Sklerotherapie bei Varikosis: Cochrane Review
Hintergrund
Varikose betrifft bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung und kann zu einer chronisch venösen Insuffizienz führen. Mögliche klinische Folgen sind Ödeme, Pigmentierungen, Ekzeme sowie abgeheilte oder aktive venöse Ulzera.
Die Injektionssklerotherapie wird häufig zur Behandlung von Krampfadern eingesetzt. Das Ziel der Behandlung ist es, die erweiterten Venen durch flüssige oder aufgeschäumte Sklerosierungsmittel in einen fibrösen Strang umzuwandeln.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2021 fasst die Evidenz aus 28 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 4278 Teilnehmern zusammen. Die eingeschlossenen Studien weisen jedoch teilweise methodische Einschränkungen und eine hohe Heterogenität auf.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2021) liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Sklerotherapie. Die Evidenzqualität wird für die meisten Endpunkte als sehr niedrig bis niedrig eingestuft.
Sklerotherapie im Vergleich zu Placebo
Laut den Autoren zeigt die Schaumsklerotherapie (Polidocanol 1 %) im Vergleich zu Placebo eine Verbesserung des kosmetischen Erscheinungsbildes (sehr niedrige Evidenz). Zudem wird eine mögliche Reduktion verbliebener Krampfadern sowie eine Verbesserung der Lebensqualität und der Symptome beschrieben.
Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Raten für tiefe Venenthrombosen (TVT) in der Interventionsgruppe leicht erhöht sein könnten (sehr niedrige Evidenz).
Vergleich verschiedener Schaumkonzentrationen
Der Review zeigt keinen klaren Unterschied bezüglich des kosmetischen Ergebnisses oder thromboembolischer Komplikationen zwischen verschiedenen Schaumkonzentrationen.
Höhere Konzentrationen (Polidocanol 3 % im Vergleich zu 1 %) können jedoch die Rate verbliebener Varizen leicht senken (moderate Evidenz). Zudem wird eine Verbesserung der klinischen Symptom-Scores (VCSS) bei steigenden Konzentrationen berichtet.
Schaum- versus Flüssigsklerotherapie
Beim Vergleich von Schaum- und Flüssigsklerotherapie gibt es laut Review keine Hinweise auf einen Unterschied beim kosmetischen Erscheinungsbild.
Es zeigt sich jedoch ein möglicher Vorteil für Polidocanol 3 % als Schaum gegenüber der flüssigen Form hinsichtlich der Reduktion verbliebener Varizen (sehr niedrige Evidenz). Bezüglich der Rezidivraten von Krampfadern konnte kein klarer Unterschied festgestellt werden.
Übersicht der Therapievergleiche
| Vergleich | Kosmetisches Ergebnis | Verbliebene Varizen | TVT-Risiko / Komplikationen |
|---|---|---|---|
| Schaum vs. Placebo | Verbessert | Reduziert | Leicht erhöht |
| Schaum (hoch) vs. Schaum (niedrig) | Kein Unterschied | Reduziert bei 3 % vs. 1 % | Kein Unterschied |
| Schaum vs. Flüssig | Kein Unterschied | Reduziert durch Schaum | Keine Daten im Review |
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die Rate an tiefen Venenthrombosen (TVT) bei der Schaumsklerotherapie im Vergleich zu Placebo leicht erhöht sein kann. Es wird betont, dass die aktuelle Evidenzlage aufgrund methodischer Schwächen der Studien limitiert ist, weshalb die Ergebnisse im klinischen Alltag mit Vorsicht interpretiert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review verbessert die Schaumsklerotherapie das kosmetische Erscheinungsbild und die Lebensqualität im Vergleich zu Placebo. Die Evidenzqualität für diese Aussagen wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
Es gibt keinen klaren Unterschied bei kosmetischen Ergebnissen oder Komplikationen. Höhere Konzentrationen wie Polidocanol 3 % können jedoch die Rate verbliebener Varizen im Vergleich zu 1 % reduzieren.
Der Review zeigt keinen Unterschied im kosmetischen Ergebnis zwischen beiden Formen. Die Schaumsklerotherapie zeigt jedoch einen möglichen Vorteil bei der Reduktion verbliebener Krampfadern.
Die Daten deuten darauf hin, dass die Raten für tiefe Venenthrombosen bei der Schaumsklerotherapie im Vergleich zu Placebo leicht erhöht sein könnten. Auch hier ist die Evidenzqualität laut den Autoren sehr niedrig.
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Quelle: Cochrane Review: Injection sclerotherapy for varicose veins (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.