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Fatigue bei CED: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED), zu denen primär Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zählen, gehen häufig mit einer stark belastenden Fatigue einher. Die subjektive und komplexe Natur dieses Symptoms erschwert laut Literatur oft eine adäquate Behandlung.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener pharmakologischer und nicht-pharmakologischer Interventionen. Ziel ist es, diese im Vergleich zu Placebo, keiner Behandlung oder einer aktiven Vergleichstherapie zu bewerten.

Die Autoren betonen, dass die Evidenzlage in diesem Bereich bisher unzureichend systematisch aufgearbeitet war. Von den eingeschlossenen Studien untersuchten nur wenige die Behandlung der Fatigue als primäres Studienziel.

Empfehlungen

Die Autoren des Cochrane Reviews betonen, dass die Effekte der untersuchten Interventionen zur Behandlung der Fatigue bei CED insgesamt unsicher sind. Es können keine festen Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit und Sicherheit gezogen werden.

Nicht-pharmakologische Interventionen

Laut Review wurden verschiedene nicht-medikamentöse Ansätze untersucht, deren Evidenzgrad jedoch durchgehend niedrig ist:

  • Elektroakupunktur zeigte in einer kleinen Studie nach acht Wochen eine Verbesserung des Fatigue-Scores im Vergleich zu keiner Behandlung (niedrige Evidenzqualität).

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und lösungsorientierte Therapie zeigten im Vergleich zu einer Informationsbroschüre sehr unsichere Effekte (sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Beratung zu körperlicher Aktivität kann die Fatigue möglicherweise reduzieren, die Evidenz hierfür ist jedoch ebenfalls sehr unsicher.

Pharmakologische Interventionen

Auch bei den medikamentösen Ansätzen ist die Datenlage laut Review stark limitiert. Es wurden unter anderem Adalimumab und Eisenmaltol untersucht.

Die folgende Tabelle fasst die beobachteten Effekte der untersuchten Interventionen auf die Fatigue zusammen:

InterventionVergleichsgruppeEffekt auf FatigueEvidenzqualität
ElektroakupunkturKeine BehandlungVerbesserung (Woche 8)Niedrig
Kognitive VerhaltenstherapieInformationsbroschüreSehr unsicherer EffektSehr niedrig
Körperliche AktivitätKeine BeratungMögliche ReduktionSehr niedrig
Adalimumab (40 mg eow)PlaceboMögliche ReduktionSehr niedrig
EisenmaltolPlaceboMögliche leichte VerschlechterungNiedrig

Sicherheit und Nebenwirkungen

Der Review liefert folgende Erkenntnisse zu unerwünschten Ereignissen:

  • Unter Adalimumab traten seltener schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Therapieabbrüche auf als unter Placebo (moderate Evidenzqualität).

  • Bei der Beratung zu körperlicher Aktivität waren die unerwünschten Ereignisse überwiegend gastrointestinaler Natur und zwischen den Gruppen ähnlich.

  • Für Eisenmaltol ergab sich kein wesentlicher Unterschied bei den unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Placebo.

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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass es derzeit keine evidenzbasierte Standardtherapie zur gezielten Behandlung der Fatigue bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gibt. Es wird darauf hingewiesen, dass in der Praxis individuelle Heilversuche notwendig sein können, da die Wirksamkeit von Ansätzen wie körperlicher Aktivität oder Akupunktur wissenschaftlich noch nicht ausreichend gesichert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es Hinweise von niedriger Evidenzqualität, dass Elektroakupunktur die Fatigue-Werte nach acht Wochen verbessern kann. Langzeiteffekte nach 16 Wochen konnten jedoch nicht signifikant nachgewiesen werden.

Der Review zeigt, dass Adalimumab bei Personen mit moderatem bis schwerem Morbus Crohn die Fatigue möglicherweise reduziert. Die Evidenzqualität für diesen spezifischen Effekt wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Eine Beratung zu körperlicher Aktivität kann laut den Studiendaten die Fatigue möglicherweise verringern. Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz hierfür sehr unsicher ist und weitere Forschung benötigt wird.

Interessanterweise deutet der Review darauf hin, dass Eisenmaltol nach 12 Wochen zu einer leichten Zunahme der Fatigue führen könnte. Die Placebo-Gruppe wies in der untersuchten Studie bessere Vitalitätswerte auf (niedrige Evidenzqualität).

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Quelle: Cochrane Review: Interventions for fatigue in inflammatory bowel disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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