eine Supplementierung mit Eisen oder Antioxidantien das Risiko einer Höhenkrankheit wahrscheinlich nicht signifikant verbessert. Auch hier ist die Datenlage laut Review sehr schwach.
Die Autoren des Reviews betonen, dass es an Evidenz zu möglichen unerwünschten Ereignissen mangelt. Das Sicherheitsprofil der untersuchten Supplemente und Maßnahmen im Kontext der Höhenkrankheit bleibt unklar.
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Quelle: Cochrane Review: Interventions for preventing high altitude illness: Part 3. Miscellaneous and non-pharmacological interventions (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.